Handball NLA

Macht der HSC Suhr Aarau seinem Cheftrainer in Viertelfinal-Spiel 3 ein Geburtstagsgeschenk?

In Spiel 2 der Viertelfinalserie gegen Wacker Thun gab es auch für HSC-Topskorer Milan Skvaril wenig zu lachen – trotz sieben Treffern.

Der HSC Suhr Aarau verliert Spiel 2 der Playoff-Viertelfinals bei Wacker Thun mit 18:27. HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann muss damit an seinem 35. Geburtstag den 1:1-Ausgleich in der Serie hinnehmen. Die nächste Gelegenheit, ihn zu beschenken, bietet sich seiner Mannschaft bereits am Ostersonntag in Spiel 3 (Anpfiff: 16 Uhr).

Den Wunsch nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie gegen Wacker Thun konnte ihm seine Mannschaft nicht erfüllen. Stattdessen unterlag der HSC Suhr Aarau in der mit 1230 Zuschauern gut besetzen Lachenhalle in Thun deutlich mit 18:27.

Statt eines Sieges erhielt HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann zu seinem 35. Geburtstag am Donnerstag eine ordentliche Packung. «Geniessen konnte ich meinen Geburtstag unter diesen Umständen natürlich nicht. Das muss ich aber auch nicht. In den Playoffs gibt es keine Geburtstage. Jetzt gibt es Wichtigeres», sagte Kaufmann im Anschluss an die Partie vom Donnerstagabend.

Dass ihm sein Team wohl keinen Sieg würde schenken können, hatte sich schon früh in der Partie abgezeichnet. Nach fünf Minuten lag der HSC mit 1:4 zurück. Bis zur Pause (6:16) wuchs der Rückstand der Aargauer auf zehn Treffer an. Unter anderem auch deshalb, weil dem HSC zwischen der 9. und der 25. Minute kein einziger Treffer gelang.

Video-Highlights von Spiel 2: Wacker Thun - HSC Suhr Aarau 27:18

In der zweiten Halbzeit lehnte sich Kaufmanns Team noch einmal gegen die Kanterniederlage auf und verhinderte immerhin die zweistellige Tor-Differenz im Endresultat von 18:27.

Zu statisch, zu viele Fehler

«Wir waren im Angriff viel zu statisch, liefen viel zu viel in Fouls. Während sie sich dadurch gepusht haben, haben wir etwas den Kopf verloren», sagte Kaufmann. 14 Technische Fehler liess sich seine Mannschaft ausserdem zu Schulden kommen. Das ist gegen einen im Gegenstoss so starken Gegner wie Wacker zu viel. Entsprechend dankbar nahmen die Berner Oberländer ihre Chancen wahr.

Dass Martin Slaninka seiner Mannschaft auf der Platte fehlt, steht nicht infrage. Die Nachricht vom vorzeitigen Saisonende des Slowaken aufgrund eines Innenbandrisses im linken Knie schockte den HSC nur 24 Stunden nach dem Auftaktsieg vom Dienstag.

«Natürlich wiegt sein Ausfall schwer, aber es wäre zu einfach, jetzt zu sagen, dass sein Fehlen den Unterschied gemacht hätte. Fakt ist, dass niemand den Job gemacht hat, den er hätte machen müssen», sagte Kaufmann.

Bestplayer-Interviews nach Spiel 2

Als Ersatz-Abwehrchef kam vorab in der ersten Halbzeit Nikola Isailovic zum Zug, nach der Pause versuchte sich der HSC in Varianten. Als Kreisläufer wurde Slaninka während eines grossteils der Partie durch Patrick Strebel vertreten. «Wir haben im Verlauf dieser Saison bereits bewiesen, dass wir Martin ersetzen können. Offensichtlich müssen wir uns noch daran gewöhnen, jetzt wieder ohne ihn zu aufzulaufen», sagte Strebel.

HSC immer noch mit Heimvorteil

Bei aller Enttäuschung über die verpasste Chance, in der Viertelfinalserie mit zwei Siegen vorzulegen, bleibt man beim HSC cool: «Mehr als der Ausgleich in der Serie ist heute nicht passiert. Es ist Playoff-Zeit. Ob man mit zehn, zwanzig oder dreissig Toren verliert, ist völlig egal.»

Dank des Auftaktsieges liegt der Heimvorteil weiterhin beim HSC. Der Tenor war wenige Augenblicke nach der Schlusssirene klar: Spiel 2 abhaken und den Blick nach vorne richten. Kaufmann wird in diesem Prozess ein besonderes Augenmerk auf seine zahlreichen jungen Spieler legen, da sich diese damit tendenziell schwerer tun.

Kaufmann: «Wacker muss man im Angriff besiegen»

«Am Donnerstag haben wir den Schlüssel im Angriff nicht gefunden, das müssen wir in Spiel 3 besser machen», sagte Kaufmann. Er ist trotz andersherum lautender Sportweisheit überzeugt, dass die Serie gegen Wacker im Angriff entschieden wird: «Wacker ist nur besiegbar, wenn man gut angreift.»

Die nächste Gelegenheit, das erfolgreich umzusetzen, bietet sich seiner Mannschaft bereits am Ostersonntag (Anpfiff: 16 Uhr). Sollte der HSC Suhr Aarau der Heimsieg und damit das 2:1 in der Viertelfinalserie gelingen, wäre Kaufmann wohl auch egal, ob es sich dabei um ein Oster- oder ein verspätetes Geburtstagsgeschenk handeln würde.

Den Matchbericht zur 18:27-Pleite des HSC Suhr Aarau in Spiel 2 vom Donnerstagabend lesen Sie hier.

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