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Kommt mit Patrick Rossini der lange ersehnte Torgarant zum FC Aarau?

Läuft Patrick Rossini bald für den FC Aarau auf?

Läuft Patrick Rossini bald für den FC Aarau auf?

Laut Tessiner Medien verlässt Stürmer Patrick Rossini den FC Lugano. Offenbar buhlt der FC Aarau intensiv um die Dienste des 27-Jährigen, der in Schaffhausen einst Tore am Laufmeter produzierte.

Der beim FC Zürich unerwünschte Armando Sadiku wechselt zum FC Vaduz. Die Talente Albian Ajeti (von Basel zu Augsburg) und Haris Tabakovic (YB) wollten nicht zum FC Aarau wechseln. Und für den früheren Sion-Stürmer Leo Itaperuna (nach China zu Liansheng ausgeliehen) interessieren sich neben Aarau plötzlich auch andere Klubs. Jeder dieser vier Spieler hätte für Aarau die Lösung des Stürmerproblems bedeuten können.

Trotz der ernüchternden Suche auf dem Transfermarkt scheint der FC Aarau nun den Weg aus dem Tunnel zu finden. Patrick Rossini, 27, Stürmer beim FC Lugano, soll ein heisser Kandidat bei den Aarauern sein. Tessiner Medien berichten, dass Rossini und Lugano künftig getrennte Wege gehen. Schliesslich wurde Rossini, der beim Super-League-Aufsteiger in 15 Partien vier Treffer erzielte, zusammen mit Torhüter Francesco Russo und dem von Aarau ausgeliehenen Verteidiger Denis Markaj vom Trainingsbetrieb der Profis ausgeschlossen. Als mögliche neue Arbeitgeber Rossinis führt «Ticino News» den FC Aarau und Ligakonkurrent Chiasso auf. Aaraus Sportchef Raimondo Ponte sagt: «Ich hoffe, es gibt eine Möglichkeit, Rossini zu verpflichten.»

Rossini könnte das Stürmerproblem lösen

Ein Zuzug von Rossini würde beim FC Aarau das ewige Stürmerproblem – Mart Lieder und Petar Sliskovic haben nur je einen Treffer erzielt – lösen. Klar, Aarau hat mit dem 20-jährigen Zoran Josipovic bereits einen Stürmer verpflichtet. Aber Josipovic garantiert keine Tore. Er gehört eher in die Kategorie Perspektivspieler.

Alle Tore von Patrick Rossini für den FC Schaffhausen in der Saison 2013 / 2014.

Alle Tore von Patrick Rossini für den FC Schaffhausen in der Saison 2013 / 2014.

Ganz anders Rossini. Dieser hat in Schaffhausen mit 69 Toren in 106 Spielen bewiesen, über welche Abschlussqualitäten er verfügt. In der Saison 2013/14 wurde der Sohn eines Tessiners und einer Appenzellerin mit 22 Treffern Torschützenkönig in der Challenge League. Was ihm einen Transfer zum FC Zürich bescherte.

Doch Zürich wurde für den Vater von Leonardo (2) und Vittoria (10 Monate) zum Fiasko. Sportlich, weil es sich in der überdotierten FCZ-Offensive nicht durchsetzen konnte. Menschlich, weil er von einem Tag auf den anderen wie ein Lump behandelt und vor die Türe gesetzt wurde.

Verwickelt in eine Spielmanipulation

Was war passiert? Gegen Ende der letzten Saison war publik geworden, dass in der Challenge League gegen das Fremdprämienverbot verstossen worden war. Dass ein Couvert mit 20 000 Euro den Weg von Lugano nach Schaffhausen gefunden hatte. Als Prämie dafür, dass die Schaffhauser gegen Servette gewonnen und dem FC Lugano den Weg in die Super League geebnet hatten. Als Drahtzieher wurden die beiden Luganesi Rossini und Djuric durch die Liga an den Pranger gestellt. Der Erste hatte das Angebot an seine früheren Teamkollegen übermittelt. Der Zweite das Geld einem Schaffhauser übergeben. «Das Einzige, was ich tat, war dieses SMS zu schreiben», sagt Rossini. «Ich wusste nicht, dass es ein Reglement gibt, das verbietet, einer anderen Mannschaft für einen Sieg eine Prämie auszusetzen. Geld für eine Niederlage zu bezahlen – ein Spiel zu manipulieren, da hätte ich nie mitgemacht.»

Ohnehin waren nicht Rossini und Djuric die Initianten der Aktion gewesen, sondern lediglich die Handlanger. «Woher hätte ich auch so viel Geld nehmen sollen?», fragt Rossini, der verständlicherweise nicht sagen will, wer die Anstifter waren. Tessiner Journalisten verdächtigen den peruanischen Investor Pablo Betancourt, der inzwischen seinen Anteil am FC Lugano an Präsident Angelo Renzetti verkauft hat. Es sei daher auch kein Zufall, dass Rossini danach mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet worden sei – Schweigegeld eben. Denn wie hätte die Liga entschieden, wäre klar geworden, dass der Klub und nicht einzelne Spieler hinter der Story stünden? Wäre Lugano gleichwohl als Aufsteiger akzeptiert worden?

Einst ein grosses Talent

Büssen musste aber vor allem Rossini, der im letzten Winter für ein halbes Jahr vom FC Zürich an Lugano ausgeliehen worden war. Ohne mit dem Spieler gesprochen zu haben und noch bevor die Liga ein Urteil fällte, kündigte Zürichs Präsident Ancillo Canepa den Vertrag Rossinis. «Wir erfuhren in den Ferien davon. Meine Frau und ich waren am Boden zerstört, wir standen quasi auf der Strasse», sagt Rossini. Damit nicht genug: Als die Disziplinarkommission dann die beiden Sünder für 12 Spiele suspendierte, verlangte der FCZ-Präsident von Rossini eine Schadenersatzsumme von 250 000 Franken. Danach allerdings reduzierte das Rekursgericht die Strafe um sagenhafte 80 Prozent auf zwei Spielsperren mit der Begründung, es läge keine Manipulation des Spielausgangs vor und von einer Verfälschung könne keine Rede sein.

Rossini hatte einst als grosses Talent gegolten, das ihm einen Platz im Juniorenteam von Inter Mailand einbrachte. «An der Seite von Leonardo Bonucci, der heute bei Juve spielt, wurde ich italienischer Vizemeister», sagt Rossini. Wegen einer Allergie hatte er noch als 17-Jähriger nur 1,60 Meter gemessen. Mit 1,79 ist er zwar auch heute kein Riese, dank einem exzellenten Timing aber ein guter Kopfballspieler. Sein Grossvater, einst ein Spitzengoalie Bellinzonas in der Nationalliga A, schaut sich jedes Spiel von Patrick an. Dessen ein Jahr jüngerer Bruder Jonathan, der gegen Uruguay ein Länderspiel für die Schweiz absolviert hatte, spielt bei Savona in Italiens dritter Liga.

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