Challenge League
Lausanne-Trainer Giorgio Contini hat Respekt vor Aarau – plant aber trotztem fix mit der Barrage

Für den FC Lausanne-Sport rund um Trainer Giorgio Contini zählt nur der Sieg. Die traditionsreiche und offensiv stark besetzte Mannschaft möchte nach einem Gastspiel in der Challenge League so schnell wie möglich zurück in die Super League. Die Lausanner haben zwar Respekt vor Aarau, planen aber mit der Barrage. Doch auch der FC Aarau hat da noch ein Wörtchen mitzureden.

Ruedi Kuhn
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Giorgio Contini freut sich über den spannenden Aufstiegskampf und rechnet sich grosse Chancen aus.

Giorgio Contini freut sich über den spannenden Aufstiegskampf und rechnet sich grosse Chancen aus.

Pascal Muller/freshfocus

Das Markenzeichen von Giorgio Contini? Er ist ein unkomplizierter, cooler Typ. Fussball ist für ihn ein einfaches Spiel mit einfachen Regeln. «Für Lausanne zählt nur der Sieg», sagt der Trainer. «Wenn wir in die Barrage wollen, müssen wir immer gewinnen.»

Immer gewinnen? Ganz ehrlich, Herr Contini: Sollte Lausanne am Samstag, 4. Mai, mit fünf oder mehr Punkten Vorsprung auf Aarau ins Brügglifeld reisen, wären Sie dann nicht mit einem Unentschieden zufrieden?

Unentschieden zeichnet sich ab

Contini zögert und sagt: «Ich bin kein Trainer, der taktieren kann. Ich will nicht rechnen, ich will siegen. Sollte Lausanne vor dem Direktduell gegen Aarau tatsächlich fünf Punkte Vorsprung haben, könnte ich allerdings mit einem Unentschieden leben.»

Ist Contini also doch ein Taktiker? Nein! Er hasst Punkteteilungen. Die Waadtländer brachten es in 30 Partien auf 14 Unentschieden. Das ist seiner Ansicht nach mehr als genug.

Bildergalerie der letzten Partie gegen den FC Lausanne-Sport

FCA-Torhüter Djordje Nikolic (3.v.l.) musste heute mehrmals eingreifen.
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Beide Teams wollen heute auf der Pontaise punkten.
Lucas Pos (l.) gegen Petar Misic (r.).
Bereits in der vierten Minute kassierte Lucas Pos (r.) eine gelbe Karte für ein Foulspiel an Petar Misic (l.).
Per-Egil Flo (l.) im Duell mit Varol Tasar (r.).
Nicolas Bürgy (h.) versucht den immer wieder torgefährlichen Anthony Koura (v.) zu stoppen.
Die Lausanner sind offensiv stärker als der FC Aarau, Markus Neumayr (r.) kämpft gegen Lucas Pos (l.).
Varol Tasar (2.v.r.) startet den Versuch, Stjepan Kukuruzovic (2.v.l.) aufzuhalten.
Um den Lausanner Anthony Koura zu stoppen, braucht es mit Elsad Zverotic (l.) und Nicolas Bürgy (r.) gleich zwei Aarauer.
Der Ex-Aarauer Nganga (links) im Duell mit Markus Neumayr
Lausanne ist trotz zwei grossen Chancen noch nicht in Führung gegangen. Linus Obexer (l.) blockt hier einen Schuss von Joel Geissmann (r.) ab.
Kurz vor der Pause wehrte sich Elsad Zverotic (r.) gegen Adilson Cabral (l.) und Noah Loosli (M.) und wagte einen Fernschuss.
Marco Schneuwly (M.) bildet heute die Sturmspitze und umkurvt hier Igor Nganga (l.) und Adilson Cabral (r.).
Elsad Zverotic (l.) hat hier zwar gegen Roman Buess (r.) das Nachsehen, seit dem Platzverweis von Pos ist Aarau aber deutlich besser geworden.
Elsad Zverotic (v.) gegen Per-Egil Flo (h.): Der FC Aarau ist nun spielbestimmend.
Erlösung für Nicolas Schindelholz (h.)? Sein Duellgegner Anthony Koura (v.) wird in der 75. Minute durch Oliveira ersetzt.
Marco Schneuwly (v.) übertrumpft Igor Nganga (h.).
Raoul Giger (l.) hat sichtlich Mühe, den Lausanner Anthony Koura (r.) aufzuhalten.
FCA-Spieler Nicolas Schindelholz (l.) gegen den Lausanner Joao Oliveira (r.) - ein Duell auf Augenhöhe.
Eine wahre Stolperpartie, nicht nur für den Aarauer Raoul Giger (l.) und Stjepan Kukuruzovic (r.) aus Lausanne.
Kollektive Enttäuschung nach dem 0:0 bei Nicolas Getaz (l.), aber auch bei den zwei Aargauern Nicolas Buergy (M.) und Nicolas Schindelholz (r.)

