Challenge League

Maierhofer und die Reibung: Die Zusammenarbeit ist für FCA-Trainer Rahmen eine Herausforderung

Wenn er getroffen hat, geniesst Stefan Maierhofer geniesst das Bad in der Menge. Gegen Schaffhausen war es erstmals in dieser Saison soweit

Wenn er getroffen hat, geniesst Stefan Maierhofer geniesst das Bad in der Menge. Gegen Schaffhausen war es erstmals in dieser Saison soweit

Beim 3:1-Heimsieg des FC Aarau gegen Schaffhausen steht der Österreicher zum ersten Mal in dieser Saison im Mittelpunkt – Es war ein Abend, nach dem man dachte, Maierhofer selber hätte auf dem Regiestuhl Platz genommen.

Es ist nicht überliefert, wie gross das Grinsen auf Stefan Maierhofers Gesicht war, als er irgendwann in der Nacht auf Sonntag einschlief. Aber Fakt ist: Der Samstagabend im Stadion Brügglifeld war einer ganz nach Maierhofers Geschmack. Als hätte der «Major» höchstpersönlich auf dem Regiestuhl Platz genommen. 

Unter der Woche gab es intern und medial verbale Haue für den extrovertierten Sturmriesen, der in der laufenden Saison noch kein Tor und keinen Assist vorweisen konnte. Hat Maierhofer diesen Pieks gebraucht? Scheint so. Jedenfalls steht da gegen Schaffhausen nicht der gleiche Maierhofer auf dem Platz, wie in den Spielen zuvor. Weil er sich gegen die Munotstädter auf seine Kernkompetenzen beschränkt, angesichts des fortgeschrittenen Alters (37) ein kluges Vorgehen: Kopfballduelle gewinnen, im Strafraum Präsenz markieren und dem Gegner wehtun. Resultat: Zwei Tore. Das erste – typisch Maierhofer – im Rückwärtslaufen per Kopf; das zweite nach starker Vorarbeit von Misic.

Die Fussballgötter meinen es an diesem Abend gut mit Maierhofer, servieren ihm weitere Grosschancen, von denen er einige fahrlässig vergibt. Was die Genugtuung natürlich kein bisschen schmälert: Seine Auswechslung nach 76 Minuten zelebriert Maierhofer in vollen Zügen, klatscht auf dem Weg zur Ersatzbank mit zahlreichen Kinderhänden ab und springt für ein Bad in der Menge sogar über die Spielfeld-Absperrung.

Zusammenarbeit mit Maierhofer ist eine Herausforderung

Sein Trainer schaute genüsslich zu und gönnte ihm die Show, schliesslich gehörte auch Patrick Rahmen zu jenen, die Maierhofer unter der Woche anstachelten. Im Gegenzug gab er ihm die Möglichkeit zur postwendenden Antwort auf die Kritik, indem er Maierhofer in die Startelf stellte.

Rahmen sagte nach dem Spiel: «Wir führten einige intensive Gespräche, in denen ich ihm klarmachte, dass er ein wichtiger Spieler für uns sei, aber nun mehr kommen müsse. Und dass ihm das am besten gelinge, wenn er sich wieder auf seine Stärken besinnt.» Wie laut es zwischen den beiden wurde, behielt Rahmen für sich – nur soviel: «Er hatte an seiner persönlichen Situation zu beissen, weil ihm noch kein Tor gelang und er in seinen Augen zu wenig spielte. Deshalb war er auch sauer auf mich, aber lieber so, als zufrieden auf der Bank zu sitzen.»

FCA-Trainer Patrick Rahmen mit seinem Sturmriesen Maierhofer

FCA-Trainer Patrick Rahmen mit seinem Sturmriesen Maierhofer

Für Rahmen ist die Zusammenarbeit mit Maierhofer eine Herausforderung, gefragt ist die richtige Mischung aus Streicheleinheiten und Tadel. «Auch in diesem Punkt gilt: Mir sind Spieler lieber, die ihre Meinung äussern, statt die Faust im Sack zu machen. Bei solchen Typen entsteht immer irgendwie Reibung zwischen Spieler und Trainer. Kein Problem, solange beide am gleichen Strick ziehen.»

Und was sagt Maierhofer zu seinem gelungenen Abend und zur Kritik an seiner Person? Wie erwartet verweigerte er der «AZ», die zuvor mehr Taten statt Worte von ihm forderte, nach dem Spiel das Gespräch.

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