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Mathias Frank: «Antworten auf solche Fragen sind wichtig»

Die Teilnahme an zwei grossen Landesrundfahrten und ein sechster Platz an der Tour de Suisse: Der 24-jährige Lausener Mathias Frank vom BMC-Team blickt auf eine aufregende und anstrengende Saison zurück.

Andreas Fretz
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Mathias Frank. Keystone

Mathias Frank. Keystone

Mathias Frank, wo sind Sie gerade und was machen Sie?

Mathias Frank: Ich bin in Como in Italien. Nach der Lombardei-Rundfahrt am Samstag führte BMC ein Team-Meeting durch. Nun habe ich mein neues Zeitfahrvelo erhalten. Wir machen Positions-Test und ich fahre damit noch auf der Bahn. Morgen (am Mittwoch, d. Red.) kehre ich in die Schweiz zurück und lasse das Rad drei bis vier Wochen stehen.

77 Renntage und 12300 Rennkilometer stehen für eine harte Saison.

Ich glaube es waren sogar fast 90 Renntage. Mit den zwei grossen Landesrundfahrten Giro d’Italia und Vuelta kommt einiges zusammen. Es war eine lange, harte Saison und eine grosse Herausforderung. Aber ich bin sehr gut durchgekommen, ohne Verletzungen und ohne Krankheiten. Von den vielen Rennkilometern werde ich nächste Saison profitieren.

Welches war ihr Höhepunkt 2011?

Das Highligt war sicher der sechste Rang in der Gesamtwertung der Tour de Suisse. Das BMC-Team wird von Saison zu Saison grösser, da bin ich häufig als Helfer gefordert. An der Tour de Suisse bekam ich meine Freiheiten und konnte sie gut nutzen.

Traurig, dass Sie bei der Tour de France, die ihr Kollege Cadel Evans gewann, nicht dabei sein konnten?

Der Verzicht auf die Tour war Teil der Saisonplanung. Das war eigenlich okay für mich. Für meine Entwicklung waren der Giro und die Vuelta wichtiger. Aber natürlich war die Tour de France ein einmaliges erlebnis für das BMC-Team. Es wäre sicher speziell gewesen, dort hautnah dabei zu sein.

Die Vuelta war mit dem 94. Gesamtrang eine Enttäuschung.

Es lief nicht, wie ich es gerne gewollt hätte. Es war eine sehr schwere Vuelta. Ich habe gehofft, dass ich besser mitfahren kann, aber die Beine wollten nicht. Vielleicht war die Vorbereitung im kühlen Engadin für das heisse Spanien nicht optimal. Die 40 Grad machten mir zu schaffen. Immerhin schaute ein 4. Etappenrang heraus.

Und Sie konnten wichtige Erfahrungen sammeln.

Ich habe beim Giro und an der Vuelta sicher einiges gelernt. Wie reagiert mein Körper, wie muss ich mich verhalten, damit mein Körper drei Wochen übersteht? Antworten auf solche Fragen sind wichtig für meine weitere Entwicklung.

Ihr Potenzial für kleinere Rundfahrten haben Sie an der Tour de Suisse bewiesen. Was braucht es für die grossen Kracher?

Ob eine Rundfahrt eine Woche oder drei Wochen dauert, ist ein riesiger Unterschied. Für die grossen Rundfahrten braucht es mehr Erfahrung, der Körper muss sich daran gewöhnen. Ich muss auch sagen, dass der Giro und die Vuelta in diesem Jahr extrem schwierig waren. Es kann auch sein, dass ich nicht der Typ für die grossen Rundfahrten bin. Bei den dreiwöchigen Rennen stehen auch in Zukunft meine Helferdienste im Vordergrund. Bei einwöchigen Rennen kann ich mich auf mich konzentrieren, diese Rennen liegen mir, da bin ich konstant.

Ihr Vertrag bei BMC dauert bis 2013. Welches sind die Ziele für nächste Saison?

Ich habe soeben mein Programm bis im Sommer erhalten. Die Saison beginnt für mich ungewöhnlich früh mit der Tour Down Under im Januar. Mein Fokus liegt auf der Tour de Romandie und der Tour de Suisse. Bei den Ardennen-Klassikern bin ich als Helfer für Philippe Gilbert gefordert, der ab 2012 neu für unser Team fährt. Für die Tour de France bin ich auf der erweiterten Liste. Wenn meine Leistungen stimmen, hoffe ich, dabei zu sein.

Sie sind in der neuen UCI-Weltrangliste als viertbester Schweizer die Nummer 93. Was bedeutet ihnen diese Klassierung.

Die Weltrangliste ist nicht das Mass aller Dinge. Wichtiger ist es, grosse Rennen zu gewinnen. Aber es ist schon ein gutes Gefühl, zu den 100 besten Radprofis zu gehören.

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