FC Aarau
Luca Radice: Der Glücksbringer mit der Ausstiegsklausel

Schlägt Aaraus neuer Top-Torschütze Luca Radice im heutigen Heimspiel (13.45 Uhr) gegen den FC Luzern erneut zu? «Momentan macht es richtig Spass», sagt er.

Ruedi Kuhn
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Aaraus Luca Radice (Mitte) jubelt nach einem seiner bisher vier Saisontreffer.

Aaraus Luca Radice (Mitte) jubelt nach einem seiner bisher vier Saisontreffer.

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Raimondo Pontes Glücksbringer? Luca Radice! Liefern wir den Beweis: Beim 0:6 gegen den FC Basel war Radice verletzt. Beim 0:1 gegen Sion kam er zu einem Kurzeinsatz. In Vaduz zählte der 28-Jährige beim 2:0 erstmals zur Startformation. Beim 0:0 gegen den FC Zürich im Brügglifeld war Radice erneut erste Wahl. Und beim 2:2 gegen die Young Boys erzielte der Techniker mit dem starken linken Fuss die Saisontreffer drei und vier.

Mehr Einfluss im Mittelfeld

«Momentan macht es richtig Spass», sagt Radice. «Dass wir aus den vergangenen drei Spielen fünf Punkte geholt haben, brachte frischen Wind ins Team. Jeder will im Abstiegskampf mithelfen.» In diesem Kampf steht Radice im Mittelpunkt. Im wahrsten Sinn des Wortes: Ponte setzt Aaraus Nummer 5 nicht mehr als Flügelstürmer, sondern im zentralen Mittelfeld ein. Radice gefällt diese Rolle. «Ich habe schon früher auf der 8er-Position gespielt», erklärt er.

«Hier kann ich mehr Einfluss nehmen als auf der Seite. Es kommt meinen spielerischen und läuferischen Qualitäten entgegen.» Radice nahm in den vergangenen drei Spielen tatsächlich mehr Einfluss auf das Spiel, ging vor allem häufiger in den Abschluss. Seine Topleistung am vergangenen Mittwoch in Bern hat gezeigt, wie wertvoll er ist.

Radice war ein Wunschspieler von René Weiler und ist seit knapp eineinhalb Jahren beim FC Aarau. Der Mittelfeldspieler wurde im Januar 2014 aus einem laufenden Vertrag mit Winterthur verpflichtet. Weil sich die beiden Vereine bei den Verhandlungen lange Zeit nicht einig wurden, wäre der Deal beinahe geplatzt. Kam erschwerend hinzu, dass auch der FC St. Gallen Interesse an einer Verpflichtung zeigte. Nachdem sich die Aarauer bereit erklärt hatten, eine einmalige Ablösesumme in grosser Höhe zu bezahlen, klappte der Handel doch noch.

Radice kam, sah und fügte sich nahtlos in den FCA-Kader ein. Während der Rückrunde der Saison 2013/14 zählte er in den 19 Spielen zur Startformation, schoss ein Tor und bereitete vier weitere Treffer vor. In dieser Saison bestritt er 28 Einsätze, schoss vier Tore und liess sich vier Assists gutschreiben. Beim 2:2 gegen YB gelangen ihm erstmals zwei Tore in einem Spiel. Im heutigen Heimspiel gegen den FC Luzern möchte er seinen Doppelschlag bestätigen.

Tückische Ausstiegsklausel

Radice steht mit dem FC Aarau mittendrin im Abstiegskampf. Aber was passiert mit ihm nach dieser Saison? Der frühere Winterthurer lässt seine Zukunft offen. Sein Vertrag mit dem FC Aarau dauert noch bis 2016. Aber halt! Gibt es im Fall der Relegation in die Challenge League tatsächlich eine Ausstiegsklausel? «Es gibt eine Ausstiegsklausel», bestätigt Radice. Einzelheiten wollen er und sein Berater Milos Malenovic allerdings keine verraten.

«Natürlich würde ich in der nächsten Saison gerne in der Super League spielen», sagt Radice. «Wenn möglich mit dem FC Aarau.» Und wenn das nicht möglich ist? «Das werden wir sehen, wenn es so weit ist», fügt er hinzu. «Momentan ist nicht der Zeitpunkt für Spekulationen.» Ist es wohl wirklich nicht. Eines steht trotzdem fest: Spielt Radice weiter so überragend wie gegen die Young Boys, wird er sich über mangelndes Interesse von den Vereinen der höchsten Spielklasse wohl nicht beklagen müssen.

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