GP Rüebliland

Leistungsvergleich der Landesmeister im Hinblick auf die Strassen-WM

Ein Foto aus vergangenen Zeiten – Startschuss zum GP Rüebliland.

Der 42. «GP Rüebliland», der am Freitag, 31. August, in Wittnau im Fricktal startet, weist erneut eine starke Besetzung auf. Für das internationale Junioren-Strassen-Etappenrennen haben sich die Landesmeister von Norwegen, Schweden, Luxemburg, Holland, Dänemark und der Schweiz angemeldet. Die Schweizer Hoffnungen ruhen auf Bergmeister Jonathan Bögli und Bahnmeister Nicolo de Lisi.

Juniorentrainer Thomas Scheurer, der das Schweizer Nationalteam begleitet, sieht Jonathan Bögli in der Leader-Rolle: «Je steiler die Steigungen, desto besser für Jonathan. Ich könnte mir vorstellen, dass er bereits auf der ersten Etappe am Freitag in Wittnau ein gutes Resultat erreicht, denn der Bergpreis ist nicht allzu weit vom Ziel entfernt.» Scheurer bedauert, dass der Zweitplatzierte der Strassen-Europameisterschaft, Alexandre Balmer, in seiner Auswahl fehlt. Der Romand bereitet sich anderweitig auf die bevorstehende Mountainbike-Crosscountry-Weltmeisterschaft in Lenzerheide vor, die in der Woche nach dem GP Rüebliland stattfindet.

Radsportmultitalent Balmer, der auch im Radquer und im Crosscountry EM-Titel und -Medaillen gewonnen hat, folgt dem allgemeinen Trend. Weil es in der Schweiz immer weniger Strassenrennen gibt, weichen er und viele seiner Mitstreiter auf alternative Radsportdisziplinen aus. Nicolo de Lisi, der fürs Team Ticino startet, ist Bahn-Schweizermeister im Omnium. Bedeutende Radsporttrainer wie der frühere Radquer- und Juniorennationaltrainer Kurt Bürgi begrüssen das Switchen zwischen den Radsportarten, denn das erweitert den Horizont und die fahrtechnischen Fertigkeiten der Nachwuchssportler.

Das perfekte Beispiel: Peter Sagan

Der dreifache Strassenweltmeister und überragende Steuerkünstler Peter Sagan ist das beste Beispiel dafür. Bevor der Slowake 2009 auf die Strasse wechselte, gewann er im Juniorenalter Medaillen im Crosscountry und Radquer.

OK-Präsident Ueli Schumacher ist gespannt, ob sich am Schluss tatsächlich einer der neun Landesmeister durchsetzen wird. Er hofft auf spannende und unfallfreie Rennen wie im Vorjahr, als der Brite Thomas Pidcock mit seinem Sieg im Zeitfahren von Möhlin das Leadertrikot vom Franzosen Alexis Renard übernahm und bis zum Schluss verteidigte. Querweltmeister Pidcock holte sich wenige Tage später auch noch das Regenbogentrikot im Zeitfahren. «So soll es sein: der GP Rüebliland als perfektes WM-Vorbereitungsrennen», sagt Schumacher und hofft, dass sich das Wetter nach dem verregneten Einstand im Vorjahr diesmal versöhnlicher zeigt.

Die Geschichte

Der Grand Prix Rüebliland ist das einzige internationale Junioren-Etappenrennen für Strassenradfahrer in der Deutschschweiz. Vom Radweltverband (UCI) wurde das Nachwuchsrennen in der zweithöchsten Kategorie (MJ2.1) eingestuft und gilt als eines der bestbesetzten Junioren-Etappenrennen Europas. Mit gutem Grund: Immer anfangs September findet der GP Rüebliland kurz vor den Weltmeisterschaften statt. Zahlreiche Nationalteams aus ganz Europa und Übersee nutzen das Einladungsrennen als WM-Generalprobe. Das Fahrerfeld umfasst in der Regel 25 Mannschaften zu je sechs Fahrer.

Zur gezielten Nachwuchsförderung in der Schweiz werden zudem Kantonal- und Regionalmannschaften zugelassen. Gefahren wird während vier Etappen innerhalb von drei Tagen vorwiegend auf den Strassen des Kantons Aargau, der auch als «Rüebliland» bezeichnet wird, deshalb die Bezeichnung des Rennens.

Grundstein für erfolgreiche Profikarriere

Das erste Mal durchgeführt wurde der GP Rüebliland 1977 auf Initiative von Radsportbegeisterten. Um das Rennen finanziell besser abzusichern, wurde die IG GP Rüebliland gegründet. Einige frühere und heutige Spitzenfahrer haben das anspruchsvolle Etappenrennen mit Erfolg absolviert und so den Grundstein für eine erfolgreiche Profikarriere gelegt: Laurent Jalabert, Davide Rebellin, Damiano Cunego, die Gebrüder Schleck, Adriano Basso, Patrik Sinkewitz, Thor Hushovd, Roman Kreuziger, Zdenek Stybar, Bob Jungels.

Aus Schweizer Sicht herausragend waren die Teilnahmen von Fabian Cancellara, Niki Rütimann, Beat und Markus Zberg, Laurent Dufaux, Oskar Camenzind und Silvan Dillier, die später auch als Berufsfahrer den Durchbruch geschafft haben. Das Rennen wird grösstenteils ehrenamtlich getragen und organisiert.

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