Laufsport

Maskottchen «Cooly» und ein Australier heizen Bremgarten ein

Maskottchen «Cooly» sorgte am Reusslauf für Stimmung.

Maskottchen «Cooly» sorgte am Reusslauf für Stimmung.

3144 Läuferinnen und Läufer überquerten bei eisigen Bedingungen die Ziellinie des Bremgarter Reusslaufs. Clint Perret aus Australien wiederholte souverän seinen Vorjahressieg. OL-Weltmeister Matthais Kyburz wurde Vierter.

Wie wohl sich die Kult-Kuh «Cooly» in der Saukälte von Bremgarten fühlte, ist nicht im Wortlaut überliefert. Aber das Maskottchen der Leichtathletik-EM 2014 erwärmte am Reusslauf so manches Kinderherz. Trotz «Cooly» zogen einige Athleten die warme Stube den Minustemperaturen vor. 3716 Läuferinnen und Läufer hatten sich angemeldet, 3166 fanden sich am Start ein, 3144 überquerten die Ziellinie. «Die Grippewelle und die Kälte forderten ihren Tribut», sagte OK-Präsident Stefan Gut, «das ist unser Los mit der Austragung im Februar.» Mit der Teilnehmerzahl zeigte sich Gut dennoch zufrieden. Gut präpariert war auch die 11 Kilometer lange Strecke. Kein Schnee, kein Eis. Das OK und die 100 Helfer erhielten von den Läufern viel Lob für ihren unermüdlichen Einsatz.

Streckenrekord ausser Reichweite

Der Einsatz von Sieger Clint Perret dauerte 33:31 Minuten. Seinen Streckenrekord aus dem Vorjahr verpasste der Australier um 1:04 Minuten. «Für einen Rekord war es heute einfach zu kalt», sagte der 29-Jährige. Auch ein ausgedehntes Warm-up und die richtige Kleidung halfen da nur wenig. Der Mann aus Melbourne ist sich angenehmere Temperaturen gewohnt. «Down under sinkt das Thermometer kaum unter den Gefrierpunkt. In meiner Heimat ist es eigentlich nie kälter als 7 oder 8 Grad», sagte Perret.

Seit drei Jahren in der Schweiz

Überraschen lässt sich Perret vom Schweizer Winter längst nicht mehr. Vor drei Jahren zog der Mittel- und Langstreckenspezialist der Liebe wegen ins Alpenland. Seit einem Monat haust Perret im aargauischen Ennetbaden. Zuvor wohnte das Mitglied des LC Basel in Münchenstein. In Baden arbeitet Perret als Sportlehrer an der Zurich International School. Den 31. Bremgarter Reusslauf nutzte er zum Warmlaufen. Die nächsten Ziele des Australiers sind der Halbmarathon in Paris und der Marathon in Hamburg. Die Europameisterschaften 2014 in Zürich sind für Perret kein Thema, die WM in Moskau und die Commonwealth Games in Glasgow umso mehr. Um sich zu qualifizieren, will er seine Marathon-Bestzeit von 2:17 Stunden weiter senken.

OL-Weltmeister neben dem Podest

In Bremgarten lieferte sich ein Trio auf den ersten sechs Kilometern einen harten Abnützungskampf. Dann erhöhte Perret die Pace. Im Ziel betrug sein Vorsprung auf den Äthiopier Kadi Nesero, den Sieger von 2011 und ehemaligen Inhaber des Streckenrekords, 22 Sekunden. Dritter der Gesamtwertung wurde Neseros Landsmann Guta Fikiru. OL-Weltmeister Matthias Kyburz aus Möhlin verpasste als Vierter das Podest um knappe fünf Sekunden.

Siegerin ohne Handschuhe

Im Rennen der Frauen lief Ursula Spielmann-Jeitziner einem ungefährdeten Sieg entgegen. Für die 40-Jährige aus Spiez war es nach 2001 und 2007 der dritte Sieg am Reusslauf. Sie führte ein einsames Rennen und einen erbitterten Kampf gegen die Kälte. «Ich habe heute nur einen Fehler begangen», sagte sie. «Als vor dem Start kurz die Sonne hervorschaute, entschied ich mich, ohne Handschuhe zu laufen. Ein Entscheid, den ich schnell bereute.» Maskottchen «Cooly» dürfte es in seinem Fellkostüm besser ergangen sein. Doch an den EM im August sollte die Kult-Kuh eher mit einer Affenhitze rechnen.

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