Matchbericht
Dankbares Unentschieden bei Lausanne-Ouchy: Almeida rettet harmlosem FC Aarau einen Punkt

Der FC Aarau müht sich auf der Pontaise ab und muss sich mit einem 1:1 gegen Stade Lausanne-Ouchy zufrieden geben. Rückkehrer Mickael Almeida gelingt dabei in der Nachspielzeit der glückliche Ausgleichstreffer.

Ruedi Kuhn
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Mickael Almeida trifft in der Nachspielzeit zum 1:1-Ausgleich.
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Almeida rettet dem FCA im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr einen Punkt.
Kein Durchkommen für Liridon Balaj.
FCA-Goalie Simon Enzler hat im zweiten Durchgang wenig Arbeit zu verrichten.
Auch Ouchy-Goalie Justin Hammel wird nur selten gefordert.
Der FCA präsentiert sich in der Offensive im zweiten Durchgang verbessert, zwingende Chancen bleiben jedoch aus.
Silvan Schwegler mit vollem Einsatz.
Der FC Aarau tut sich auch in der zweiten Hälfte schwierig.
Von Lausanne-Sport zu Lausanne-Ouchy: Christian Schneuwly kommt gegen den FC Aarau zu seinem zweiten Einsatz für seinen neuen Klub.
Filip Stojilkovic vergibt in der ersten Halbzeit die beste Aarauer Chance.
Zeki Amdouni bringt Ouchy nach 15 Minuten in Führung.
Kevin Spadanuda verletzt sich in der ersten Hälfte.
Elsad Zverotic kehrt zurück in die Startelf.
Simon Enzler wird in der ersten Hälfte stark gefordert.
Randy Schneider arbeitet in der Offensive mehr gegen als mit dem Ball.
Neuzugang Bastien Conus ist nach dem Debüt gegen GC als Linksverteidiger erneut gesetzt.
Stephan Keller setzt einmal mehr auf den Youngster Silvan Schwegler im Mittelfeld.
Marco Aratore vergibt eine gute Möglichkeit in der ersten Halbzeit.
Der FC Aarau erwischt einen schwachen Start in Lausanne.

Mickael Almeida trifft in der Nachspielzeit zum 1:1-Ausgleich.

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Mickael Almeida schnappt sich den Ball 20 Meter vor dem gegnerischen Tor, läuft in Richtung Strafraum, lässt zwei Gegenspieler stehen und trifft mit einem platzierten Schuss aus 13 Metern zum 1:1. Kurz vor Schluss gelingt dem FC Aarau gegen Stade Lausanne-Ouchy der Ausgleichstreffer.

Der Rückkehrer lässt die Aarauer jubeln

Almeida reisst die Arme hoch und eilt zur Spielerbank. Trainer Stephan Keller nimmt den 22-jährigen Portugiesen in die Arme und herzt ihn. Die rührende Szene ist der Schlusspunkt eines Spiels, in dem kurz zuvor wohl keiner mehr auf einen Punktgewinn der Aarauer gewettet hätte.

Almeide rennt nach seinem Treffer direkt zur Bank.

Almeide rennt nach seinem Treffer direkt zur Bank.

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Ausgerechnet Almeida! Der junge Mann, der in der Saison 2018/19 mit vielen Vorschusslorbeeren vom FC Sion nach Aarau transferiert wurde. Almeida setzte damals zwar das eine oder andere Glanzlicht, aber einen Stammplatz konnte er sich unter Trainer Patrick Rahmen nicht erkämpfen.

Nach einem Abgang mit Tränen verabschiedete sich Almeida durch die Hintertüre, versuchte sein Glück danach in Chiasso, hatte erst grosses Verletzungspech, kam aber auch nach der Genesung nicht auf Touren.

Mickael Almeida – das ewige Talent? Abwarten! Seit dieser Woche ist der Stürmer mit der feinen Technik zurück im Brügglifeld. Und beschert dem FC Aarau in seinem zweiten Einsatz kurz vor dem Abpfiff einen wichtigen Punkt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Ohne Jäckle fehlt die ordnende Hand

Ganz ehrlich: Mehr als einen Punkt hat die Mannschaft auch nicht verdient. Es ist die alte Leier. Es sind immer wieder individuelle Fehler, die den FC Aarau in Schieflage bringen.

Gegen die Waadtländer unterläuft Elsad Zverotic nach einem Risikopass von Jérôme Thiesson ein fataler Ballverlust in der eigenen Platzhälfte, Sekunden später leistet sich Silvan Schwegler einen Fehler nahe am Fünfmeterraum – und Ouchy führt nach einer Viertelstunde dank einem Treffer von Amdouni 1:0.

Nach einer Viertelstunde scheint das Unheil seinen Lauf zu nehmen. Was in den folgenden 75 Minuten folgt, ist aus Aarauer Sicht nur Mittelmass. Eine hochkarätige Möglichkeit von Filip Stojlkovic in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, zwei zaghafte Abschlussversuche von Marco Aratore und eine Halbchance von Liridon Balaj sind lange die einzigen offensiven Lebenszeichen. Der FCA kam mit der aggressiven und physischen Gangart des Gegners nicht zurecht und enttäuschte bis zum späten Happy End.

