Basketball
Lugano eine Nummer zu gross für Alte Kanti Aarau

Alte Kanti Aarau verliert das Cup-Sechzehntelfinale gegen Lugano zu Hause mit 85:96. Trotzdem herrscht in Aarau Basketball-Fieber. In der Deutschschweiz hat sich Aarau zum zweitbesten Klub gemausert.

jonas burch
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Der Mann des Spiels: Aaraus Dejan Hohler war mit 33 Punkten der beste Werfer auf dem Feld.christian BOSS

Der Mann des Spiels: Aaraus Dejan Hohler war mit 33 Punkten der beste Werfer auf dem Feld.christian BOSS

Jungs, das hat Spass gemacht. Natürlich hat es am Ende nicht gereicht, natürlich waren die Lugano Tigers als NLA-Meister dann doch eine Nummer zu gross für den Meister der NLB. Alles Nebensache. «Es war eine Ehre für uns. Die ganze Affiche fühlte sich an wie ein Feiertag», freute sich Milenko Tomic nach der Schlusssirene. «Wir wollten den Zuschauern besten Sport bieten und das haben wir aus meiner Sicht auch geschafft», fügt Trainer Tomic an. Und wie.

Aarau startete entfesselt in die Cup-Partie. Angst vor der Tessiner Übermacht? Nicht im Geringsten. Die Spieler der Alten Kanti boten den Zuschauern all das, was Basketball so faszinierend macht: Tempo, Kreativität, Leidenschaft – Emotionen pur. Nach dem ersten Viertel lagen die Gastgeber sensationell und völlig verdient mit 29:23 in Führung. Aarau zeigt viel Demut, Lugano vor allem Hochmut. «Was soll das?», fragte Lugano-Trainer Randoald Dessarzin seine Lustlos-Truppe zur Pause.

Im zweiten Viertel nahmen die Tessiner, gespickt mit amerikanischen Profis und angereichert mit Schweizer Nationalspielern, den Betrieb langsam auf. Ohne Glanz zwar, aber mit der nötigen Effizienz. Das Heimteam steckte nicht zurück und kämpfte wie die Gallier gegen Cäsar. Ohne Erfolg. Zur Pause übernahmen die Luganesi mit einem 45:42-Zwischenstand die Führung. «Was da geboten wird, macht nicht nur mich, sondern den ganzen Verein stolz», lobte BC-Präsident Christian Roth seine Schützlinge.

Mehr als nur ein Ausrufezeichen

Die letzten zwei Viertel sind schnell abgehandelt. Lugano minimierte die anfängliche Fehlerquote und buchte Punkt um Punkt. Aarau zollte dem geradlinigen und zielstrebigem Spiel Tribut und musste sich zum Ende mit 85:96 geschlagen geben. «Die Aarauer haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie ein Team mit Ambitionen sind», sagte Tigers-Matchwinner Korvotney Barber.

Trotz der absehbaren Niederlage herrscht im Aarauer Lager derzeit Friede, Freude, Eierkuchen. Denn neben den Basler Starwings, dem derzeit einzigen NLA-Klub aus der Deutschschweiz, hat sich Aarau in den letzten Jahren zur Nummer 2 unserer Sprachregion gemausert. Und in der Meisterschaft knüpft man nahtlos and die Fabelsaison vom Vorjahr an und ist als Zweiter auf Tuchfühlung mit Leader Vevey.

Mit einer solchen Entwicklung und der momentanen Euphorie muss die NLA automatisch zum Thema werden. Präsident Roth schmunzelt: «Selbst wenn wir dieses Jahr wieder Meister werden sollten, müssen noch etliche finanzielle und administrative Punkte geklärt werden. Ein Aufstieg ist nicht so leicht realisierbar.» Dass es nicht an spielerischen Punkten liegt, hat Aarau gestern auch dem letzten Skeptiker bewiesen. Und das ist gut so. Für den Basketball in der Deutschschweiz, den Kanton und vor allem für die Stadt Aarau.