Der BC Solothurn, vor drei Jahren noch Schweizer Meister, hat entschieden, sein Team am Ende der Saison aus der NLA zurückzuziehen. Der grosse Profiteur ist das Team Argovia. Der amtierende Schweizer Meister ziert vier Runden vor Saisonschluss das Ranglistenende. Theoretisch wäre der sportliche Ligaerhalt noch möglich, in der Realität würde es einem Kraftakt mit ungewissem Ausgang gleichkommen. Nun müssen die Aargauer nicht mehr zittern. Dank dem Rückzug der Solothurner profitieren sie gar doppelt. Denn wenn die erste Mannschaft abgestiegen wäre, hätte auch Argovias NLB-Team absteigen müssen. Grund: Es dürfen nicht zwei Teams desselben Vereins in derselben Liga starten.

Solothurner Probleme nicht fremd

Obwohl die Meldung für Argovia erfreulich ist, stimmt sie Präsident Adrian Bärtschi auch nachdenklich. Die Probleme der Solothurner sind den Aargauern nicht fremd. Solothurns Rückzug lässt sich an drei Gründen festmachen. Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors fehlt das Geld, es fehlt der Nachwuchs und in der Region herrscht ein Desinteresse am Spitzensport Badminton. «Wir kämpfen mit ähnlichen Problemen», sagt Bärtschi. Zwar sei man nicht von einem einzigen Sponsor abhängig, da man breiter abgestützt sei. «Aber es ist ein Überlebenskampf», gesteht Bärtschi, «in Randsportarten Sponsoren zu finden ist extrem schwierig.» Selbst der Schweizer-Meister-Titel brachte nicht den erlösenden Aufschwung, sondern gerade mal einen zusätzlichen Sponsor.

Wettrüsten mit den Ausländern

Die Szene krankt auch am Einsatz teurer Ausländer. «Diesbezüglich waren wir letzte Saison womöglich ein schlechtes Vorbild», sagt Bärtschi selbstkritisch. Es fand ein allgemeines Wettrüsten statt. Vielleicht hat Solothurns Rückzug gar heilende Wirkung. Der Anteil einheimischer Spieler soll erhöht werden. Schon in der kommenden Saison müssen pro Begegnung sechs statt wie bisher fünf Spiele mit Schweizer Beteiligung ausgetragen werden. Und an Nachwuchs-Cracks mit NLA-Ambitionen mangelt es den Aargauern nicht. Zudem ist gut möglich, dass der eine oder andere Spieler aus Solothurn den Weg in den Aargau findet. «Wir sind am Vorsondieren», sagt Bärtschi dazu.

Spärliches Zuschauerinteresse

Auch beim Zuschaueraufmarsch besteht noch Steigerungspotenzial. Zwar trägt das Team Argovia seit dieser Saison seine Heimspiele in der modernen Burkertsmatt aus. Doch in der neuen Heimat auf dem Mutschellen hält sich das Interesse und der Bekanntheitsgrad im Rahmen. «Wo wir nächste Saison spielen werden, ist noch offen», sagt Bärtschi. Klar ist indes, dass es am letzten Spieltag dieser Saison in der Burkertsmatt ein besonderes Spiel geben wird. Am 2. März empfängt das Team Argovia die Solothurner zu deren Abschiedsvorstellung. Vor einem Jahr stand man sich noch in den Halbfinals gegenüber. Nun heisst das Duell Letzter gegen Vorletzter. Wobei der Vorletzte freiwillig von der Bildfläche verschwinden wird.