Der FC Aarau kann in der Offensive nur selten für Torgefahr sorgen.

Der FC Aarau kann in der Offensive nur selten für Torgefahr sorgen.

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Dass Keller zur Pause einen Doppelwechsel vornahm, spricht Bände. Der Trainer bewies damit ein goldenes Händchen: Die beiden Joker Balaj und Almeida spielten beim 1:1 die Hauptrollen.

Wann zündet der FCA endlich ein Feuerwerk?

Und was bleibt aus Aarauer Sicht unter dem Strich? Das Spiel gegen Ouchy liess viele Wünsche offen. Ohne den gesperrten Oliver Jäckle fehlte im zentralen Mittelfeld die ordnende Hand. Und im Spiel nach vorne liessen es die Offensivkräfte an Ideen und Durchschlagskraft vermissen.

Es fehlte dem FCA an Ideen und Durchschlagskraft.

Es fehlte dem FCA an Ideen und Durchschlagskraft.

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Das Fussballjahr 2021 hat für den FC Aarau mit zwei Punkten aus fünf Spielen schlecht begonnen. Noch hat Kellers Team in dieser Saison allerdings 16 Spiele vor der Brust. Vielleicht zündet der FC Aarau ja am nächsten Dienstag im Heimspiel gegen Xamax endlich wieder mal ein Feuerwerk!

Das sind die Noten zur Partie

Simon Enzler, Note 4,5: Beim Gegentor machtlos. Mit vielen Ballkontakten, sinnbildlich für die Harmlosigkeit des FCA.
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Raoul Giger, Note 4,5: Verrichtete seine Defensivpflichten tadellos. Im Angriffsspiel keine Hilfe, bis er in der Nachspielzeit am Ursprung des 1:1 steht.
Jérôme Thiesson, Note 3,5: Sein überhasteter Pass in der 15. Minute wird zum Bumerang, der zum 1:0 für das Heimteam führt.
Leon Bergsma, Note 4,5: Nach verbüsster Sperre gegen GC wieder der gewohnt souveräne Abwehrpatron. Seine Offensivrushes indes blieben aus.
Bastien Conus, Note 3,5: Tat sich auf dem holprigen Geläuf schwer. Mit zu vielen Fehlpässen im Aufbauspiel.
Elsad Zverotic, Note 3,5: Liess es an Aggressivität vermissen – atypisch für ihn. Und dann unterläuft ihm auch noch der technische Fauxpas vor dem 0:1.
Silvan Schwegler, Note 3,5: Grober Schnitzer vor dem 0:1, der dem erst 17-Jährigen eine Lehre sein dürfte.
Kevin Spadanuda, keine Note: Tat sich ebenfalls schwer, bis er in der 28. Minute mit einer Knöchelverletzung runter musste. Zu kurz im Einsatz für eine Note.
Randy Schneider, Note 3,5: Im Zweikampf gegen die physisch starke Waadtländer überfordert.
Donat Rrudhani, Note 3,5: Fand auch im fünften Spiel des Jahres nicht aus dem Formtief.
Filip Stojilkovic, Note 3,5: Vergibt vor der Pause auf klägliche Art und Weise die Riesenchance zum 1:1 – musste danach zur Strafe in der Kabine bleiben.
Marco Aratore, Note 3,5: Kam in der 28. Minute für Spadanuda. Vergibt zwei gute Chancen – symptomatisch für seine andauernde Harmlosigkeit.
Liridon Balaj, Note 4: Kam nach der Pause für Schneider. Zu oft zu verspielt, der Assist zum 1:1 indes ist grosse Klasse.
Mickael Almeida, Note 4,5: Kam nach der Pause für Stojilkovic und erzielte das späte 1:1. Davor auch von ihm viel Leerlauf.

Simon Enzler, Note 4,5: Beim Gegentor machtlos. Mit vielen Ballkontakten, sinnbildlich für die Harmlosigkeit des FCA.

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Das sind die Stimmen zur Partie

Das Telegramm

FC Stade Lausanne Ouchy - FC Aarau 1:1 (1:0)

Pontaise. - 5 Zuschauer. - SR: Gianforte. - Tore: 15. Amdouni 1:0. 91. Almeida 1:1.
Ouchy: Hammel; Efendic, Rüfli, Routis, Perrier; Abdullah; Qarri, Laugeois (87. Bamba), Schneuwly (87. Gazzetta), Lahiouel (73. Mbenza); Amdouni (87. Asllani).
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus (84. Caserta); Spadanuda (28. Aratore), Zverotic, Schwegler, Rrudhani (93. Hammerich); Stojilkovic (46. Almeida), Schneider (46. Balaj).
Bemerkungen: Ouchy ohne Da Silva, Dalvand (beide verletzt), Gaillard, Hajrulahu, Harambasic, Ndongo und Tavares (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Jäckle (gesperrt), Gashi, Schindelholz (beide krank), Ammeter, Avdyli, Hajdari, Peralta, Qollaku, Thaler und Verboom (alle verletzt). - 26. Spadanuda verletzt ausgeschieden. - Verwarnungen: 3. Routis, 54. Thiesson, 65. Aratore, 82. Perrier (alle Foulspiel).