Alte Kanti Aarau gegen Boncourt – bei dieser Affiche im Schweizer Cup werden Erinnerungen wach. 2013 und 2014 haben die Aarauer in diesem Wettbewerb nämlich bereits gegen die Jurassier gespielt. Das erste Duell gegen den NLA-Vertreter hat man 2013 im Cup-Sechzehntelfinal mit 70:80 verloren. Das zweite Aufeinandertreffen im folgenden Jahr gewannen die Aarauer dank einer grossartigen Leistung mit 92:74 und erreichten damit das erste und bislang einzige Mal den Viertelfinal des Schweizer Cups.

Zu jener Zeit spielten die Männer des BC Alte Kanti Aarau noch in der Nationalliga B. Dort mischten sie an der Spitze mit und gewannen innerhalb von vier Jahren drei Mal den Titel. Doch seither ist viel passiert. 2015 musste sich die Mannschaft als amtierender NLB-Meister wegen Spielermangels aus der zweithöchsten Spielklasse zurückziehen. Fortan lief man in der 1. Liga regional, der vierthöchsten Liga des Landes auf. In der vergangenen Saison haben die Aarauer nun den Aufstieg in die 1. Liga national geschafft.

Nur noch ein Ehemaliger

Sportlich geht es also wieder aufwärts, auch wenn eine Rückkehr in die Nationalliga B in dieser Saison noch nicht das oberste Ziel ist. Im Cupspiel vom Mittwochabend gegen den BC Boncourt durften die Aarauer aber wieder einmal einen Gegner aus der höchsten Spielklasse des Landes in der Telli begrüssen.

Es war eine kurze Rückkehr auf die grosse Bühne, die Erinnerungen wach werden liess. Im Team der Aarauer, die natürlich als krasse Aussenseiter in das Cupduell starteten, figuriert mit Philippe Sager lediglich noch ein einziger Spieler, der bei den letzten zwei Partien gegen Boncourt bereits auf dem Parkett gestanden hatte.

Vorne mitspielen

Im Publikum sass dafür mit dem Slowenen Dejan Hohler der Spieler, der beim grossartigen Cuperfolg 2014 gegen Boncourt die prägende Figur war. «Doktor Basketball» steuerte damals sensationelle 31 Punkte zum Sieg bei. Diesmal beobachtete Hohler, der seine Aktivkarriere vergangenen Saison beendet hat und heute als Schiedsrichter in den Schweizer Basketballhallen unterwegs ist, das Spiel seiner ehemaligen Teamkollegen. Und was er sah, konnte ihm gefallen. Insbesondere in der zweiten Halbzeit schlugen sich die Aarauer beachtlich.

Nach dem 21:48 zur Halbzeit konnte das Team von Trainer Dimitrios Nasoufis gegen die Jurassier, die vier Profispieler in ihrem Kader haben, besser mithalten. Fast wäre es den Aarauern mit ihren beiden erfolgreichsten Werfern Alberto Montes Gomez (16 Punkte) und Nico Dohnke (13 Punkte) gelungen, das dritte Viertel für sich zu entscheiden. Eine beachtliche Leistung gemessen daran, dass Philippe Sager mit seinen 25 Jahren einerseits der drittälteste Spieler in den Reihen der jungen Aarauer Equipe ist und andererseits auch der Einzige, der in seiner Karriere regelmässig höher gespielt hat als in der 1. Liga national.

Zufriedener Trainer

Bevor er in der vergangenen Saison zu seinem Stammverein nach Aarau zurückkehrte, spielte er zwei Saisons in der NLA bei den Starwings in Basel. «Wir können vor allem mit unserer Leistung in der zweiten Hälfte zufrieden sein. Da haben wir phasenweise ganz gut gespielt», befand Co-Captain Sager nach dem Spiel, das mit 53:88 verloren ging.

Auch Coach Dimitrios Nasoufis, der vergangene Saison die Nachfolge des damals überraschend verstorbenen Meistertrainers Milenko Tomic übernommen hatte, war zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. «Uns war von vornherein klar, dass wir den Cup nicht gewinnen können. Also haben wir uns Ziele gesetzt im Hinblick auf die Meisterschaft, denn die ist für uns momentan das Wichtigste», so Nasoufis.

«Wir mussten nach dem Aufstieg vergangene Saison wichtige Abgänge kompensieren und stehen jetzt mit einem sehr jungen und unerfahrenen Team vor der grossen Herausforderung, in dieser Übergangssaison trotzdem vorne mitzuspielen», sagt der Mann an der Seitenlinie des BC Alte Kanti. Und das gelingt den Aarauern bislang ganz respektabel. Sie haben nämlich nicht nur im Cup gegen Boncourt eine gute Vorstellung gezeigt, sondern sie stehen als Aufsteiger aktuell auch auf dem zweiten Rang in der Meisterschaft und streben einen Platz in den Playoffs an.