Schweizer Cup
Lacher bei Spieler und Fans: Hier greift ein Muri-Junior übereifrig ins Spiel ein

Er war Muris heimlicher Star an einem sonst sportlich tristen Cuptag: Mitten im Spiel greift ein Muri-Junior in den Cuphit gegen St. Gallen (0:7) ein, in dem er einen Ball, der (noch) nicht das Seitenaus überquerte, stoppte. Reklamationen? Von wegen! Alle Protagonisten nahmen es mit Humor.

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Muri-Junior greift ins Spiel ein
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Vor dem Spiel des Lebens: Die Murianer (in rot) gegen den haushohen Favoriten aus St. Gallen.
Schnell zeigte sich, dass Muri chancenlos war gegen den Super Ligisten. Sinnbildlich hier am Boden: Shpend Matoshi
Die St. Galler (in weiss) waren in allen Belangen besser als der FC Muri.
Mit Balljungen und Ballmädchen betreten die beiden Teams den Platz.
Kein Zuschauer wollte sich dieses Spiel entgehen lassen...
Silvan Sigg, Torhüter von Muri, konnte einem leid tun. Genervt wirft er seine Trinkflasche weg.
Insbesondere Cedric Itten war von der Hintermannschaft des FC Muri nicht in den Griff zu kriegen.
Eine weitere heikle Situation im Strafraum von Muri-Torhüter Sivan Sigg.
Die St.Galler-Fans hatten in Muri viel zu feiern...
...die Spieler ebenfalls.
Belmin Mrkonja (links) kann St. Gallens Dereck Kutesa nicht am Abschluss hindern.

Muri-Junior greift ins Spiel ein

Screenshot SRF

Es läuft die letzte Spielminute der ersten Halbzeit im Sonntags-Cupspiel zwischen Underdog Muri und dem Super-League-Team St. Gallen (Schlussresultat 0:7): St. Gallens Cédric Itten flankt beim Stand von 4:0 für den Favoriten halbhoch in den Strafraum, doch Vincent Sierro erwischt den Ball nur mit der Fussspitze, worauf die Kugel am Tor vorbeizischt und der Grundlinie entlang Richtung Seitenaus kullert.

Dann passierts: Ein Balljunge des FC Muri stoppt in der Hitze des Gefechts den Ball, obwohl der Ball noch immer im Spiel war. Erst verwerfen einige St.-Gallen-Spieler die Hände, bevor auch sie schmunzeln müssen: Der C-Junior hat nicht bemerkt, dass der Ball noch gar nicht die Auslinie überquert hatte.

Auch die Zuschauer bemerkten den Zwischenfall und applaudierten mit einem Lachen im Gesicht. Alles halb so wild: Der Schiedsrichter entschied auf Schiri-Ball – und weiter gings mit Ballbesitz St. Gallen.

FC-Muri-Präsident Erich Probst hatte die Szene ebenfalls gesehen – und meint am Tag darauf: «Eigentlich hat der Junior alles richtig gemacht und seinen Job erledigt: Er hat dafür gesorgt, dass die Spieler dem Ball nicht hinterherrennen müssen», so Probst schmunzelnd.

Wurde der Junior für sein Missgeschick nach dem Spiel vom Verein zurechtgewiesen? «Nein, nein, sicher nicht», sagt Muris Juniorenobmann Christoph Waser und fügt an, dass die Szene doch viel mehr zeige, dass der Junior den Fussball liebe: «Und diese Szene wiedergibt doch bloss, was ein solches Cupspiel sein sollte: Ein grosses Volksfest.» (az)