Motocross

Liebe auf den sechsten Blick beim Spektakel in Wohlen

Die Freiämter Kevin Battaglia und Philipp Furrer durften in Wohlen den Sieg befeiern. Sie setzten sich im besonders atemberaubenden Seitenwagen-Rennen durch.

Ohrenbetäubende Motorengeräusche, eine anspruchsvolle Rennstrecke und strahlender Sonnenschein. Ob Teilnehmer oder Zuschauer, ob Tüftler oder Experte, ob Jung oder Alt, Liebhaber der schnellen Motorräder kamen am vergangenen Wochenende beim 60. Motocrossrennen in Wohlen voll auf ihre Kosten. Unter den aus aller Welt angereisten 12 000 Faszinierten war auch OK-Präsident Ueli Hilfiker anzutreffen, der seit 13 Jahren zusammen mit weiteren 300 Freiwilligen sein ganzes Herzblut und viel Zeit in die Organisation des Grossanlasses steckt. Erfreut über den grossen Zuschaueraufmarsch, die perfekten Rennbedingungen und den reibungslosen Ablauf des Jubiläumswochenendes, beschrieb er die vergangenen Tage mit einem einzigen Attribut: «perfekt».

Motocross Wohlen

Laut, dreckig und spannend – Eindrücke vom Motocross-Jubiläum in Wohlen.

Doch wie rasch man in diesem Sport vom Licht in den Schatten fällt, dürfte nicht nur ihm, sondern vor allem den beiden Freiämter Kevin Battaglia und Philipp Furrer bewusst sein, die seit Jahren zusammen in der Kategorie Seitenwagen starten.

Endlich ein positives Rennen

Als würden die Minuten des Rennens, welche sie als «einzigen Schmerz» bezeichnen nicht reichen, verunfallten sie vor zwei Jahren in Wohlen schwer. Doch dies war nur einer von vielen Rückschlägen, die sie bisher bei den Heimrennen hinnehmen mussten. Einmal war es ein technischer Defekt, dann wieder ein Fahrfehler. «In Wohlen war es stets ein Leid. Irgendetwas hat immer gefehlt», erklärte Fahrer Battaglia. Die beiden sympathischen Fahrer suchte man bisher auf jeden Fall vergebens in der Rangliste. Bisher. Denn beim sechsten Anlauf hat es nun endlich geklappt. Mit drei beherzten und cleveren Fahrten sicherte sich das Duo ausgerechnet auf dieser mit negativen Erfahrungen verbundenen Strecke den Tagessieg. Mit einem Lächeln, welches über beide Ohren strahlte, gepaart mit leicht ungläubig funkelnden Augen, wurden die beiden Überglücklichen im Zielraum von Familie und Freunden empfangen.

«Was will man mehr?», fragte Battaglia anschliessend verdutzt und fügte hinzu: «Es gibt nichts Schöneres als vor heimischer Kulisse zu gewinnen.» Der leicht perplex wirkende Beifahrer Furrer pflichtete dem bei und nickte mit grosser Genugtuung.

Lieber spät als nie

Die beiden durften also in diesem Spiel zwischen Freud und Leid endlich wieder einmal die positive Seite erfahren. Die Seite des Glücks, der überschwänglichen Freude, der Gewissheit, dass sich der grosse Aufwand gelohnt hat, oder wie es Battaglia nennt: der Liebe. Zwar ist es Liebe auf den sechsten Blick. Doch wie sagt man so schön: Lieber spät als nie.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1