Fussball
Luca Radice und Sven Lüscher sind die Pendler-Gemeinschaft beim FC Aarau

60 Kilometer legt das Duo Radice/Lüscher an jedem Trainings- und Spieltag zurück - von Gutenswil bei Winterthur nach Gränichen. Während Sven Lüscher bald zurück in den Aargau zieht, fühlt sich Radice trotz des Pendelns wohl in seiner Heimat.

Dean Fuss
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Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg FCA-Mittelfeldspieler Luca Radice schliesst die Tür zu seiner Wohnung in Gutenswil kurz vor acht Uhr am Morgen ab.
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Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg Nach dem Umsteigen ins Auto zu Radices Teamkollegen Sven Lüscher gehts von der Autobahnraststätte Kempttal weiter.
Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg Auf dem Nordring fahren die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher zum ersten Mal an diesem Morgen in den stockenden Verkehr.
Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg Die FCA-Spieler Luca Radice (l.) und Sven Lüscher während der Fahrt. Normalerweise sitzt natürlich auch der Beifahrer vorne.
Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg Bei Otelfingen führt der Weg der FCA-Pendler nach zahlreichen Schleichwegen zur Umfahrung eines Unfalls wieder zurück auf die Autobahn.
Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg Im Baregg-Tunnel läuft der Verkehr in Richtung Gränichen wieder flüssig.
Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg Wunderschön präsentiert sich der Weg auf den Schürberg ausgangs der Seetaler Gemeinde Seon.
Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg

Die FCA-Pendler Luca Radice und Sven Lüscher auf ihrem Arbeitsweg FCA-Mittelfeldspieler Luca Radice schliesst die Tür zu seiner Wohnung in Gutenswil kurz vor acht Uhr am Morgen ab.

Emanuel Per Freudiger

Der FC Aarau ist stark in die Rückrunde gestartet und hat aus drei Spielen bereits vier Punkte geholt. Eine tägliche Punktlandung muss auch Mittelfeldspieler Luca Radice auf seinem Arbeitsweg ins Training hinlegen – wir haben ihn gestern Morgen begleitet.

Auf dem Zürcher Nordring fahren wir zum ersten Mal im Schritttempo. Ein Unfall lässt den Verkehr und damit auch unsere Fahrt von Gutenswil nach Gränichen stocken. Kurz vor acht Uhr hat uns Radice an der Tür zu seiner Mietwohnung in der Zürcher Gemeinde Gutenswil bei Winterthur empfangen.

An jedem Trainings- und Matchtag fährt der 26-Jährige die gut 60 Kilometer lange Strecke – einmal hin, einmal zurück. Obwohl Radice mit seinem bis im Sommer 2016 laufenden Vertrag langfristig planen kann, ist für ihn ein Umzug in die Region Aarau derzeit kein Thema.

«Ich fühle mich sehr wohl in Gutenswil. Zudem wohnen meine Kollegen auch in der Region», sagt der Italiener in einwandfreiem «Züridütsch». Wie seine Eltern ist auch Radice in der Schweiz geboren und aufgewachsen.

Kein Frühaufsteher

Nach einer knapp zehnminütigen Fahrt legen wir bei der Autobahnraststätte Kemptthal einen Zwischenhalt ein. Wir werden bereits von Radices Teamkollegen Sven Lüscher erwartet und steigen in dessen etwas geräumigeres Auto um. «Wir fahren immer von hier gemeinsam in den Aargau», sagt Lüscher, der derzeit noch in Winterthur lebt, aber bald in den Aargau umziehen wird.

Etwas über ein Jahr lang ist er gependelt, nun hat er genug: «Ich bin froh, wenn ich nicht mehr so weit fahren muss. Zudem komme ich ursprünglich aus dem Aargau», sagt Lüscher.

Ansonsten hält sich der bald 30-Jährige eher zurück: «Ich brauche am Morgen etwas mehr als zehn Minuten, um in die Gänge zu kommen», sagt er und lächelt. Beim Fahren wechseln sich Radice und Lüscher ab.

So sind keine gegenseitigen Abgeltungen nötig. Der Beifahrer stellt sein Auto jeweils auf dem Parkplatz der Raststätte ab. Einziges Problem: Die maximale Parkzeit beträgt vier Stunden. Zu wenig, an Tagen mit je einem Training am Morgen und am Nachmittag.

«Am vergangenen Dienstag habe ich hier zum ersten Mal eine Parkbusse erhalten. Vielleicht sollten wir mal um eine Parkgenehmigung nachfragen», sagt Radice.

Doppelt so lange Anfahrt

Kaum haben wir den Unfall am Nordring passiert, stehen wir bereits im nächsten Stau. Der Radiosprecher vermeldet einen weiteren Unfall vor dem Gubrist-Tunnel. Kurz entschlossen verlässt Lüscher die Autobahn bei Glattbrugg, Radice übernimmt die Navigation über Landstrassen und Schleichwege. Kurz vor dem Baregg-Tunnel kehren wir auf die Autobahn zurück.

Ab hier läufts via Lenzburg – wo wir auch noch den dritten Unfall auf unserer Route passieren – und den Schürberg flüssig. «Normalerweise brauchen wir zwischen 30 und 40 Minuten nach Gränichen», sagt Radice. Gestern dauerte die Fahrt fast doppelt so lange. Genug Zeit für zahlreiche Gespräche. «Manchmal ist es aber auch ziemlich ruhig und wir gehen unseren Gedanken nach», sagt Radice.

Den drei Unfällen zum Trotz: Kurz vor halb zehn Uhr erreichen wir gerade noch rechtzeitig die ZehnderMatte in Gränichen. Radice und Lüscher stehen pünktlich zum Trainingsbeginn auf dem Platz. Knapp zwei Stunden später fahren die beiden wieder zurück an ihre Wohnorte im Kanton Zürich – diesmal hoffen sie ohne Zwischenfälle durchzukommen.