Matchbericht
Keine Tore im Brügglifeld: FC Aarau kann sich für grossen Aufwand nicht belohnen

Im zweiten Heimspiel dieser Woche kommt der FC Aarau gegen den FC Winterthur nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Die Hausherren haben zwar mehr vom Spiel, können sich dabei aber zu wenig zwingende Chancen erarbeiten. Damit verpassen die Aarauer eine gute Gelegenheit, um auf den Barrageplatz Boden gut zu machen.

Sebastian Wendel
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Der FC Winterthur dürfte mit dem Punktgewinn einigermassen zufrieden sein.
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Grosse Enttäuschung bei Almeida: Der Rückkehrer vergibt im zweiten Durchgang die besten Chancen.
Der FC Aarau hat im zweiten Abschnitt mehr vom Spiel.
Liridon Balaj mit vollem Einsatz.
Bastien Conus veruscht sich gegen Samuel Ballet durchzusetzen.
Innenverteidiger Jérôme Thiesson in ungewohntem Terrain.
Es mangelt auch im zweiten Durchgang an zwingenden Torchancen.
Filip Stojilkovic kann sich nur selten in Szene setzen.
Mickael Almeida ist auch in der zweiten Halbzeit ein Aktivposten bei den Aarauern.
In der ereignisarmen ersten Halbzeit will keinem Team ein Tor gelingen.
Der FC Aarau bringt in der ersten Halbzeit lediglich einen Schuss aufs Winterthurer Tor.
Auch Mickael Almeida kann in der ersten Halbzeit für keine Gefahr sorgen.
Bastien Conus versucht sich durchzusetzen.
Kaum spannende Szenen im Brügglifeld.
Liridon Balaj wird regelwidrig gestoppt.
Geniesst derzeit das Vertrauen von Stephan Keller: Rückkehrer Mickael Almeida.
Olivier Jäckle legt den Vorwärtsgang ein.

Der FC Winterthur dürfte mit dem Punktgewinn einigermassen zufrieden sein.

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Aarau gegen Winterthur – eine Affiche, die in der Vergangenheit wie keine andere für Tore stand. Es war am 26. November 2012, als die beiden Mannschaften sich zum vorerst letzten Mal 0:0 trennten. Drei Spieler, die damals für Aarau auf dem Platz standen, sind noch heute aktiv: Olivier Jäckle für den FCA, Roman Buess und Davide Callà mittlerweile für die Winterthurer.

Das letzte 0:0-Unentschieden zwischen Aarau und Winterthur gab es vor über acht Jahren - Olivier Jäckle spielte damals schon im FCA-Dress.

Das letzte 0:0-Unentschieden zwischen Aarau und Winterthur gab es vor über acht Jahren - Olivier Jäckle spielte damals schon im FCA-Dress.

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Seit diesem 0:0 am 17. Spieltag der Saison 2012/13 standen sich Aarau und Winterthur 24 Mal gegenüber – und jedes Mal fiel mindestens ein Tor. Die Regel waren jedoch Partien mit viel Unterhaltungswert und treffsicheren Angriffsreihen, in dieser Saison gewann Winterthur am 2. Spieltag 5:2, am 11. Spieltag der FC Aarau 3:1.

Enzler verhindert frühen Rückstand

Wegen dieser Vorgeschichte und wegen der Tatsache, dass Aarau die beste Offensive der Liga stellt, durfte man getrost auch beim dritten Aufeinandertreffen in der laufenden Spielzeit das eine oder andere Tor erwarten.

Und in der 2. Minute wäre es auch beinahe schon soweit gewesen: Nach einem Fauxpas von Aarau-Captain Jäckle landete der Ball beim Gäste-Stürmer Sayfallah Ltaief, der seinen Meister jedoch im hervorragend reagierenden Goalie Simon Enzler fand.

Der FCA konnte sich in der ersten Halbzeit praktisch keine zwingenden Chancen herausspielen.

Der FCA konnte sich in der ersten Halbzeit praktisch keine zwingenden Chancen herausspielen.

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Wer nun endgültig überzeugt war, es erwarte ihn in den kommenden eineinhalb Stunden ein rauschendes Hin und Her, der wurde enttäuscht: Bis zum Pausenpfiff nämlich passierte in beiden Strafräumen nichts mehr.

Aus Aarauer Sicht hatte dies zwei Gründe: Da war im Gegensatz zum vergangenen Dienstag, als Xamax beim 4:0 dem FCA hinten und vorne zu viele Freiräume zugestand, mit Winterthur ein Gegner auf dem Platz, der früh attackierte. Und so das Kurzpassspiel des Heimteams gar nicht erst zuliess.

Gelang es dann doch einmal, das Mittelfeld zu überspielen, fehlte es im letzten Drittel an Genauigkeit und Durchsetzungsvermögen in den Zweikämpfen.

Mehr Mut nach der Pause bringt die Torchancen

In der ersten Halbzeit hat sich der FC Aarau ein Tor schlichtweg nicht verdient. Und nach dem Seitenwechsel? Brennt das Heimteam ebenfalls kein Offensivfeuerwerk ab.

Doch immerhin ist nun mehr Mut zu erkennen, mehr Stringenz in den Angriffen und prompt bieten sich Chancen, das Spiel zu gewinnen: Liridon Balaj, Mickael Almeida mit zwei sehenswerten Distanzschüssen und Jérôme Thiesson aber scheitern am gut aufgelegten Winterthur-Goalie Dario Marzino.

