FC Aarau Frauen
Lara Jenzer: «Frauenfussball ist attraktiver und schöner zum Ansehen»

Lara Jenzer (19) steht mit den FC-Aarau-Frauen zum ersten Mal auf der grossen Fussballbühne. FCA-Trainer Andreas Zürcher über sein Toptalent und die Vorbereitungen auf die erste Nationalliga-A-Saison.

Nicola Imfeld
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Lara Jenzer
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Lara Jenzer ist die Schweizer Mittelfeldstrategin.
Barla Deplazes vom FC Zürich und Lara Jenzer vom FC Aarau werden vom Schweizer Fussballverband gefilmt.
Drei Stichworte für Spielerin Lara Jenzer.
Barla Deplazes vom FC Zürich und Lara Jenzer vom FC Aarau werden vom Schweizer Fussballverband gefilmt.
Barla Deplazes vom FC Zürich und Lara Jenzer vom FC Aarau werden vom Schweizer Fussballverband gefilmt.
Barla Deplazes vom FC Zürich und Lara Jenzer vom FC Aarau werden vom Schweizer Fussballverband gefilmt.
Nach vielen Tränen machen sich die FC Aarau Frauen im Laufschritt und lachend auf in die NLA (v.l.): Nicole Tiller, Lara Jenzer, Michelle Stierli, Jil Schneider und Rita Do Sul Almeida.ZVG/Fabio Baranzini
Lara Jenzer träumt von der Meisterschaft mit Aarau.

Lara Jenzer

SALVATORE DI NOLFI

Der FC Aarau spielt zurzeit nicht auf der grossen Bühne des Schweizer Fussballs. In der zweitklassigen Challenge League stehen die Aarauer (wohlgemerkt: die Männer) auf dem vorletzten Tabellenplatz und im Schweizer Cup sind die Profis gegen die Amateurtruppe aus Echallens bereits in der 1. Runde rausgeflogen.

Das pure Gegenteil zu den strauchelnden Männern sind die FC-Aarau- Frauen. Sie werden sich in der kommenden Nationalliga-A-Saison erstmals im Scheinwerferlicht des Schweizer Frauenfussballs präsentieren. Beim gestrigen Kick-off-Event des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) in der Tissot-Arena in Biel durften FCA-Trainer Andreas Zürcher und Mittelfeldspielerin Lara Jenzer schon einmal Nati-A-Luft schnuppern. Umgeben von Spielerinnen wie Caroline Abbé, Martina Moser (beide FC Zürich) oder Rachel Rinast (FC Basel) fühlte sich die Aarauer Delegation sichtlich wohl im Kreis der Besten.

Selbstbewusst und keck

Lara Jenzer stellte ihre Qualitäten im Rahmen eines Showmatches gegen Lesley Ramseier vom FC Zürich unter Beweis. Sie fertigte ihre Gegenspielerin im eins gegen eins mit 2:0 ab. Ob dies ein gutes Omen für das Startspiel in zweieinhalb Wochen gegen den FCZ ist? Die 19-Jährige ist davon überzeugt. Für ihr junges Alter tritt Jenzer auffallend keck und selbstbewusst auf, spricht bereits vor ihrer ersten Spielminute im Oberhaus vom Meistertitel. Und auch zum Geschlechtervergleich hat die Oberrohrdorferin eine dezidierte Meinung: «Frauenfussball ist attraktiver und schöner zum Ansehen als Männerfussball.»

Ihr Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr. Lara Jenzer stach in der abgelaufenen Spielzeit aus dem FCA-Kollektiv heraus, lief mehrmals für die U-19-Nati auf und gehört seit diesem Sommer zum erweiterten Kader von Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg. FCA-Trainer Andreas Zürcher attestiert ihr ausserordentliche Fähigkeiten auf und neben dem Platz. Besonders angetan zeigt er sich von Jenzers Ehrgeiz: «Die hohen Ziele widerspiegeln den unbändigen Willen von Lara und der gesamten Mannschaft.»

Genau mit dieser gesunden Portion Selbstvertrauen haben seine Schützlinge im Frühsommer eine kleine Fussballeuphorie in der Stadt ausgelöst. Über 500 Zuschauer verfolgten die Aufstiegsspiele im Aarauer Schachen. Selbst die Hardcore-Fans des Männerteams unterstützten lieber die Equipe von Zürcher anstatt die FCA-Profis bei ihrem letzten Heimauftritt.

Hervorragender Teamspirit

Dass die FC-Aarau-Frauen letztlich nur dank des Rückzuges des Schweizer Meisters FC Neunkirch aufstiegen, ist Schnee von gestern. Die positive Energie aus der letzten Spielzeit habe man in die Saisonvorbereitung mitnehmen können, sagt Zürcher. Nach nur drei Wochen Sommerferien mussten seine Spielerinnen bereits Ende Juli wieder auf dem Trainingsplatz antraben. Trotz dieser kurzen Pause habe sich an der Einstellung seiner Truppe nichts verändert. «Sie sind sehr engagiert und freuen sich auf die neue Herausforderung.» Den Teamspirit bezeichnen er und Jenzer unisono als «hervorragend».

In den ersten vier Testspielen hinterliessen die FC-Aarau-Frauen denn auch einen guten Eindruck. Gegen zwei unterklassige Teams konnte man problemlos gewinnen, und in Niederhasli spielten die Aarauerinnen gegen den Nati-A-Club GC 2:2 unentschieden. Nur gegen YB mussten sich Jenzer und Co. mit 1:4 geschlagen geben, «obwohl wir einige Tormöglichkeiten hatten», so Zürcher.

Das Team scheint für seine erste Nationalliga-A-Saison gewappnet zu sein. Gut möglich also, dass die Frauen den Fans auch in dieser Spielzeit mehr Freude bereiten werden als die FCA-Profis.