Challenge League
Maierhofer und die Reibung: Die Zusammenarbeit ist für FCA-Trainer Rahmen eine Herausforderung

Beim 3:1-Heimsieg des FC Aarau gegen Schaffhausen steht der Österreicher zum ersten Mal in dieser Saison im Mittelpunkt – Es war ein Abend, nach dem man dachte, Maierhofer selber hätte auf dem Regiestuhl Platz genommen.

Sebastian Wendel
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Wenn er getroffen hat, geniesst Stefan Maierhofer geniesst das Bad in der Menge. Gegen Schaffhausen war es erstmals in dieser Saison soweit

Wenn er getroffen hat, geniesst Stefan Maierhofer geniesst das Bad in der Menge. Gegen Schaffhausen war es erstmals in dieser Saison soweit

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Es ist nicht überliefert, wie gross das Grinsen auf Stefan Maierhofers Gesicht war, als er irgendwann in der Nacht auf Sonntag einschlief. Aber Fakt ist: Der Samstagabend im Stadion Brügglifeld war einer ganz nach Maierhofers Geschmack. Als hätte der «Major» höchstpersönlich auf dem Regiestuhl Platz genommen.

Unter der Woche gab es intern und medial verbale Haue für den extrovertierten Sturmriesen, der in der laufenden Saison noch kein Tor und keinen Assist vorweisen konnte. Hat Maierhofer diesen Pieks gebraucht? Scheint so. Jedenfalls steht da gegen Schaffhausen nicht der gleiche Maierhofer auf dem Platz, wie in den Spielen zuvor. Weil er sich gegen die Munotstädter auf seine Kernkompetenzen beschränkt, angesichts des fortgeschrittenen Alters (37) ein kluges Vorgehen: Kopfballduelle gewinnen, im Strafraum Präsenz markieren und dem Gegner wehtun. Resultat: Zwei Tore. Das erste – typisch Maierhofer – im Rückwärtslaufen per Kopf; das zweite nach starker Vorarbeit von Misic.

Die Fussballgötter meinen es an diesem Abend gut mit Maierhofer, servieren ihm weitere Grosschancen, von denen er einige fahrlässig vergibt. Was die Genugtuung natürlich kein bisschen schmälert: Seine Auswechslung nach 76 Minuten zelebriert Maierhofer in vollen Zügen, klatscht auf dem Weg zur Ersatzbank mit zahlreichen Kinderhänden ab und springt für ein Bad in der Menge sogar über die Spielfeld-Absperrung.

Fussball, Challenge League, 7.Runde, FC Aarau - FC Schaffhausen (21.09.19)
14 Bilder
Markus Neumayr und der FC Aarau haben die Partie unter Kontrolle.
Standing Ovations von der Haupttribüne für den Debütanten. Er erfüllt die Erwartungen.
Patrick Rahmen dürfte mit dem Resultat zufrieden sein. Sein Team führt zehn Minuten vor Schluss mit zwei Toren Vorsprung.
Stefan Maierhofer jubelt über seinen zweiten Treffer. Der FC Aarau führt dank diesem Tor nun mit 3:1 gegen den FC Schaffhausen
Wie präsentiert sich der FC Aarau in der zweiten Halbzeit?
Dürfen sich feiern lassen: Zur Pause führt der FC Aarau verdient mit 2:1.
Damir Mehidic schiesst den FC Aarau in Führung.
Markus Neumayr bereitete beide Treffer des FC Aarau vor.
Maierhofer erzielt in der 19. Minute per Kopf den Aarauer Ausgleich.
Serey Dié ist heute Abend erstmals spielberechtigt für die Auswahl von Cheftrainer Patrick Rahmen. Kann er den erhofften Unterschied machen?
Die Choreo der Aarauer Fans vor dem Spielbeginn.
Serey Dié und Murat Yakin kennen sich gut aus gemeinsamen Zeiten beim FC Basel.
Im Brügglifeld ist alles angerichtet für den nächsten Heimsieg.

Fussball, Challenge League, 7.Runde, FC Aarau - FC Schaffhausen (21.09.19)

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Zusammenarbeit mit Maierhofer ist eine Herausforderung

Sein Trainer schaute genüsslich zu und gönnte ihm die Show, schliesslich gehörte auch Patrick Rahmen zu jenen, die Maierhofer unter der Woche anstachelten. Im Gegenzug gab er ihm die Möglichkeit zur postwendenden Antwort auf die Kritik, indem er Maierhofer in die Startelf stellte.

Rahmen sagte nach dem Spiel: «Wir führten einige intensive Gespräche, in denen ich ihm klarmachte, dass er ein wichtiger Spieler für uns sei, aber nun mehr kommen müsse. Und dass ihm das am besten gelinge, wenn er sich wieder auf seine Stärken besinnt.» Wie laut es zwischen den beiden wurde, behielt Rahmen für sich – nur soviel: «Er hatte an seiner persönlichen Situation zu beissen, weil ihm noch kein Tor gelang und er in seinen Augen zu wenig spielte. Deshalb war er auch sauer auf mich, aber lieber so, als zufrieden auf der Bank zu sitzen.»

FCA-Trainer Patrick Rahmen mit seinem Sturmriesen Maierhofer

FCA-Trainer Patrick Rahmen mit seinem Sturmriesen Maierhofer

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Für Rahmen ist die Zusammenarbeit mit Maierhofer eine Herausforderung, gefragt ist die richtige Mischung aus Streicheleinheiten und Tadel. «Auch in diesem Punkt gilt: Mir sind Spieler lieber, die ihre Meinung äussern, statt die Faust im Sack zu machen. Bei solchen Typen entsteht immer irgendwie Reibung zwischen Spieler und Trainer. Kein Problem, solange beide am gleichen Strick ziehen.»

Und was sagt Maierhofer zu seinem gelungenen Abend und zur Kritik an seiner Person? Wie erwartet verweigerte er der «AZ», die zuvor mehr Taten statt Worte von ihm forderte, nach dem Spiel das Gespräch.

Aarau - Schaffhausen 3:1 (2:1)

Brügglifeld. – 3206 Zuschauer. – SR Tschudi. – Tore: 14. Del Toro 0:1. 19. Maierhofer (Neumayr) 1:1. 40. Mehidic (Neumayr) 2:1. 59. Maierhofer (Misic) 3:1.

Aarau: Ammeter; Giger, Leo, Schindelholz, Mehidic (70. Rrudhani); Zverotic, Serey Dié (64. Pepsi); Thiesson, Neumayr (87. Hammerich), Misic; Maierhofer (76. Rossini).

Schaffhausen: Saipi; Menezes, Qollaku, Kronig, Gönitzer (82. Bajrami); Vitija (62. Barry), Müller, Bislimi (62. Coulibaly), Del Toro (72. Zé Turbo); Sessolo; Missi Mezu.

Bemerkungen: Aarau ohne Balaj, Corradi, Jäckle, Peralta, Schneuwly, Spadanuda (alle verletzt), Hübel und Lujic (beide nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Bunjaku, Nikci (beide verletzt), Casciato, Cooper, Dindamba, Djordjevic und Rether (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 1. Menezes. 27. Qollaku (beide Foul). 51. Del Toro (Unsportlichkeit). 57. Vitija (Foul).