In Abwesenheit einiger Aargauer Spitzenschützen dominierte Chiara Leone im Dreistellungsmatch eindrücklich. Die Fricktaler Nationalkaderschützin distanzierte den Othmarsinger Routinier Jürg Luginbühl in den 45 Finalschüssen um 23 Punkte. Trotzdem zeigte sich die Studentin nicht restlos zufrieden mit ihrer Leistung. «Dieser Wettkampf ist für mich ein guter Test für die Schweizer Meisterschaften. Aber stehend und liegend stimmte noch nicht alles.»

Luginbühl war als ehemaliges Nationalmannschaftsmitglied auch mit Rang 2 zufrieden, weil er sein Trainingspensum gegenüber früher doch massiv reduziert habe. Nerven zeigte Marco Fischer von den gastgebenden Sportschützen Muhen. Stehend traf er in der Schlussphase nicht mehr optimal, was ihn in einem Shootoff gegen Vereinskollege Luginbühl die Silbermedaille kostete.

Bei den U21-Junioren verteidigte Vanessa Zürcher ihren Titel überzeugend. Die Mettauerin distanzierte den letzten Herausforderer Geri Zoller um 10,1 Punkte. Den U17-Titel sicherte sich die Oberwynentalerin Saskia Zoller.

Bettina Bereuters Rückkehr

In der Liegendkonkurrenz gab Bettina Bereuter von den Sportschützen Villmergen nach ihrer Babypause ein starkes Comeback. Schon in der 60-Schuss-Qualifikation setzte sich die Luzernerin in Aargauer Diensten klar an die Spitze des Elitefeldes. Im Final führte Favoritin Chiara Leone lange.

Aber Bereuter blieb nach mässigem Beginn hartnäckig dran und übernahm nach 22 von 24 Schüssen die Führung, als Leone mit 9,3 Punkten auf hohem Niveau patzerte. Schliesslich gewann die Lindenberglerin mit 248,5:247,3. «Ich spürte die Spannung und die Reaktionen der Zuschauer sehr gut. Aber ich konnte trotz hohem Puls fliessend schiessen», kommentierte sie die Schlussphase.

Die grösste Überraschung der Meisterschaften im Suhrental gelang Alexander Buttazzo. Der ehemalige Spitzenhürdenläufer düpierte namhafte Schützen und schnappte sich bei den Senioren den Liegendtitel. Der 49-jährige Fricktaler schiesst erst seit acht Monaten mit dem Kleinkalibergewehr, dies aber umso zielorientierter.

Buttazzo bot im Final dem klaren Qualifikationssieger Jörg Fankhauser paroli. Als dieser in der Schlussphase aus dem Tritt geriet, erbte er mit erstaunlicher Ruhe. Zwar unterlief auch ihm ein Patzer im 15. Schuss. Danach hielt er aber sein Niveau. So musste sich Titelverteidiger Rolf Denzler um neun Zehntelpunkte geschlagen geben. «Er ist sportlich mein Förderer», lobte Buttazzo den fairen Verlierer, der sich gemeinsam mit dem unerwarteten Sieger freute.

Beim U21-Nachwuchs sicherte sich Lokalmatadorin Marion Obrist nach einem Herzschlagfinal den Liegendtitel gegen Geri Zoller. Dank starkem Beginn geriet hingegen die U17-Siegerin liegend, Sarah Bigler, nie ins Zittern.

Jörg Luginbühls Klasse

Zum Auftakt der Meisterschaften holte Jörg Luginbühl den Zweistellungstitel der Ü30-Schützen zum dritten Mal in Serie. Mit dem höchsten Qualifikationsresultat hatte Rolf Denzler trotz Rückenproblemen Ambitionen angemeldet.

Luginbühl nützte nach seinem Klubwechsel den Heimvorteil und gewann in der Dämmerung sicher. Denzler misslangen im Final die 15 Schüsse liegend gründlich. Dann zeigte er seine Klasse kniend, aber die Aufholjagd endete auf Rang 2 mit 4,2 Punkten Rückstand.

Der Premiere der Seniorenveteranen (Ü70) liegend aufgelegt war guter Erfolg beschieden. Nach mässigem Beginn steigerte sich der Fricktaler Robert Waldmeier entscheidend und schlug den Gansinger Werner Erdin um vier Zehntelpunkte.

Leistungssportchef Marcel Brunner sprach nach drei Tagen von gelungenen Meisterschaften auf einer einwandfrei funktionierenden modernen Anlage.