Challenge League

Letztes Aargauer Derby: Gianluca Frontino schiesst den FC Aarau zum 3:1-Sieg über Wohlen

Im letzten Aargauer Derby sah es lange nach einem Unentschieden aus. Während Aarau vor allem in der ersten Halbzeit dominierte, fand Wohlen in der zweiten Hälfte eine Antwort und glich aus. In der Nachspielzeit schoss Frontino seine Treffer zwei und drei und entschied das Derby zugunsten der Aarauer.

Die Rivalität? Die war vonseiten des FC Aarau gegenüber dem FC Wohlen immer gross. Aber dass die Freiämter nach 16 Jahren aus der Challenge League ausscheiden, das hat sich in Aarau niemand gewünscht. Einen schmerzt der Verlust besonders: Gianluca Frontino.

Das hat einen einfachen, aber triftigen Grund: Frontino verliert keinen geringeren als seinen Lieblingsgegner. In vier Spielen in dieser Saison gegen Wohlen, das erste noch im Dress des FC Winterthur, hat Frontino 8 (!) Tore erzielt. Am 27. November 2017 beim 1:1 bewahrte er den FCA vor der ersten Niederlage im Stadion Niedermatten.

FC Wohlen-FC Aarau 1:3 – Stimmen zum Spiel

FC Wohlen-FC Aarau 1:3 – Stimmen zum Spiel

Interviews mit Dreifachtorschütze Gianluca Frontino sowie mit Trainer Ton Verkerk.

Am 4. März dieses Jahres sorgte er mit drei Treffern quasi im Alleingang für den 4:2-Heimsieg im Brügglifeld. Und gestern, am 7. Mai 2018, am Tag des 20. und letzten Derbys zwischen Aarau und Wohlen, wiederholte er dieses Kunststück: Wieder drei Tore. Wieder avanciert Frontino zum Matchwinner.

Mehr noch: Seine zwei Treffer in der Nachspielzeit, die den Aarauern den über die gesamte Partie hochverdienten Sieg sichern, sorgen für eine regelrechte Jubelexplosion bei den einmal mehr zahlreich angereisten FCA-Fans.

Frontino ist Top-Derby-Torschütze

Und auch in einer der prestigeträchtigsten Derbystatistik ist Frontino nach seinem Hattrick ganz oben angekommen: Mit sieben Toren führt er nun die Liste der besten Derby-Torschützen an. Hinter ihm folgen Davide Callà und Patrick Rossini (beide ebenfalls FC Aarau) mit je fünf Treffern. Dass Frontino für seine sieben Tore im FCA-Dress gegen Wohlen nur gerade drei Spiele brauchte, macht diese Zahlenspielerei noch bewundernswerter.

Da stellt sich automatisch die Frage: Gianluca Frontino, warum treffen Sie oft gegen Wohlen? Der 28-Jährige antwortet: «Fragen Sie mich etwas Einfacheres. Keine Ahnung, das ist wohl Schicksal. Und ein bisschen hat sich mein Aberglaube bezahlt gemacht.» Hintergrund: Frontino schlüpfte gestern in die gleichen roten Fussballschuhe wie am 4. März, als ihm ebenfalls drei Tore gegen Wohlen gelangen.

«Hätte Wohlen den Sieg gewünscht»

Im Moment des Triumphs findet Frontino aber auch Lob und Trost für den Gegner: «Ganz ehrlich: Wäre ich nicht angestellt beim FC Aarau und kein Fan, sondern hätte das Spiel in neutralen Kleidern auf der Tribüne verfolgt, hätte ich Wohlen den Sieg und die drei Punkte zum Abschluss der Derbygeschichte gewünscht. Seit Anfang Januar wissen die Spieler, dass der FC Wohlen absteigen wird und dass es in der Rückrunde um nichts mehr geht. Hut ab, wie sie in dieser brutal schwierigen Situation kämpfen und mit Stolz spielen.»

Das erinnert an die Worte von FCA-Vizepräsident Roger Geissberger, der vor dem Anpfiff sagte: «Für einmal könnte ich nach einer Niederlage gut einschlafen. Ich würde den Wohlern einen letzten Derbysieg gönnen.» Eine faire Geste, die in sportlich irrelevanten Phasen natürlich leicht fällt. Trotzdem ist sie nicht selbstverständlich.

Ebenso wenig wie die Tatsache, dass vier der sechs FCA-Verwaltungsräte der Einladung aus Wohlen zur Derniere gefolgt sind. Nicht nur in Form von Funktionären zollte der grosse Bruder dem kleinen FC Wohlen Respekt für die 16 Jahre im Profifussball, auch die FCA-Legenden Petar Aleksandrov, Ryszard Komornicki und Ivan Benito schauten sich das letzte Derby vor Ort an. Rivalität? Ja! Respekt? Der war ebenfalls immer vorhanden in den Duellen zwischen Aarau und Wohlen.

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

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