Chênois lag vor dem sonntäglichen Match einen Punkt hinter Laufenburg und man hätte meinen können, dass es sich um eine Direktbegegnung im Kampf gegen den Abstieg aus der Nationalliga A handeln müsste. Aber bei den Genfern handelt es sich um niemanden geringeren als den Schweizer Meister, der zwar schlecht in die Meisterschaft gestartet ist, aber gegen die Fricktaler als haushoher Favorit galt.

Und dann machte Smash 05 seinen rund 250 Fans in der Laufenburger Blauen-Halle mit einem optimalen Start Hoffnung auf eine Sensation: 16:10 führten die Aargauer, als die Genfer ihr erstes Timeout nahmen. Aber dann legte der Favorit einen Zacken zu und kehrte diesen ersten Satz nach langem Hin und Her noch 28:26. «Schade, dass sie diesen Satz nicht gewinnen konnten», sagte der im Sommer zurückgetretene Passeur David Heimgartner, der sich diskret unter die Zuschauer gemischt hatte.

Im zweiten Satz zog Chênois den Schwung weiter und gewann 25:13. Es sah nach einem schnellen Ende aus. Heimgartner beobachtete dabei seine Laufenburger ganz genau. «Die Taktik, beim Service, den Libero hoch anzuspielen, hat nichts gebracht», analysierte er. «Die Blockdefensive funktioniert gut, Passeur Kaspar Bürge könnte noch etwas mehr variieren und es vielleicht auch einmal durch die Mitte versuchen.»

Dann steigerten sich Smash 05 tatsächlich, allen voran Andy Sutter, der sein bestes Volleyball auspackte. Nachdem er bei zu Beginn bei einigen Annahmen und Blocks ganz unglücklich agiert hatte, spielte er plötzlich präzise und souverän. «Im dritten Satz wurden beim Service vermehrt die anderen Annahmespieler anvisiert, und das hat besser funktioniert», hatte Heimgartner einen Unterschied erkannt. Smash 05 verkürzte auf 2:1 und die Hoffnung kehrte zurück.

Aber es war ein Strohfeuer. Auch Chênois hatte die eigenen Schwachpunkte erkannt, schloss die Löcher in der Defensive und übernahm wieder das Kommando. Mit 25:19 ging der vierte Satz klar an die Genfer. Dass es ihnen dabei nicht ganz so einfach gelaufen war, wie sie es sich vorgestellt hatten, zeigte ein Eintrag auf dem Matchblatt. Unter «Bemerkungen» notierte Captain Gustavo Meyer, der im dritten Satz verwarnt wurde: «Wir glauben, dass diese Schiedsrichter nicht genug vorbereitet sind, um Spiele in der NLA zu leiten.»

«Wir waren vor allem im ersten Satz nahe dran, aber dann kamen wieder verschiedene Sachen zusammen», analysierte am Schluss Assistenztrainer Marc Fischer. «Es unterliefen uns plötzlich ein paar dumme Fehler und wir hatten bei knappen Bällen etwas Pech. Es war eng, und ich sage der Mannschaft immer: Wir müssen so weiter machen, irgendwann wird es reichen, um auch gegen eine der Spitzenmannschaften zu gewinnen.»