Das menschliche Herz besteht aus zwei Hälften: Die eine schickt das Blut zur Sauerstoff-Anreicherung in die Lungen, die andere pumpt das frische Blut zurück in den Körper.

Auch das Herz des FC Aarau besteht aus zwei Hälften. Genau gesagt aus Elsad Zverotic und Olivier Jäckle.

Zur Erinnerung: Im Sommer hatte der FC Aarau viele Baustellen. Die grösste war aber zweifellos die mangelnde Physis und die inexistente Kreativität im zentralen Mittelfeld. Weil bis zur Schliessung des Transfermarkts kein Mittelfeld-Patron gefunden wurde, stellte sich die Frage: Wie will der FC Aarau die Saison einigermassen schadlos überstehen ohne funktionierendes Scharnier zwischen Defensive und Offensive?

Die Antwort: Einerseits mit Elsad Zverotic. Der 32-Jährige war im Sommer eigentlich als Abwehrpatron geholt worden. Doch dank seiner Polyvalenz kann er auch im zentralen Mittelfeld spielen. Dort brauchte es den Premier-League-erfahrenen Mann dringender denn je, um nicht Spiel für Spiel die Mittelfeld-Herrschaft dem Gegner zu überlassen.

Andererseits mit Olivier Jäckle. Der 25-Jährige scheint seine gesundheitlichen Probleme endlich im Griff zu haben. Dass er kreativ kicken kann, daran bestand nie ein Zweifel. Nur gezeigt hat er sein Können in den vergangenen zwei Saisons viel zu selten. Das ist unter Trainer Patrick Rahmen, der voll auf Jäckle setzt, anders. Bei allen fünf Siegen stand Jäckle in der FCA-Startformation und schoss dabei zwei Tore.

Das aus der Not geborene Duo Zverotic/Jäckle macht mittlerweile vergessen, dass das zentrale Mittelfeld Anfang Saison die grosse Schwachstelle der Mannschaft war. Entsprechend sind sie bislang zwei der Gewinner.

«Elsad ist der Krieger an meiner Seite», sagt Jäckle, «mit ihm und dank des Vertrauens von Trainer Patrick Rahmen fühle ich mich wohl im Zentrum.»

Zverotic, der Krieger. Jäckle, der Stratege: Beim kapitalen 3:2-Sieg in Chiasso Anfang November hat er zwei Tore vorbereitet, in Schaffhausen eines. Alle mittels ruhendem Ball.

FCA-Kämpfer Elsad Zverotic

FCA-Kämpfer Elsad Zverotic

Und Zverotic? Der beweist, dass er nicht nur der Mann fürs Grobe ist: Seine drei Saisontore machen ihn zum viertbesten FCA-Skorer. Der Weitschuss in den Winkel gegen Winterthur (Endstand 2:3) gewann sogar die Auszeichnung zum «Tor des Monats Oktober».