Aargauer Sportler des Jahres

«Man muss ja später auch noch Ziele haben»

Aargauer Sportlerin des Jahres: Mountain-Bike-Weltmeisterin Esther Süs

Aargauer Sportlerin des Jahres: Mountain-Bike-Weltmeisterin Esther Süs

Mountainbikerin Esther Süss gewinnt im Duell der Weltmeister gegen Matthias Müller Aargauer Sportler des Jahres 2010. Es sei eine sehr schöne Anerkennung, findet die Weltmeisterin.

Esther Süss, Sie haben 2010 viele Titel gewonnen. Welche Bedeutung hat jener als Aargauer Sportler des Jahres für Sie?

Esther Süss: Es ist eine schöne Anerkennung, zu wissen, dass ich und meine Leistungen auch im Aargau wahrgenommen werden. Selbst konnte ich ja nicht viel zu meiner Wahl beitragen.

Geben Sie zu: Sie haben damit gerechnet!

Nein, wirklich nicht. Ich war bereits letztes Jahr nominiert und habe damals ziemlich viel Werbung gemacht, um die Bike-Anhänger zur Abstimmung zu bewegen. Doch die Erfahrung zeigt, dass man nie abschätzen kann, wem ein Grossteil der Leser die Stimme tatsächlich gibt.

Ihre Schulkinder haben aber alle brav abgestimmt?

Ja, ja. Sie haben die Wahlbeilage in der Zeitung gesehen und mich im Unterricht gefragt, wie sie abstimmen müssen und um was genau es geht.

Wem der anderen fünf Kandidaten hätten Sie Ihre Stimme gegeben?

Eine schwierige Frage. Ich hätte sie dem Judoclub Brugg gegeben, weil ich es toll finde, wenn ein Verein junge Sportler fördert und mit diesen auch sportliche Erfolge feiern kann.

Ihr sportliches Jahr 2010 verlief fast perfekt. Können Sie 2011 überhaupt noch etwas besser machen?

Es ist tatsächlich sehr gut gelaufen. Heuer möchte ich im Cross Country so richtig Fuss fassen, denn mein Fokus richtet sich auf die Olympischen Spiele 2012 in London. Und um dort dabei zu sein, muss ich in diesem Jahr in den Rennen bereits möglichst viele Punkte sammeln.

Sie feiern am 19. März Ihren 37. Geburtstag. Wie überlisten Sie als Spitzensportlerin das Alter?

Das Alter ist letztlich nur eine Zahl, über die ich mir eigentlich gar keine Gedanken mache. Entscheidend ist, wie man sich fühlt. Und als Spitzensportlerin bin ich ja noch ziemlich jung, weil ich erst sehr spät mit Leistungssport begonnen habe.

Welche konkreten Ziele haben Sie sich für die kommende Saison gesetzt?

Ich will meinen WM-Titel im Marathon verteidigen und erneut Schweizer Meisterin im Cross Country werden. Dazu möchte ich einen grossen Schritt in Richtung London 2012 machen.

Und privat? Sie könnten zum Beispiel heiraten!

Ja, genau! Falls ich zufälligerweise 2011 ein freies Wochenende finde, könnte ich das auch noch reinquetschen. Mein intensives Zeitmanagement für den Spitzensport lässt private Projekte derzeit gar nicht zu. Diese verschiebe ich auf nach der Karriere. Man muss ja schliesslich später auch noch Ziele haben.

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