Verletzungsdrama
Krücken statt Kranz: Nick Alpiger muss das Eidgenössische aufgeben und ist trotzdem ein Gewinner

Es geht nicht mehr. Das Bein ist geschwollen, zum Laufen braucht er Krücken. Nick Alpiger muss für den zweiten Tag am Eidgenössichen Forfait geben. Es ist ein Drama nach der Sensation. Es ist aber auch eine Geschichte von grossem Willen.

Martin Probst
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Nick Alpiger muss das Eidgenössiche nach einer starken Willensleistung aufgeben.
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Nick Alpiger kämpfte trotz Verletzung um den eidgenössichen Kranz, musste nach Tag eins aber aufgeben.
Zum Auftakt besiegte er Topfavorit Samuel Giger und sorgte für die Sensation.
Im Duell mit Giger hat Alpiger die Verletzung noch nicht gestört.
Doch schon wenig später machte sich die angerissene Sehne im Hüftbereich bemerkbar.
So musste er im zweiten Gang gegen Patrick Schenk eine Niederlage einstecken.
Für Alpiger geht es nicht mehr, das Bein voll zu belasten.

Nick Alpiger muss das Eidgenössiche nach einer starken Willensleistung aufgeben.

Keystone

Es ist Sonntagmorgen, kurz nach 7 Uhr. Die Nordwestschweizer Schwinger wärmen sich intensiv für den zweiten Tag des Eidgenössichen Schwingfests in Zug ein. Nur einer steht daneben und schaut zu: Nick Alpiger. Der 22-Jährige geht an Krücken. "Ab sofort bin ich nur noch für meine Kollegen da", sagt er.

Weil er selbst nicht mehr starten kann. Das verletzte Bein ist geschwollen. Schwingen unmöglich. Eigentlich war ja schon nach dem zweiten Gang am Samstag klar, dass es nicht mehr geht. "Doch der Wille ist da, lässt es nicht zu, aufzugeben", schaut Alpiger zurück.

Fantasien geweckt

Zum Auftakt hatte er sensationell Samuel Giger besiegt, den bei den Buchmachern meistgenannten Favoriten für den Königstitel. Und das weckte natürlich Fantasien. Was für ein Start! Und dies, nur fünf Wochen, nachdem er sich auf dem Weissenstein schwer verletzte.

Ein Teilriss einer Sehne im Hüftbereich machte die Teilnahme in Zug zu einem Wettrennen mit der Zeit. "Ich wollte konkurrenzfähig antreten und das habe ich geschafft", sagt Alpiger stolz. Und in der Tat war nur schon der Start, aber insbesondere der Sieg gegen Giger, der zuvor zwei Jahre lang nicht verloren hatte, ein riesiger Erfolg.

Doch schon im zweiten Gang zwickte es wieder in der Hüfte. "Das Bein wurde im Verlauf des Tages immer dicker", sagt er. Mit Schmerzmitteln haben er und sein Team versucht, weitere Einsätze zu ermöglichen. Im dritten Gang, den er "irgendwie gewonnen hat", wie er selbst sagt, hat das besser geklappt. Im vierten, verloren Gang waren die Schmerzen dann wieder brutal.

Eine grosse Geste

Am Sonntag steht Alpiger nun seinen Kollegen unterstützend an der Seite. Es ist eine grosse Geste. Im Moment der grossen Enttäuschung ist er trotzdem da. "Ich habe es versucht", sagt er. So muss er sich im Rückblick nie die Frage stellen, was wäre gewesen wenn. Und nun hat der 22-Jährige Zeit für die Regeneration. Er wird zurückkommen. Vielleicht stärker denn je.