Schwingen
König Sempach darf nach Unterkulm – Christian Stucki nicht

Matthias Sempach tritt am 15. Juni zum Aargauer Kantonalfest in Unterkulm an. Die Organisatoren hatten mit Christian Stucki auch den zweiten Schlussgangteilnehmer vom Eidgenössischen 2013 angefragt. Vergeblich – trotz Interesse des Schwingers.

Wolfgang Rytz
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Während des Schlussgangs hält Christian Stucki Matthias Sempach mehrere Sekunden in der Luft
13 Bilder
Matthias Sempach legt Christian Stucki ins Sägemehl
Stucki wehrt sich noch, doch Sempach hat die Oberhand
Der Sieger steht fest
Die Emotionen gehen hoch
Die Freude über den Sieg ist riesengross!
Matthias Sempach
Sempach wird von Medienvertretern umringt
Sein Wille bezeichnet der 27-Jährige als gross und stark. Die Mutter berichtet, dass er als Kind auf vier Meter durch eine offen gelassene Türe im Heuschober gefallen sei - und unverletzt geblieben ist. Daher komme sein Siegeswille.
Matthias Sempach: Ein muskelbepackter Naturbursche, verteilt auf 194cm
Und ein ganz «Böser»
Schon als Kind träumte er vom Lorbeerkranz
Und ordnete seinem Wunsch alles unter

Während des Schlussgangs hält Christian Stucki Matthias Sempach mehrere Sekunden in der Luft

swiss-image.ch

Der Schwingsport hat seine eigenen Gesetze. Weder Geld noch Beziehungen verhelfen einem Schwingfest zur Teilnahme eines Schwingerkönigs. Damit Matthias Sempach beim Aargauer Kantonalen am 15. Juni antreten darf, mussten die Organisatoren den hochoffiziellen Weg mit einem sogenannten Gästegesuch gehen.

Darüber befand die Technische Kommission des Eidgenössischen Schwingerverbandes vor wenigen Tagen. Die Wynentaler hatten das Glück, dass sie in diesem Jahr als einziger Organisator eines Kantonalfestes den Klub des neuen Schwingerkönigs eingeladen haben.

An der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) traf OK-Präsident Martin Widmer den «bösen» Alchenstorfer. Dieser erklärte, dass er noch nie an diesem Anlass habe antreten dürfen. Es sei eine Ehre für ihn, in Unterkulm in die Zwilchhosen zu steigen.

Absage an Christian Stucki

Der ESV respektive dessen Technische Kommission erteilte den Unterkulmer Organisatoren aber gleichzeitig eine Absage. Christian Stucki hatte den Wynentalern nämlich seine Teilnahme bereits zugesichert. Deshalb hätte das OK gerne auch drei Schwinger aus dem Berner Seeland eingeladen.

Doch dies ging dem Verband zu weit. Gleich beide Schlussgangteilnehmer von Burgdorf wären des Guten zu viel gewesen. Trotzdem ist OK-Präsident Widmer überglücklich. «Die Teilnahme von Matthias Sempach ist für uns ein Riesenerfolg. Wir wussten, dass der Verband kaum beide Spitzenschwinger bewilligen würde.»

Der Schwingklub Kreis Kulm und der Turnverein STV Unterkulm als Trägervereine haben eine Arena für über 3000 Zuschauer geplant. Der Vorverkauf für die 1200 gedeckten Sitzplätze soll am 1. April beginnen.