Autorennsport
Michael Häfliger fährt eine Seifenkiste hoch 3

Auf die Strasse lässt man Michael Häfliger mit 17 Jahren noch nicht. Auf der Rennstrecke am Nürburgring hingegen dreht der Aargauer seit Donnerstag seine Runden – mit Tempo 250 auf der Geraden und 185PS unter der Haube.

Rainer Sommerhalder
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In diesem ADR3-Rennsportwagen fährt Michael Häfliger morgen auf dem Nürburgring sein erstes Rennen.zvg

In diesem ADR3-Rennsportwagen fährt Michael Häfliger morgen auf dem Nürburgring sein erstes Rennen.zvg

Michael Häfliger aus Muhen bestreitet morgen Sonntag sein allererstes Autorennen – in der AvD-Rennserie der Prototypen mit sechs 100-Meilen-Rennen in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Das ist nur möglich, weil die Veranstalter vor dieser Saison das Mindestalter von 18 auf 16 Jahren gesenkt haben. Hat Markus Häfliger, der als Teammanager seinen Sohn begleitet, keine Angst um Michael? «Ich habe volles Vertrauen ins Material und in die Fähigkeiten meines Sohnes. Ich durfte auch erfahren, dass der Autorennsport weit weniger gefährlich ist, als man gemeinhin denkt. Wäre er Skirennfahrer, müsste ich mir mehr Sorgen machen.»

Begonnen hat die Faszination für den Rennsport vor sieben Jahren, als Vater und Sohn ihre erste Seifenkiste zusammenbauten und Klein Michael erstmals rennmässig ins Tal bretterte. Nach einem Schweizer-Meister-Titel mit der Seifenkiste wechselte der angehende Carrosserie-Spengler zum Kartsport. 2009 war er in dieser Sparte Schweizer Vizemeister. Bei einer Talentsichtung für die Formel BMW fielen Michaels Vorzüge auf. Man spürte, dass hier ein schneller Mann mit viel Gefühl fürs Auto am Werk war. «Nur mit dem Schalten haperte es noch ein wenig», blickt der Vater schmunzelnd zurück.

Für einen Platz im Renncockpit der Formel BMW fehlte das notwendige Startkapital. 100000 Franken pro Saison kostet das Vergnügen. Diese Hürde hat schon manchem Talent den Durchbruch verunmöglicht. Auch für ein Jahr in der Prototypen-Serie braucht es diese Summe, doch weil sich dort zwei Fahrer während des Rennens abwechseln, kann man auch die Kosten teilen. So steht Häfliger heute mit dem 16-jährigen Berner Simon Stoller unter dem bezeichnenden Teamnamen «Swiss-Rookies» am Start. «Vor dem ersten Rennen weiss man noch nicht genau, was auf einen zukommt», sagt Michael Häfliger zur Nervosität vor dem Debüt.

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