FC Aarau

Luzern-Wechsel rückt näher: Bei einem Alounga-Abgang würde das Sturmzentrum endgültig zur Problemzone

Ist Yvan Alounga sehr bald ein Spieler des FC Luzern?

Ist Yvan Alounga sehr bald ein Spieler des FC Luzern?

Nur ein Tor in 210 Spielminuten (inkl. Verlängerung im Cup) gegen den FC Wil: In den beiden Duellen gegen wird klar: Shkelzen Gashi ist kein Stossstürmer, der Abgang von Yvan Alounga würde die Personalnot an vorderster Front verschärfen.

Wieder fehlt Yvan Alounga im 18-Mann-Aufgebot des FC Aarau: Vor einer Woche im Cup gegen den FC Wil ist der Stürmer unpässlich, weil er in der Corona-Quarantäne steckt. Doch vor dem Wiedersehen mit dem gleichen Gegner zum Liga-Auftakt hat Alounga vier Tage lang mit der Mannschaft trainiert. Für einen Teileinsatz müsste der Fitnesszustand gereicht – warum also schaut Alounga erneut nur zu?

Gemäss AZ-Informationen steht der seit Wochen im Raum stehende Wechsel zum FC Luzern vor dem Abschluss. Den Deal nur noch als «Formsache» zu bezeichnen, ist zwar verfrüht: Doch die Verhandlungen zwischen Aarau und Luzern sollen so weit fortgeschritten sein, dass man in Absprache mit Alounga das Risiko vermieden hat, dass dieser sich verletzen und so den Transfer zum Platzen bringen könnte. Übrigens: Ex-Aarau-Stürmer Marco Schneuwly, nun Talentmanager in Luzern, soll seinem neuen Arbeitgeber das 18-jährige Supertalent wärmstens empfohlen haben…

«Unter einer Million für Alounga läuft nichts»: Auch in der neuen Saison gibts Klartext im FCA-Talk

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Der FC Luzern will das FCA-Sturmjuwel Yvan Alounga: Unsere Experten Ruedi Kuhn und Sebastian Wendel sind unterschiedlicher Meinung, was den bevorstehenden Transfer des 18-Jährigen angeht. Und sie blicken voraus, welche Eigenschaften in der neuen Saison gefragt sind.

Die Rede ist von über einer halben Million Franken, die Aarau im Fall eines Vertragsabschlusses für Alounga bekommt. Exklusiv Bonuszahlungen. Das Geld würde helfen, die Corona-bedingten Löcher in der Klubkasse zu stopfen. Aus sportlicher Sicht hingegen würde Aloungas Abgang die Personalnot weiter verschärfen. Mehr noch: Das Sturmzentrum würde zur Problemzone.

Gashi wurde nicht als Stossstürmer zum Knipser

Cheftrainer Stephan Keller stehen aktuell – inklusive Alounga – nur 16 Feldspieler zur Verfügung stehen. In den zwei Spielen gegen Wil hat er in der Sturmspitze Shkelzen Gashi aufgestellt. Dieser wirkt zwar wesentlich agiler und eingebundener ins Team als in der vergangenen Saison und hat am Samstag das zwischenzeitliche 1:0 erzielt. Sein erstes Tor für den FCA seit der Rückkehr Anfang dieses Jahres. Doch trotz zwei ansprechenden Auftritten Gashis ist nicht der Eindruck entstanden, dass die Nummer 10 an vorderster Front am besten aufgehoben ist.

Das sagt auch Gashis Vergangenheit: Zum Topskorer nach dem ersten Wechsel zum FC Aarau und später bei Basel und GC zum zweifachen Super-League-Torschützenkönig wurde er als hängende Spitze oder als Flügelspieler. Von dort schlich er sich in den Strafraum, oft unbemerkt von den Verteidigern, die sich um die klassischen Stürmer kümmerten.

Der Speed um in die Tiefe angespielt zu werden oder die physische Stärke, mit dem Rücken angespielt zu werden und Bälle weiterzuleiten, zählen nicht zu Gashis Stärken. Indes sind dies genau die Qualitäten, die Alounga auszeichnen. Er ist der einzige solche Spielertyp im FCA-Kader.

Die Einwechslungen sind verpufft

Mag sein, dass Kellers Fussballphilosophie den Spielertyp «Brecher» im Sturm gar nicht vorsieht. Zumindest nicht zu Beginn der Spiele. Doch in der letzten halben Stunde beim 1:3 gegen Wil, in denen der FC Aarau in Rückstand lag, hätten mehr physische Präsenz im gegnerischen Strafraum und Lufthoheit für lange Bälle gutgetan. Statt einen Stossstürmer konnte Keller mit Misic und Schneider jedoch nur zwei klein gewachsene Techniker einwechseln, die wirkungslos blieben. Die Stärken von Alounga hätten der Mannschaft in dieser Phase gutgetan.

Bis spätestens Ende Woche wollen die FCA-Verantwortlichen Klarheit haben, ob Luzern die geforderte Summe zahlen will. Später bliebe nicht mehr genug Zeit mehr, für adäquaten Ersatz zu sorgen. Der wäre sehr wichtig: Dass auch im modernen Fussball der gute alte Mittelstürmer seine Berechtigung hat, haben die zwei Spiele gegen den FC Wil offenbart.

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