Schwingen
Mario Thürig gewinnt auf dem letzten Zacken

Mario Thürig hat den Lenzburger Hallenschwinget in Brunegg zum fünften Mal gewonnen. Der 30-jährige Eidgenosse aus Möriken überstand im Schlussgang gegen René Suppiger heikle Szenen.

Wolfgang Rytz
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Mario Thürig gewann mit Heimvorteil.

Mario Thürig gewann mit Heimvorteil.

Keystone

Co-Favorit Christoph Bieris Ärger war auch nach dem Duschen noch nicht abgeklungen. «Der Schwingklub Lenzburg kann die Rangliste ja schon am Vormittag schreiben.» Der «Böse» aus Untersiggenthal zeigte wenig Verständnis für die Einteilung durch Mario Thürigs Bruder Guido.

Die Crux der Geschichte lag im «gestellten» Startgang von Bieri. Der aufstrebende Nick Alpiger leistete Klubkollege Mario Thürig wertvolle Schützenhilfe und liess sich vom zweiten «Eidgenossen» im Teilnehmerfeld nicht bezwingen. Im Gegenteil: Am Schluss stand Alpiger unmittelbar vor dem Sieg, als die Zeit ablief.

Der Ärger von Christoph Bieri

Nach vier Gängen führte Thürig mit einem Punkt Vorsprung auf Bieri. Die Ranglistenkonstellation liess zum Unmut von Bieri keine andere Einteilungsmöglichkeit als das Direktduell der beiden eidgenössischen Kranzschwinger zu. Ohne grosse Probleme neutralisierte Thürig die Angriffsversuche des Untersiggenthalers, womit dieser aus der Entscheidung fiel.

Im Schlussgang stand Thürig nochmals René Suppiger gegenüber. Den Luzerner Gast hatte er im ersten Gang souverän bezwungen. Suppiger korrigierte seine Taktik für die Revanche und konterte die Kurz- respektive Wyberhakenversuche des einheimischen Favoriten. Zweimal geriet Thürig in grosse Not. Einmal drehte er sich nach einem Brienzer von Suppiger in der Luft aus, danach schraubte er sich in der Unterlage auf wundersame Weise in die Bauchlage.

Zum Schluss zeigte sich das Kampfgericht gnädig und schrieb beiden Schwingern die Note 9,00, womit Mario Thürig als alleiniger Festsieger hervorging. Entsprechend freute er sich über den fünften Triumph beim vereinseigenen Hallenschwinget. «Nach der Verletzung am Kilchberger Schwinget Ende letzter Saison bin ich sehr zufrieden mit dem Saisonstart 2015.» Er sei zuletzt überrascht worden von der starken Gegenwehr Suppigers. «Er hat sich ausgezeichnet auf meine Angriffe eingestellt.»

Bieri blieb als schwacher Trost Rang 2, nachdem er im sechsten Gang mit der Wut im Bauch den Baselbieter Defensivspezialisten Andreas Henzer auf den Rücken gedreht hatte.

Brunegg. Hallenschwinget (68 Schwinger/1000 Zuschauer). Schlussgang: Mario Thürig (Möriken) gegen René Suppiger (Sursee) nach 10 Minuten gestellt. Rangliste: 1. Thürig 57,50. 2. Christoph Bieri und Nick Alpiger (Staufen) je 57,25. 3. Patrick Räbmatter (Uerkheim) 57,00. 4. Suppiger 56,75. 5. David Schmid (Wittnau) 56,50. 6. Christian Odermatt (Ennetmoos) und Franz Kramer (Schlatt) je 56,25.