FCA-Torhüter Djordje Nikolic (3.v.l.) musste heute mehrmals eingreifen.

freshfocus

Trotzdem zeichnet sich im vierten Aufeinandertreffen zwischen Lausanne und Aarau ein Unentschieden ab: Schliesslich gab es in den bisherigen drei Spielen dieser Saison ein 1:1, ein 2:2 und ein 0:0. Bei allen Rechenspielen darf man eines nicht vergessen: Vor dem Direktduell kommt es noch zu den Spielen zwischen Lausanne und Winterthur und Servette und Aarau.

Ein beruhigendes Polster?

Sechs Runden vor Schluss hat Lausanne fünf Punkte mehr als Aarau und die klar bessere Tordifferenz (plus 23 gegen plus 10). Das ist ein beruhigendes Polster. Die Waadtländer sind im Vorteil. Umso mehr, als sie über eine schlagkräftige Mannschaft verfügen.

Die Offensive ist stark besetzt. Margiotta, Koura, Oliveira und Dominguez können ein Spiel im Alleingang entscheiden. Der Mut von Contini zum Spiel nach vorne ist offensichtlich. Beim 5:0-Sieg am vergangenen Samstag in Chiasso liess der Trainer seine Mannschaft in einem 4-3-3-System spielen.

Was aber spricht im Kampf um den zweiten Platz in der Challenge League für den FC Aarau? «Ich habe Respekt vor den Aarauern und ihrer beeindruckenden Aufholjagd», sagt Contini. «Ihre grösste Stärke ist die Erfahrung. Neumayr, Maierhofer, Zverotic und Schneuwly sind nicht nur routiniert, sondern auch Wettkampftypen. Sie sind von der ersten Sekunde an bereit und lassen sich durch nichts beunruhigen.»

Restprogramm der beiden Vereine

Restprogramm FC Aarau: Servette (a), Lausanne (h), Schaffhausen (a), Kriens (h), Chiasso (a), Rapperswil-Jona (h)

Restprogramm Lausanne: Winterthur (h), Aarau (a), Servette (a),
Schaffhausen (h), Kriens (a), Vaduz (h)

Vom Fussballfieber gepackt

Im Gespräch mit Contini spürt man deutlich: Dank der spannenden Ausgangslage im Aufstiegskampf mit den Topteams Servette, Lausanne und Aarau hat ihn das Fussballfieber gepackt.

«Leider müssen wir über den direkten Aufsteiger wohl nicht mehr gross diskutieren», sagt Contini. «Servette trifft zwar noch auf Lausanne und Aarau, kann sich aber nur noch selber schlagen. Die Qualität der Mannschaft ist gross und zeigt sich allein in der Tatsache, dass ein Stürmer vom Format von Mychell Chagas nur Joker ist. Im Kampf um die Barrage ist die Ausgangslage für uns optimal. Im Gegensatz zu Aarau haben wir es in den eigenen Füssen.»

Sollte Lausanne tatsächlich die Barrage erreichen, rechnet sich Contini gute Chancen auf den Sprung in die Super League aus. «Der Zweite der Challenge League kommt als Sieger in die entscheidenden zwei Spiele», sagt er. «Der Neunte der Super League hingegen ist der Verlierer. Mental ist das ein Vorteil für den Unterklassigen. Fussball ist nun mal in erster Linie eine Kopfsache.»