Eishockey
Matthias Rossi rockt neuerdings in der Nationalliga A

Auf diese Saison hin wechselte Rossi von den Konkurs gegangenen EHC Basel Sharks zum EHC Biel in die NLA. Die guten Leistungen des Aargauers in Biel zinsten nunbereits in einer vorzeitigen Vertragsverlängerung

Daniel Monnin
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Matthias Rossi (rechts) erkämpfte sich in Biel einen Stammplatz.

Matthias Rossi (rechts) erkämpfte sich in Biel einen Stammplatz.

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Er ist der eigentliche Profiteur des Konkurses der Basel Sharks: Matthias Rossi, der 23-jährige Aargauer. Während die meisten seiner ehemaligen Kollegen in der NLB (mit)spielen oder gar in der 1. Liga den Ton angeben, rockt der massige Flügelstürmer mit Gardemassen (185 cm/101 kg) – meist in skandinavischer oder kanadischer Begleitung – die NLA. Und das mit beträchtlichem Erfolg, auch wenn er selber noch nicht «so richtig zufrieden ist», weil ihm noch die Konstanz abgehe.

Immerhin haben seine Leistungen die Bieler Verantwortlichen positiv überrascht, und diese Überraschung endete vor Wochenfrist in einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis Ende Saison 2016/2017. «Eigentlich», sagt Biel-Sportchef Martin Steinegger, «hatten wir ihn bereits letzte Saison mehrmals beobachtet und wollten ihn für die Saison 2015/2016, nach seinem Vertragsende in Basel, verpflichten.» Mit dem Konkurs ging alles viel schneller als erwartet. «Innert Wochenfrist» sei alles klar gewesen, erinnert sich Rossi, der einen Tag nach dem Bekanntwerden des Konkurses in Basel in seiner Wohnung ohne Strom dastand.

In Basel zum Skorer gereift

«Die haben ihn einfach abgestellt», blickt er heute lächelnd auf die schwärzeste Phase in seinem Leben zurück. Nun, die Sonne ging für den Menziker, der als Junior über seinen Stammverein SC Reinach zum EV Zug kam, nur Tage später wieder auf – und scheint seither praktisch durchgehend. Seit Mitte Juli wohnt er mit seiner Freundin in Ipsach am Bielersee und lebt seinen Traum, den er früher bescheiden und situationsgerecht interpretiert hatte.

Vor seinem Wechsel auf die letzte Saison zu den Basel Sharks bestritt der damals 22-Jährige in drei Saisons bereits 72 NLA-Spiele mit dem EV Zug, Tore gelangen ihm in dieser Zeit aber keine. Seine Skorerqualitäten zeigte er erst in Basel, mit 21 Toren und 9 Assists hisste sich der Youngster in die Top 3 der Schweizer Spieler.

Zwei Varianten für die NLA

Dass er durchaus in der NLA mithalten könnte, bewies er in der Ligaqualifikation mit den Rapperswil-Jona Lakers mit guten Leistungen und vier Punkten in zwölf Spielen. «Eigentlich wollte Rappi mich behalten», erinnert sich Rossi, «aber ich war überzeugt, dass ein weiteres Jahr in der NLB besser für meine Entwicklung war.» Die Lakers wiederholten ihr Interesse sofort nach Bekanntwerden des Konkurses, zusammen mit Biel. «Ich habe mich relativ schnell für Biel entschieden, weil man mir zu verstehen gegeben hat, dass man mich unbedingt will.» Der Entscheid hat sich ausbezahlt.

19 Spiele in Folge hat Matthias Rossi für Biel bestritten. Ausgerechnet im ersten Spiel nach seiner Vertragsverlängerung blieb ihm allerdings nur ein Tribünenplatz. «Der Trainer entscheidet, wer spielt. Er meinte, er wolle ein wenig rotieren.» Ein Spiel später stand Rossi wieder in der Startformation und dankte seinem Trainer die «Rotationspause» mit einem wichtigen Tor in der Leventina. Mittlerweile ist er bei vier Toren und fünf Assists angelangt und liegt in der internen Bieler Skorerliste hinter dem Baselbieter Oliver Kamber als zweiter Schweizer (!) auf Rang 6.

Rossi hat noch viel Luft nach oben

Im Gegensatz zu vielen seiner Altersgenossen gehörte Rossi nie einer Junioren-Nationalmannschaft an. Das Vertrauen der Bieler Techniker in seine Fähigkeiten gibt ihm jenes Selbstvertrauen, das ihn auf seinem weiteren Weg begleiten soll. Er habe noch viel Luft nach oben, urteilte Sportchef Steinegger, Rossi nimmts zufrieden zur Kenntnis und meint trocken: «Ja, Entwicklungspotenzial ist bei mir noch einiges vorhanden.»

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