NLA-Handball

«Kontroverse überrascht mich nicht»: Das sagt Nicolas Raemys Anwalt zur Anzeige gegen Milan Skvaril

Nicolas Raemy schweigt und lässt dafür seine Anzeige durch seinen Anwalt kommentieren.

Nicolas Raemy schweigt und lässt dafür seine Anzeige durch seinen Anwalt kommentieren.

Wacker-Thun-Schlüsselspieler Nicolas Raemy schweigt, dafür kommentiert sein Anwalt Stefan Schmutz die Anzeige gegen HSC-Spieler Milan Skvaril. Grund für die Anzeige seien keine persönlichen Motive, vielmehr gehe es ihnen um «den Sport und den Schutz des Sportlers».

Dass Nicolas Raemy Anzeige gegen Milan Skvaril eingereicht hat, sorgt in der Handballszene für viele Diskussionen. Einer aber will sich daran nicht beteiligen: Raemy selber.

Der aktuell wegen einer Fussverletzung ausfallende Schlüsselspieler von Wacker Thun ist für die Aargauer Zeitung am Dienstag telefonisch nicht erreichbar.

Noch am vergangenen Wochenende hatte Raemy eine allfällige Stellungnahme für Anfang Woche in Aussicht gestellt – darauf verzichtet er nun. Er meldet sich stattdessen per SMS und verweist auf seinen Anwalt Stefan Schmutz.

Motiv ist nicht persönlicher Natur

Dieser bringt Licht ins Dunkel um den Hintergrund der Anzeige wegen versuchter, schwerer Körperverletzung, eventualiter einfacher Körperverletzung und subeventualiter fahrlässiger Körperverletzung: «Es geht uns mit dieser Anzeige nicht um persönliche Motive, sondern um den Sport und den Schutz des Sportlers», sagt Schmutz.

Handball: Das Rencontre von Milan Skvaril, Topskorer des HSC Suhr Aarau, mit Wacker Thuns Nicolas Raemy in Spiel 4 der Playoff-Viertelfinalserie der Saison 2018/19.

Er sieht die Problematik in dem, was nach dem unbestrittenen und mit der roten und blauen Karte geahndeten Foul geschieht: «Wenn man sich das Foul, beziehungsweise das, was danach folgt, ansieht, dann ist das ein Bereich, in dem es um die Gesundheit des Sportlers geht. Das ist ein Angriff auf die Nacken- und Kopfpartie des am Boden liegenden Spielers und hat nichts mehr mit dem Spiel zu tun.»

Das Rencontre zwischen Milan Skvaril (oben) und Nicolas Raemy in den Playoff-Viertelfinals 2019.

Das Rencontre zwischen Milan Skvaril (oben) und Nicolas Raemy in den Playoff-Viertelfinals 2019.

Und genau daran scheiden sich die Geister: Landet Skvaril absichtlich im Nacken Raemys? Verläuft das komplette Rencontre schlicht und einfach unglücklich? Diese Fragen muss nun das Gericht klären.

Raemys Anwalt sieht die Diskussionen als legitim an

Schmutz wurde nicht davon überrascht, dass die Anzeige seines Mandanten in der Öffentlichkeit für viel Gesprächsstoff sorgt: «Es gab gewisse Fälle, die im Sportbereich zu Anzeigen führten, die sehr kontrovers diskutiert wurden. Insofern kommt es für mich nicht überraschend, dass auch aus dieser Anzeige eine Kontroverse entstanden ist.» Und er fügt an: «Es ist durchaus auch legitim, dass darüber diskutiert wird.»

Derweil demonstriert der HSC Suhr Aarau nun auch in den sozialen Medien, dass er sich voll und ganz hinter Skvaril stellt: Aktuell werden alle Online-Beiträge des Klubs mit dem Hashtag «#zämealshscfamilie» versehen.

Im November stehen die Einvernahmen der beiden Parteien durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern auf dem Programm. Das Strafverfahren dürfte alle Beteiligten noch eine Weile beschäftigen.

Meistgesehen

Artboard 1