Volleyball
Laufenburg-Kaisten im Derby gegen Schönenwerd chancenlos

Laufenburg-Kaisten mit Jefferson Bellaguarda hatte beim 0:3 gegen Schönenwerd nichts zu bestellen. Der Leistungsträger im Team der Fricktaler freut sich nun auf drei Wochen Ferien in seiner Heimat Brasilien.

Daniel Weissenbrunner
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Jefferson Bellaguarda ist müde. Foto: Keystone

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Der Anfangsschwung ist dem NLA-Team aus Fricktal endgültig abhandengekommen. Laufenburg-Kaisten blieb gegen den TV Schönenwerd zum siebten Mal hintereinander sieglos. Die Partie gegen die Solothurner war ein Abbild für den bisherigen Saisonverlauf. Die Mannschaft von Trainer Mario Stipkov begann stark und hielt das Geschehen im ersten Satz weitgehend offen. Danach folgte ein Leistungseinbruch mit vielen Ungenauigkeiten und den daraus resultierenden Eigenfehlern. Sinnbildlich für den unkonstanten Auftritt stand Jefferson Bellaguarda. Die prominente Neuverpflichtung der Aargauer lieferte zu Beginn mit sehenswerten Blocks, platzierten Schlägen und wohl tempierten Services einige Kostproben seines umfangreichen Repertoires. Je länger das Spiel dauerte, baute der Schweiz-Brasilianer jedoch ab und erhöhte seine Fehlerquote.

Die Körpersprache des 36-Jährigen verriet es. Bellaguarda wirkte ausgelaugt. Die Müdigkeit rührt aber nicht, wie man vermuten könnte, von kurzen Nächten mit seinem Sohn, der erst vor wenigen Wochen auf die Welt kam. Bei Bellaguarda hat sich eine mentale Müdigkeit bemerkbar gemacht. «Ich bin seit einem Jahr immer unterwegs und permanent im Einsatz», erklärt der Modelathlet, der zusammen mit seinem Partner Patrick Heuscher die Schweiz am olympischen Beachvolleyballturnier in London vertrat und den neunten Rang belegte. Bellaguarda benötigt eine Erholungspause und diese wird ihm von Vereinsseite gewährt. Am kommenden Sonntag reist er für drei Wochen mit Frau und Kind in seine Heimat zu seiner Familie nach Salvador de Bahia, um abzuschalten und den Volleyball beisei-
te zu legen. «Die Familie hat jetzt Priorität.»

Bellaguarda bestreitet somit am Samstag gegen Schlusslicht Züri Unterland die letzte Partie für Laufenburg-Kaisten in diesem Jahr. Beim Klub bringt man für das Anliegen seines zurückhaltenden Stars Verständnis auf. Der Verein ist für seine familiäre Atmosphäre bekannt und pflegt seine Spieler über die sportlichen Belange hinaus. Für den Polen Marcin Malicki, von Beruf Ingenieur, suchen die Fricktaler fieberhaft einen Job. Andy Sutter konnte jüngst eine Stelle in einem Architekturbüro vermittelt werden. Was ein intaktes Umfeld bewirken kann, zeigte sich am Beispiel von Kaspar Bürge. Der Passeur erhielt von Lugano ein mehr als lukratives Angebot. «Ich war mir sicher, dass er uns verlassen würde», sagt Frank Fischer, dienstältestes Mitglied des Vereins und mittlerweile zuständig für das Marketing. Seine Menschenkenntnisse liessen ihn für einmal im Stich. Bürge entschied sich für die Aargauer.

Auch bei Jefferson Bellaguarda ist man daran, eine berufliche Lösung zu finden. «Einfach ist es nicht, aber wir setzen uns nach Möglichkeiten ein», lässt Frank Fischer durchblicken. Jungvater Bellaguarda freut es, das zu hören. Trotz der Niederlage also schöne Aussichten.