Erst in der dritten Spielminute fiel das erste Tor der Partie: Maurice Meier schoss via Kreis das 1:0. Und kaum registriert auf der Anzeigetafel, landete Mario Obad den Ausgleich, als er die Lücke in der gegnerischen Defensive gesehen hatte. Obad hatte einen Fulltime-Job, er war Spielertrainer, Spielmacher und auch Topskorer der Altdorfer Mannschaft. Unter seiner Regie versuchten die Urner viel Druck mittels Tempogegenstössen oder auch resoluten Zweikämpfen zu produzieren. Das Skore schlenderte gemächlich dahin und nie wirklich gewinnbringend für eine Mannschaft.

Bald wurde aber klar, dass Marcus Hock nicht zu seiner gewohnten Schussgefährlichkeit auflaufen konnte. Er wurde manngedeckt und seine Laufwege behindert. Aber auch Altdorfs Goalgetter Obad versenkte nur vier von zehn Versuchen, was durchaus ein gutes Zeugnis für die Möhliner Defensivarbeit ausstellt. Bezeichnend dann die langen Minuten ohne Tore ab der 9. Minute (4:3) bis zur 14. Minute, wo man sich nichts schenkte und entweder die Verteidigungen dichtmachten, oder sich dann die Torhüter gewinnbringend in Szene setzten.

Rückstand schon zur Pause

Altdorf versuchte mit einer sehr offensiven Verteidigung Möhlins Aufbau weiter zu stören. Der nächste Treffer für Möhlin durch Doormann, als Folge eines satten Passes von Kaiser zum 7:6 in der 18 Minute, zeigte aber wieder die Klasse der heimischen Mannschaft. Doch der Gegner wartete deren Jubel gar nicht erst ab, sondern blieb dicht an den Fersen der Möhliner. Und als sich deren Fehlerquote zu sehr offenbarte, hiess es in der 23. Minute mit 8:8 wieder Gleichstand, danach zur Pause sogar 9:12. In den Zuschauerrängen schwangen Mitleid, aber auch Unverständnis obenauf, wie immer in diesen unerklärlichen Phasen, die nicht das eigentliche Potential widerspiegeln, sondern eher eine Verkettung von vielfältigen, verkrampften Pechsekunden inszenieren. Aber am Pausenrückstand gab es kein Vorbeikommen.

Der zweite Abschnitt ging hektisch und spannend weiter. Rok Jelovcan parierte hinten eloquent, so dass seine Vordermänner langsam aber sicher den Rückstand aufholen konnten. Da überzeugte ein Mischa Wirthlin mit dem elften Treffer zum 11:13 oder später mit dem Anschlusstreffer zum 13:14! Auch Doormann wusste mit weiteren schön herausgespielten Würfen zu glänzen. Und als nochmals Wirthlin zum 19:17 erhöhen konnte, da hätte Möhlin weiter Boden gut machen können.

Timeout ohne Mehrwert

Aber der Konjunktiv behielt heute die ernüchternde Oberhand. Nach hart umkämpften zum Teil unübersichtlichen Minuten und wieder verpatzten Chancen, Freitag hatte eben noch das 21:19 erzielt, stand es fünf Minuten vor Spielende wieder 21:21 und ein weiterer Zittermoment bahnte sich an. Und obwohl Zoltan Cordas noch ein Timeout bezog, konnte seine Mannschaft nicht die gewohnte Palette an Antworten auf dem Spielfeld umsetzen: die Fehler häuften sich und Hock vergeigte noch den zugesprochenen Siebenmeter. Derweil nutzte Altdorf Möhlins Baisse gnadenlos aus und erzielte seinerseits die letzten beiden Tore zum Sieg. Der Applaus für den Sieger fiel verhalten aus, zu tief sass auch beim Publikum die Konsternation über das, was gerade abgelaufen war.