Challenge League

Marco Schneuwlys Wiedergeburt: Der FC Aarau und der FC Winterthur trennen sich im Brügglifeld 2:2

In der sechzehnten Runde der Challenge League trifft der FC Aarau im heimischen Brügglifeld auf den FC Winterthur. Nach dem torlosen Remis gegen GC kann der FCA erneut beweisen, dass er auch mit den Spitzenteams mithalten kann. Die beiden Mannschaften trennen sich 2:2.

Was zeichnete Marco Schneuwly in früheren Jahren und in seiner Zeit als Goalgetter aus? Der Torinstinkt! Der Fribourger stand in heissen Szenen vor dem gegnerischen Gehäuse fast immer am richtigen Ort.

Und so schoss er in den knapp 14 Super-League-Jahren bei den Young Boys, Thun, Luzern und Sion insgesamt satte 103 Tore. Zuletzt wurde es allerdings immer ruhiger um Schneuwly. Mehr noch. Der 34-Jährige geriet beim FC Aarau wegen seiner Ladehemmung in den vergangenen eineinhalb Jahren je länger, je mehr ins Kreuzfeuer der Kritik.

Am Freitagabend im Brügglifeld war der Mittelstürmer des FC Aarau wieder einmal die grosse Nummer. Die ganz grosse Nummer sogar! Seine zwei Abstauber-Tore in der 25. und 63. Minute sicherten dem FC Aarau ein 2:2 und damit einen Punkt.

Mit etwas mehr Kaltblütigkeit

Nun ist es nicht so, dass der FC Aarau diesen Punkt gestohlen hat. Nein! Aber der FC Winterthur hätte das Spiel mit etwas mehr Kaltblütigkeit schon in den Startminuten entscheiden müssen. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde hätten die am Anfang voll auf Offensive eingestellten Gäste 3:0 führen können, wenn nicht müssen.

Der FC Winterthur also dominierte im Brügglifeld vor 2613 Zuschauern die Startphase, ja er spielte den in der Anfangsphase unkonzentrierten, ja wirren Gegner buchstäblich an die Wand. Luka Sliskovic vergab nach zehn Minuten die erste Grosschance für die Zürcher.

Fünf Minuten später gelang dem Österreicher im Dress der Zürcher das 1:0. Kurze Zeit später scheiterte Davide Callà mit einem Abschlussversuch aus kürzester Distanz an Nicholas Ammeter. Und dann war es erneut Callà, der im 18-jährigen Torhüter des FC Aarau, Nicholas Ammeter, seinen Meister fand.

Aarau verschläft auch den Beginn der zweiten Halbzeit

Und was machte eigentlich der FC Aarau? Zu Beginn nichts! Es dauerte bis zur 25. Minute, ehe die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen ein Lebenszeichen von sich gab. Dann aber ging die Post ab.   Olivier Jäckle lancierte auf der rechten Seite Raoul Giger, der zur Mitte flankte. Stefan Maierhofer markierte im Fünfmeterraum Präsenz.

Das sagen Doppeltorschütze Marco Schneuwly und Cheftrainer Patrick Rahmen zum 2:2 gegen den FC Winterthur:

Der Ball flog in Richtung Marco Schneuwly, der aus acht Metern zum zwischenzeitlichen 1:1 traf. Nun brachen aus Sicht der Aarauer alle Dämme: Yvan Alounga und Schneuwly hatten noch vor der Pause das 2:1 auf dem Fuss. Das wäre mit Blick auf den Spielverlauf in der ersten Halbzeit allerdings des Guten zu viel gewesen.

Statt den Schwung mitzunehmen, verschlief der FC Aarau auch den Beginn der zweiten Halbzeit – und bekam prompt die Quittung: Nach einer Flanke von Callà brachte der grippegeschwächte Roman Buess Winterthur zum zweiten Mal in Führung. Dann aber ging erneut ein Ruck durch die Aarauer Mannschaft. Geoffroy Serey Dié vergab Sekunden nach dem Tor der Zürcher eine hochkarätige Möglichkeit.

Ohne klare Linie

Nach einer Stunde übernahm Rahmens Team das Spieldiktat. Das 2:2 lag in der Luft. Und fiel dann auch. Nach einer Massflanke von Markus Neumayr und einem Gestocher von Stefan Maierhofer traf Schneuwly zum zweiten Mal ins Schwarze. Nach 63 Minuten und Schneuwlys drittem Saisontreffer war der Mist geführt. Und obwohl noch eine halbe Stunde zu spielen war, schien es so, als seien beide Mannschaften mit dem Punktgewinn zufrieden.

Bleibt zum Schluss eine Randnotiz: Für viel Gesprächsstoff sorgte im Vorfeld der Partie die Tatsache, dass mit Fedayi San ein Aargauer als Schiedsrichter aufgeboten wurde. Der 37-jährige Fifa-Schiedsrichter zeigte in dieser Saison in der Super League starke Leistungen.

Bei Aarau – Winterthur wirkte er ungewohnt unsicher, liess es an einer klaren Linie vermissen und verdiente sich alles andere als gute Noten. Woran das wohl lag? Etwa daran, dass San auf heimischem Terrain pfeifen musste?

Sie haben das Spiel verpasst? Lesen Sie den Verlauf der Partie hier im Liveticker nach:

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