Kunstturnen

Kunstturner Fischer: Vom Barren auf die Bühne

Kunstturner Lucas Fischer singt im «Waage»-Pub in Möriken

Kunstturner Lucas Fischer singt im «Waage»-Pub in Möriken

Der Kunstturner Lucas Fischer findet in der «Waage» sein Gleichgewicht. In dem Pub in seinem Wohnort Möriken hatte der 22-Jährige unlängst seine Konzertpremiere als Sänger.

Normalerweise ist die Turnhalle das bevorzugte Terrain des Aargauer Kunstturners Lucas Fischer. Vergangenen Samstag gab der 22-Jährige in seinem Wohnort Möriken sein Konzertdebüt als Sänger.

Bereits einige Minuten vor dem Auftritt von Lucas Fischer war der Raum im «Waage»-Pub voll. Die Zuschauer warteten gespannt auf die Konzertpremiere des Barren-Spezialisten. Zu den Klängen von Linkin Parks «Numb» betrat Fischer die Bühne. Die Nervosität war ihm anzumerken, doch mit seiner lockeren und sympathischen Art hatte er das Publikum sogleich auf seiner Seite. «Wow, ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen. Ich weiss gar nicht, was sagen», rang er bei der Begrüssung nach Worten.

In der Folge zeigte Fischer, dass er nicht nur mit sportlichen Höchstleistungen, sondern auch mit seiner Stimme überzeugen kann. Gekonnt wechselte er von gefühlvollen Balladen zu rockigeren Klängen und wurde mit jedem Song sicherer. Das Publikum klatschte im Rhythmus, sang mit und applaudierte nach jedem Stück lautstark. Nach 45 Minuten folgte eine kurze Pause. Diese nutzte Fischer, um die vielen Kollegen und Familienmitglieder, die den Weg nach Möriken gefunden hatten, zu begrüssen. Auch für ein Interview mit dem Schweizer Fernsehen nahm er sich einige Minuten Zeit.

Kraft in der Musik

Doch weshalb gibt Lucas Fischer ein Konzert und bestreitet nicht einen Wettkampf? Der Aargauer laboriert derzeit an einer Fussverletzung herum, die er sich im Mai zugezogen hat. «Es wird langsam besser, doch in dieser Saison kann ich keine Wettkämpfe mehr bestreiten», sagt er. Sein Ziel ist die Europameisterschaft im kommenden Jahr.

Es ist nicht die erste Verletzung, mit der sich der Aargauer Sportler des Jahres 2011 herumplagt. Mehrmals schon bereitete ihm sein Fuss Probleme und seit zwei Jahren hat er zudem mit epileptischen Anfällen zu kämpfen. Andere Sportler hätten angesichts der vielen Rückschläge den Bettel hingeworfen. Nicht so Lucas Fischer. Er fand in der Musik die nötige Kraft, um weiterzumachen. «Beim Singen kann ich alle meine Gefühle verarbeiten. Es ist die Musik, die mich immer wieder in die Halle zurückbringt», erklärt er.

Zweite Karriere als Sänger

Wie wichtig ihm die Musik ist, brachte er zu Beginn der zweiten Konzerthälfte in einer beeindruckenden A-cappella-Version des Songs «Who you are» zum Ausdruck. Fischer liess sich danach von den technischen Problemen mit der Musikanlage nicht aus der Ruhe bringen und überzeugte bis zum Ende. Er bot gar noch eine kleine Tanzeinlage, obwohl er keinerlei Tanzerfahrung besitzt. «Es war der Hammer. Ein Traum, der in Erfüllung geht», schwärmte Fischer nach seinem Auftritt und betont, er wolle unbedingt wieder auftreten. «Ich bin zwar in erster Linie Turner, aber das Singen ist meine zweite Karriere, die ich mir Schritt für Schritt aufbauen will.»

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