Handball
Mark Schelbert ist kein Schosshund des Trainers

Mark Schelbert ist bei Suhr Aarau Chef auf und neben dem Spielfeld. Schelbert ist in seiner dritten Saison bei Suhr Aarau besonders gefordert, der der 25-jährige macht nebst dem Sport auch noch eine Lehre als Metallbauer.

Ruedi Kuhn
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Der neue Captain des HSC Suhr Aarau: Der 25-jährige Mark Schelbert.

Der neue Captain des HSC Suhr Aarau: Der 25-jährige Mark Schelbert.

Alexander Wagner

Mark Schelbert ist ein spezieller Typ. Doppelbelastungen machen ihm nichts aus. Im Gegenteil. Sie spornen ihn zu Höchstleistungen an. So war er nach der Matura nicht nur Spitzensportler, sondern schloss 2011 auch ein fünfjähriges Sportstudium ab. Seit August dieses Jahres arbeitet er als Metallbauer-Lehrling. Lehrling? Und das im Alter von 25 Jahren? Schelbert lächelt und sagt: «Ich will zwei Ausbildungen. Ob ich später als Turn- und Sportlehrer oder als Handwerker arbeiten werde, weiss ich nicht. Eines aber weiss ich ganz bestimmt», fügt er hinzu. «Geld verdienen kann ich immer noch.»

Klare Worte eines jungen Mannes, der es nicht nur im Kopf, sondern auch in den Händen hat. Momentan geht es für Schelbert Schlag auf Schlag. Um 5 Uhr in der Früh ist Tagwache. Knapp zwei Stunden später legt der Handwerker los. Kurz vor 17 Uhr ist Schluss. Dann macht er sich bereit für das Training um 17.30 Uhr. Dreimal in der Woche gehts in die Halle, einmal in den Kraftraum: Schelbert ist in seiner dritten Saison bei Suhr Aarau also besonders gefordert.

Start gegen seinen Ex-Klub

Auf dem Spielfeld gilt der Allrounder als unumstrittener Chef. Morgen wird er im Derby gegen den TV Endingen erstmals als Captain in Erscheinung treten. «Dass mich die Teamkollegen zum Spielführer gewählt haben bedeutet mir viel», sagt Schelbert. «Ich bin in dieser Position nicht der Schosshund des Trainers. Ich möchte die Mannschaft führen und für die jungen Spieler ein Vorbild sein.» Dass Schelbert Suhr Aarau trotz des Abstiegs letzte Saison und trotz des Umbruchs die Treue gehalten hat, verdient Respekt und Anerkennung. Dank seiner Klasse könnte er durchaus in der NLA spielen.

Dass es für Suhr Aarau zum Saisonauftakt gegen den Kantonsrivalen TV Endingen geht, ist für Schelbert eine besondere Herausforderung. Schliesslich spielte der Rechtshänder in der Saison 2009/10 für Endingen. Wer ist Favorit? «Bei Derbys weiss man nie so genau», sagt Schelbert. «Wir sind bereit und wollen gewinnen. Es wird nicht einfach, denn Endingen hat eine gute Mannschaft.»