Challenge League

Maierhofer und Rossini weg: Löst der Doppel-Abgang im Sturm das Defensivproblem des FC Aarau?

Ein Bild, das in der Vorrunde viel zu oft vorkam: Die FCA-Spieler ärgern sich über einen der insgesamt 35 Gegentreffer.

Ein Bild, das in der Vorrunde viel zu oft vorkam: Die FCA-Spieler ärgern sich über einen der insgesamt 35 Gegentreffer.

Stefan Maierhofer und Patrick Rossini verlassen den FC Aarau vorzeitig – Sportchef Sandro Burki kann sich nun nach Abwehrspielern umschauen.

So schnell kann es gehen: Am Montagmorgen hat der FC Aarau mit Patrick Rossini, Stefan Maierhofer, Marco Schneuwly und Yvan Alounga noch vier Mittelstürmer auf der Lohnliste und somit ein Überangebot auf dieser Position. Im Verlauf des Tages dann lichten sich die Reihen: Sowohl mit Maierhofer als auch mit Rossini wurden die Verträge vorzeitig aufgelöst.

Gestemmt hat sich der FC Aarau gegen keinen der beiden Abgänge. Weder Rossini noch Maierhofer spielten in den Planungen für die kommende Saison eine Rolle, die im Sommer auslaufenden Verträge wären nicht verlängert worden und ihre Perspektiven auf regelmässige Einsätze in der Rückrunde waren entsprechend gering.

Ein Bild aus der Vorrunde: Stefan Maierhofer klatscht mit Patrick Rossini ab, der für ihn eingewechselt wird.

Ein Bild aus der Vorrunde: Stefan Maierhofer klatscht mit Patrick Rossini ab, der für ihn eingewechselt wird.

Doch forciert hat der FCA nur einen Abgang – jenen von Maierhofer: Der mittlerweile 37-jährige Österreicher wechselte im September 2018 nach Aarau, als Reaktion auf den katastrophalen Saisonstart mit sechs Pleiten in Folge. Mit seiner unverblümten Art und vor allem wegen seiner Tore schlug der «Major» von Anfang an ein. Mit insgesamt 11 Treffern hatte er massgeblichen Anteil an der sensationellen Aufholjagd vom Tabellenende in die Barrage.

Doch nach der Vertragsverlängerung im Sommer, zustande gekommen wegen der geplatzten Verpflichtung von Wunschstürmer Aldin Turkes, begannen die Probleme. Mehr noch: Das Festhalten an Maierhofer entpuppte sich im Nachhinein als Fehler. In der Vorrunde der laufenden Saison sah man nur im Heimspiel gegen Schaffhausen (3:1), in dem ihm zwei Tore gelangen, den «alten» Maierhofer. Dafür machte er abseits des Rasen von sich reden: Nach der 0:3-Pleite in Wil machte Maierhofer seinem Ärger über die Reservistenrolle Luft, indem er auf Facebook einen Post mit den Worten «No Major, no Party» veröffentlichte. Als Strafe wurde er intern für zwei Spiele gesperrt.

Der Facebook-Fehltritt machte deutlich, dass der einstige Stimmungsmacher Maierhofer immer mehr zum Stimmungskiller wurde. Seit Anfang dieses Jahres bemühte sich der FCA aktiv um eine vorzeitige Vertragsauflösung mit dem in der Mannschaft zunehmend isolierten Sturmoldie, die am Montag nach einem Gespräch zwischen Sportchef Sandro Burki und Maierhofer besiegelt wurde. Ob und wo der weit herumgekommene Stürmer - der FCA war sein 15. Klub – die Spielerkarriere fortsetzt, ist offen.

Ganz anders die Situation beim 31-jährigen Rossini: Sein Abschied aus Aarau im kommenden Sommer war intern zwar beschlossene Sache, trotzdem hätte der FCA bis dahin gerne auf die Treffsicherheit und die Teamplayer-Qualitäten des Tessiners zurückgegriffen. Doch dann erhielt Rossini vergangene Woche ein Angebot aus Chiasso, am Montagvormittag unterschrieb er beim Liga-Schlusslicht bis Ende Saison. «Dort habe ich die Gewissheit auf Einsätze, wenn ich fit bin. Ich bin körperlich topfit. Als Mitläufer, wie ich es bei Aarau gewesen in den kommenden Monaten gewesen wäre, fühle ich mich verschenkt», sagt Rossini und fügt an: «Ich hatte in Aarau vier wunderschöne Jahre und wünsche dem Verein alles Gute. Doch jetzt muss ich auf mich schauen.» (das Interview mit Rossini zum Abschied aus Aarau gibts hier zum Nachlesen)

Im Saisonbudget tut sich eine Lücke auf

Gratis wird der FC Aarau das Sturmduo nicht los – beide Spieler erhalten Abfindungen. Dennoch tut sich gemäss AZ-Informationen im zuvor ausgereizten Saisonbudget eine Lücke auf, die es Sportchef Burki ermöglicht, nach Neuverpflichtungen Ausschau zu halten. Einen neuen Stürmer wird der FCA ziemlich sicher nicht verpflichten, die Offensivpositionen sind trotz der Abgänge von Rossini und Maierhofer ausreichend besetzt. Wenn etwas gemacht wird, dann in der Abwehr. Sie war das Hauptproblem in der Vorrunde: Mit 35 Gegentoren hat der FCA die zweitschlechteste Defensive der Challenge League.

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