Mit Mario Spengler aus Thayngen, dem äussersten Zipfel des Kantons Schaffhausen, gewann der drittjüngste Teilnehmer das Hauptrennen von Gansingen. Spengler duellierte sich während der ganzen 100 Runden mit dem um zehn Jahren älteren Deutschen Jonas Schmeiser. Der aus dem Allgäu stammende Deutsche arbeitet und lebt in Dornbirn im Voralberg und fährt deswegen häufig in der Schweiz: «An die Schweizer Rennen ist es für mich nur ein Katzensprung. Ich fahre auch gerne in der Schweiz, weil die Rennen gut organisiert sind und es meistens auch ein schönes Preisgeld gibt». Schmeiser hatte in Mai in Diessenhofen, wo der Verein von Mario Spengler regelmässig das Auffahrts-Kriterium durchführt, gewonnen und war beim Kriterium von Mauren FL am 1. Mai auf den dritten Rang gefahren.

Da Spengler wegen eines Auslandstarts an seinem Heimrennen nicht starten konnte, nahm er nun in Gansingen am Sieger seines Hauptrennens aus Deutschland Revanche. «Es war nicht beabsichtigt, dass es in Gansingen zu einem Duell zwischen Schmeiser und mir kommen sollte. Vielmehr war es einfach so, dass wir die beiden Stärksten im Feld waren», berichtete Spengler nach dem Rennen.

Ab in die Offensive

Da weder Spengler noch Schmeiser ein Team im Rücken hatten, mussten sie nach Spengler in die Offensive: «Angriff ist die beste Verteidigung. Deshalb versuchten wir einen Rundengewinn zu erzielen, was Schmeiser und mir auch gelang. Allerdings war das Rennen auch für uns schwer. Der Aufstieg zur Kirche, der 100-Mal bewältigt werden musste, tat schon weh. Weil es dann gerade wieder runter ging und die Steigung schon wieder da war, gab es fast keine Erholungsphase».

Da Mario Spengler als grosses Rad-Talent gilt - er gewann in dieser Saison bereits die Strassenrennen von Rain und Knutwil und war am Pfingstrennen von Ehrendingen der grosse Animator - und auch fürs BMC-Nachwuchsteam fährt, gab er sich am Samstag keine Blösse. Am Schluss schwang er mit drei Punkten Vorsprung vor Schmeiser obenaus. Er war froh, dass er nicht mehr in den Schlussspurt eingreifen musste: «Nach der Vorausfahrt und der Überrundung waren wir beide etwas kaputt. Ich sah, dass Schmeiser am Schluss nicht mehr spurten konnte. So musste auch ich nicht mehr in den Sprint um die letzte doppelt zählende Wertung eingreifen». Mit einem Spitzenrang in der letzten Wertung hätte Schmeiser seinen Gegner noch vom Siegerpodest stossen können. Dazu kam es allerdings nicht mehr.

So konnte sich Jan-André Freuler als bester Punktesammler des Feldes mit 33 Zählern auf den dritten Rang und damit aufs Podest des Gansinger Rennens vorschieben. Cyrill Kunz (Elgg) und Colin Stüssi (Näfels) hatten auf den letzten Runden vergeblich versucht, Freuler diesen Rang streitig zu machen. Sie mussten sich mit dem Plätzen knapp neben dem Podest zufrieden geben.

Das Rennen der Junioren wurde von Alex Vogel (Mitte) vor Jérome Hug (links) und dem Aargau Nico Eichenberger, Gränichen (ganz rechts) gewonnen. Als beste Frau kam Lokalmatadorin Sandra Weiss, Sulz (ganz links) als Siebte ins Ziel.

Das Rennen der Junioren wurde von Alex Vogel (Mitte) vor Jérome Hug (links) und dem Aargau Nico Eichenberger, Gränichen (ganz rechts) gewonnen. Als beste Frau kam Lokalmatadorin Sandra Weiss, Sulz (ganz links) als Siebte ins Ziel.

Junioren, Frauen und Schüler

Der VMC Gansingen, der zusammen mit dem RV Sulz eine Radsportschule betreibt und damit einiges für den Nachwuchs tut, war sich natürlich nicht zu schade, neben dem Kriterium der Elite und Amateure auch noch Rennen für den Nachwuchs durchzuführen. Für die Schüler wurde ein zur Schweizer Schülermeisterschaft zählender Lauf durchgeführt. Wie gewohnt besteht ein solcher Meisterschaftslauf nicht nur aus dem Radrennen, sondern auch aus dem Geschicklichkeitsparcours.

Zur Freude der Zuschauer konnten sich gleich zwei einheimische Schüler als Sieger feiern lassen. Dominik Weiss (Sulz) gewann bei den Jahrgängen 2002 und 2003. Nicola Zumsteg (Gansingen) schwang bei den Jahrgängen 2006 und 2007 obenaus. Mit Louis Munk (Gansingen) gewann auch ein Einheimischer das Rennen der Piccolos. Das Rennen der Jahrgänge 2004 und 2005 entschied Noah Obrist (Affoltern) im Spurt gegen den ihm körperlich unterlegenen Jan Christen (Gippingen) zu seinen Gunsten. Auf dem Geschicklichkeitsparcours war dann Christen wieder vorne. Damit verteidigte er den Spitzenplatz in der Schülermeisterschaft.

Das Rennen der Junioren wurde eine Beute von Alex Vogel (Elgg). Zusammen mit Jérome Hug (Sursee) gelang wie im Hauptrennen auch hier einem Duo die Überrundung des Feldes. Als bester des geschlagenen Feldes schaffte Nico Eichenberger (Gränichen) als Dritter noch den Sprung aufs Podest. Eichenberger fährt zwar in erster Linie Mountain-Bike-Rennen. Gute Resultate in Strassenrennen und in Kriterien soll ihm im Team «Aargau» noch zu einem Startplatz für den anfangs September stattfindenden GP Rüebliland verhelfen.

Im Rennen der Junioren starteten auch die Frauen. Als beste Amazone kam Lokalmatadorin Sandra Weiss (Sulz) auf den siebten Rang. Sie durfte sich damit als Siegerin des Frauenrennens feiern lassen.