Mickael Almeida zeigte eine auffällige Partie, agierte jedoch im Abschluss unglücklich.

Mickael Almeida zeigte eine auffällige Partie, agierte jedoch im Abschluss unglücklich.

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Hätte einer des Quartetts reüssiert, hätte es am Ende geheissen, der FCA hätte im Stil einer Spitzenmannschaft Geduld bewiesen und im entscheidenden Moment zugeschlagen. So aber ist das erste 0:0 zwischen Aarau und Winterthur nach über acht Jahren einerseits ein unerwartetes, wegen der an diesem Abend harmlosen Offensivreihen aber genauso ein logisches Resultat.

Zug an die Tabellenspitze noch nicht abgefahren

Das Gute aus Aarauer Sicht ist neben der Tatsache, zum vierten Mal in dieser Saison kein Gegentor erhalten zu haben: Die Teams in der vorderen Tabellenhälfte liegen eng beieinander und werden sich in den Spielen gegeneinander immer wieder Punkte abnehmen.

Donat Rrudhani und Co. treffen am nächsten Dienstag auf den FC Thun.

Donat Rrudhani und Co. treffen am nächsten Dienstag auf den FC Thun.

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Bereits am kommenden Dienstag trifft Aarau mit Thun auf einen ebensolchen Direktkonkurrenten, der mit vier Zählern Vorsprung ins Brügglifeld reisen wird. Der Zug nach oben ist für die ambitionierten Aarauer also noch längst nicht abgefahren.

Übrigens: Am Ende der Saison 2012/13, in der bis zum gestrigen Tag letztmals ein Duell zwischen Aarau und Winterthur 0:0 endete, stieg der FC Aarau in die Super League auf...

Matchtelegramm

FC Aarau - FC Winterthur 0:0

Brügglifeld. - 5 Zuschauer. - SR: Staubli. - Tore: Fehlanzeige.
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Balaj (72. Aratore), Jäckle, Schwegler, Rrudhani; Almeida (90. Hammerich), Stojilkovic (64. Schneider).
Winterthur: Marzino; Gantenbein, Baak, Kamberi, Wittwer; Isik (69. Kriz), Schüpbach (81. Lekaj); Ltaief (61. Ballet), Pepsi (61. Alves), Ramizi; Buess.
Bemerkungen: Aarau ohne Gashi, Schindelholz (beide krank), Ammeter, Avdyli, Hajdari, Peralta, Qollaku, Spadanuda, Thaler und Verboom (alle verletzt). Winterthur ohne Omerovic (gesperrt), Arnold, Callà, Costinha, Dakaj, Gonçalves, Muci, Nezaj, Pauli, Roth, Spiegel (alle verletzt), Di Nucci, Hammer, Rama und Volkart (alle nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 13. Isik, 66. Balaj, 86. Schneider (alle Foulspiel).

Das sind die Noten zur Partie:

Simon Enzler, Note 5: Er bewahrte seine Mannschaft mit einer Superparade vor einem frühen Rückstand. Und hatte zudem ein paar starke Szenen mit dem Ball am Fuss.
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Raoul Giger, Note 4: Defensiv ein sehr solide Auftritt, aber im Spiel nach vorne kam nicht viel.
Jerome Thiesson, Note 4,5: Er zeigte eine unauffällige Partie, aber Fehler unterliefen ihm keine. In der 76. Minute hatte er den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am reflexstarken Goalie Marzino.
Leon Bergsma, Note 4,5: Der Abwehrchef ist definitiv ein feiner Techniker, allerdings übertreibt er es manchmal mit dem Risiko.
Bastien Conus, Note 4,5: Der Linksverteidiger zeigte eine solide Leistung. Offenbarte aber technische Mängel.
Liridon Balaj, Note 4: Der trickreiche Flügelstürmer hatte einige gute Szenen, aber im Abschluss war er viel zu harmlos.
Olivier Jäckle, Note 4: Der Ballverteiler leistete sich einige Fehlpässe ohne Not. Bei weitem nicht so souverän wie beim 4:0-Sieg drei Tage davor gegen Xamax.
Silvan Schwegler, Note 4: Zeigte eine ansprechende erste Halbzeit, dann aber baute er stark ab.
Donat Rrudhani, Note 4: Mit Höhen und Tiefen. In den Zweikämpfen muss er bissiger werden.
Filip Stojilkovic, Note 3,5: Er konnte sich nicht in Szene setzen, bekam aber auch fast keine Bälle.
Mickael Almeida, Note 4,5: Der Portugiese kam nur langsam auf Touren, bewies allerdings in der zweiten Halbzeit mit zwei schönen Abschlussversuchen seine Klasse.
Randy Schneider, keine Note: Er konnte sich nicht in Szene setzen, bekam aber auch fast keine Bälle.
Marco Aratore, Keine Note: Er kam in der 72. Minute für Liridon Balaj. Zu kurzer Einsatz für eine Note.
Mats Hammerich, keine Note: Er kam in der 90. Minute für Mickael Almeida. Keine Note.

Simon Enzler, Note 5: Er bewahrte seine Mannschaft mit einer Superparade vor einem frühen Rückstand. Und hatte zudem ein paar starke Szenen mit dem Ball am Fuss.

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Das sind die Stimmen zur Partie:

Spiel verpasst? Lesen sie den Verlauf der Partie bei uns im Ticker nach: