AZ-Goldlauf

Lauffest mit Hemmfaktor – Stähli und Sestito siegen am 29. Aargauer Volkslauf

Lukas Stähli und Luzia Sestito heissen die Sieger des 29. Aargauer Volkslaufs in Aarau. Das einheimische Duo setzte den Massstab bezüglich Zeiten. Das Wetter und die Stimmung ragten generell heraus.

Rote Köpfe, nassgeschwitze Laufkleider und haufenweise glückliche Gesichter – die Stimmung im Ziel im Aarauer Schachenstadion war grossartig. Kein Wunder, bei diesem Prachtwetter mit sommerlichen Temperaturen, blauem Himmel, viel Sonne. Während nach der Ziellinie der Schweiss weggewischt wurde und sogleich wieder da war, rannten auf der Kunststoffpiste die etwas Langsameren dem Ziel entgegen – untermalt und begrüsst von einem bekannten und auffallend versierten Speaker: David Zumbach hiess der Mann dahinter. Diese Funktion nimmt er auch beim weltbesten Leichtathletik-Meeting wahr, bei Weltklasse Zürich.

So prächtig das Wetter, um Laufwetter handelte es sich nicht. Die Temperatur deutlich über 20 Grad verbunden mit der Sonneneinstrahlung hemmte. Brutal heiss, sei es gewesen, war immer wieder zu hören. Die gewohnte Leistung liess sich nicht erbringen. Dem Schönwetterlauf mit seiner Zusatzanforderung stellten sich aber erfreulich viele.

Über knapp 1300 Anmeldungen freute sich vom organisierenden Aargauischen Leichtathletik-Verband dessen Präsident Christian Winter. Er ergänzte: «Seit 29 Jahren bildet dieses Volksrennen einen wichtigen Bestanteil unserer Verbandstätigkeit. Geld erwirtschaften wir so, welches der kantonalen Leichtathletik zugutekommt. Der aktiven Bevölkerung von Jung bis Alt wird etwas Geschätztes geboten.»

Stählis Alleingang

Und zu profilieren wussten sich Ausdauersportler aus dem Kanton. Der Aarauer Lukas Stähli wiederholte seinen Vorjahrestriumph und verteidigte damit seinen Aargauer Volkslauf-Meistertitel. Bei den Frauen setzte sich Luzia Sestito aus Untersiggenthal durch. Stähli erwies sich auf den zehn Meilen, 16,1 km, entlang dem Aareufer in Richtung Auenstein klar als leistungsstärkster Athlet.

«Ich ging das Rennen zügig an und lief die ersten Kilometer zwischen 3:20 und 3:25 Minuten», sagte er. Diesen Rhythmus traute sich kein Widersacher zu. Auf der zweiten Streckenhälfte konnte er es sich erlauben, etwas weniger zu forcieren, «kontrolliert zu laufen», wie er es ausdrückte.

Im Ziel verfügte der 36-Jährige über eine Zeitreserve von beruhigenden 1:05 Minuten auf den zweitpaltzierten Mark Pearce (Adliswil) und von 1:25 Minuten auf den dritten Carsten Brod (D). Um 1:07 Minuten verpasste der zweite Aargauer, Oliver Senn, Bötzberg), den letzten Podestplatz.

Derweil freute sich Stähli, der fünffache Medaillengewinner an Schweizer Meisterschaften, über seine ansteigende Formkurve: «Vorerst geht es jetzt in die Toscana ins Trainingslager, sodann will ich schauen, was kommt.» Wenig Diskussionsstoff bildete die Siegerzeit von 55:47 Minuten. Sie war schwach. Aber sie liess sich auf die Bedingungen zurückführen. Dasselbe gilt für Luzia Sestito für die 1:10:46 Stunden von Luzia Sestito.

Sestitos Staunen

Die bereits 49-Jährige konnte ihre Meistertat kaum fassen. Unterwegs erlebte sie dies besonders intensiv: «Ich sah stets das Führungsvelo, und als ich plötzlich zu einer Frau auf- und vorbeilief, fragte ich mich, was das bedeutet.» Ihre Empfindungen gaben ihr die Antwort. Als „obercool“ erlebte sie das Unterwegssein an der Spitze. Das Ziel erreichte sie schliesslich mit einem Vorsprung von 52 Sekunden auf die 22 Jahre jüngere Anja Schwegler aus Wohlen und 1:59 Minuten vor der dritten Jacqueline Baumberger aus Schöftland.

Den «Aufsteller» und Meistertitel in ihrer «Nebendisziplin Laufen» will Luzia Sestito nutzen. Ihr grosses Saisonziel sieht sie im Ironman Triathlon. In Roth (D) will sie im Juli eine Bestzeit über die 3,8 km Schwimmen, 180 km Velo und 42,2 km Laufen realisieren und die 11-Stunden-Marke knacken.

Erfrischender Nachwuchs

Frischer und dynamischer verliefen die 10-km-Rennen. Mit Nicole Strebel vor Seraina Ummel sowie Jan Thalmann setzten drei BTV-Aarau-Nachwuchskräfte Massstäbe. Erwähnenswert dabei: Auch Thalmann setzt ambitioniert auf den Triathlon. Und auch am Aargauer Volkslauf profilierte sich Valentina Rosamiglia – im Schülerrennen.

Nachdem die Seriensiegerin, Eishockey-U18-Nationalspielerin und Triathletin am Vorabend am Luzerner Stadtlauf das Nachwuchseliterennen bei den U18 gewann, doppelte sie innert 15 Stunden nach und gewann bei den U16 mit fast identischer Siegerzeit wie die gleichalten Jungen.

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