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Ohne Killerinstinkt: Der FC Aarau enttäuscht beim 0:0 gegen den SC Kriens

Sieben Spiele in Folge haben die Innerschweizer verloren - dann reisen sie nach Aarau und holen im Brügglifeld vor 3481 Zuschauern verdient ein 0:0. Die Leistung des Heimteams war vor allem in der zweiten Halbzeit ungenügend.

Sebastian Wendel
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Die Szene ist symptomatisch für den harmlosen Auftritt des FC Aarau vor allem in der zweiten Halbzeit: Nach 84 Minuten will Marco Aratore einen Eckball kurz ausführen - doch statt zum heraneilenden Liridon Balaj bugsiert Aratore den Ball über die Outlinie...

Ja, man hat mehr erwartet vom Heimteam. Viel mehr. Die anderen Partien der Liga sind so verlaufen, dass der FCA mit einem Sieg das erste Saisonquartal auf Rang 2 hätte abschliessen können. Und Gegner vor der Natipause war der SC Kriens, das mit sieben Niederlagen en suite in den Beinen ins Brügglifeld reiste. Eine vielversprechende Ausgangslage, aber auch ein Nährboden, sich in Sicherheit zu wähnen - à la: Wird schon klappen gegen das abgeschlagene Schlusslicht.

«Vier bis fünf Spieler waren nicht Normalform», bilanziert FCA-Trainer Stephan Keller nach dem Schlusspfiff, ohne Namen zu nennen. Mit Raoul Giger und Olivier Jäckle kehrten zwei Spieler in die Startelf zurück, deren Abwesenheit zuletzt zu reden gab. Doch auch mit den Eigengewächsen beginnt das Heimteam nervös und fehlerhaft, gefährlich wird in der Startphase vor allem Kriens. Kevin Spadanuda mit einem verdeckten Weitschuss (9. Minute) und kurz vor der Pause Mickael Almeida, der eine Hereingabe von Rrudhani nicht unter Kontrolle brachte - mehr hatte Aarau vor dem Seitenwechsel nicht zu bieten.

Telegramm

FC Aarau – SC Kriens 0:0

Brügglifeld. – 3481 Zuschauer. – SR: Schärli.

Aarau: Enzler; Thiesson (57. Balaj), Thaler, Bergsma, Kronig; Jäckle (57. Njie) , Bunjaku; Giger, Rrudhani, Spadanuda; Almeida (78. Aratore).

Kriens: Neuenschwander; Urtic, Harambasic, Isufi, Goelzer (46. Costa); Bollati (90. Lang), Selasi, Mistrafovic, Yesilcayir (67. Aliu); Sessolo; Avdijaj (75. Marleku).

Bemerkungen: Aarau ohne Ammeter, Gashi, Qollaku (alle verletzt), Avdyli, Caserta und Senyurt (alle nicht im Aufgebot). Kriens ohne Mulaj (krank), Alessandrini, Balaruban, Busset, Sukacev (alle verletzt) und Maloku (nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 29. Yesilcayir (Foulspiel), 48. Sessolo (Unsportlichkeit), 64. Thaler, 83. Harambasic (beide Foulspiel).

In der Pause fragen sich viele der 3481 Zuschauer: Ist es der Druck, der die FCA-Spieler lähmt? Nach Wiederanpfiff wirds nicht besser - mehr noch: Der Krienser Yesilcayir vergibt gleich mal eine Riesenchance. Aarau nun nicht mehr nur nach vorne harmlos, sondern auch in der Defensive anfällig. Die zweite Halbzeit bleibt ereignisarm, Aarau ist optisch zwar überlegen, findet gegen Kriens, das sich für einen Tabellenletzten teuer verkauft, keine Lücken. Zwei Weitschüsse von Almeida (77.) und Balaj (94.) fordern Kriens-Goalie Neuenschwander, sonst bleiben die Angriffsversuche Stückwerk.

Am Ende gibt es auch die Sichtweise, dass Aarau mit dem Punkt zufrieden sein muss: Denn auch die Gäste haben durch Bollati (78.) und Bollati (93.) zwei Grosschancen, bei denen deutlich wird, warum Kriens in neun Spielen erst fünf Tore erzielt hat.

Shkelzen Gashi fällt verletzt aus

Was ist mit Shkelzen Gashi? Der Captain tauchte im Heimspiel gegen Kriens auf dem Matchblatt auf der Verletztenliste auf. Eine Folge des Winterthur-Spiels vor gut einer Woche, in dem Gashi sich eine Muskelverletzung am Oberschenkel zuzog. Der 33-Jährige wird in den nächsten Wochen nicht mittrainieren können. 

Als der Schiedsrichter abpfeift, bleiben zwei Erkenntnisse: Aarau ist mit 15 Punkten (Leader Winterthur hat 18) nach dem ersten Saisonviertel voll dabei im Aufstiegsrennen. Aber den Killerinstinkt, eine vielversprechende Ausgangslage zu ihren Gunsten auszunützen, müssen sich die Spieler noch aneignen. Anders gesagt: Sollte Aarau in der Schlussphase der Saison immer noch ganz vorne mitmischen, muss ein Heimspiel gegen den Tabellenletzten gewonnen werden - egal wie.

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