Challenge League
Kommt beim FC Aarau die kleine Krise oder das grosse Aufbäumen?

Nach den zwei Heimniederlagen des FC Aarau stellt sich die Frage, ob die Aarauer nach dem grandiosen Saisonauftakt in einer Krise stecken.Das heutige Meisterschaftsspiel gegen Winterthur wirds zeigen.

Ruedi Kuhn
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René Weiler und sein Team stehen derzeit etwas im Regen. Alexander Wagner

René Weiler und sein Team stehen derzeit etwas im Regen. Alexander Wagner

René Weiler kennt die Gesetze des Fussballs. Die Zitate «Siege und Niederlagen gehören nun mal zum Fussball» und «Erster werden ist leichter als Erster bleiben» sind typisch für den Trainer des FC Aarau. Der 39-Jährige verliert nie den Sinn für die Realität. So liess er sich weder von der eindrücklichen Bilanz mit dem Gewinn von 28 Punkten aus zehn Spielen noch vom Vorsprung von sieben Zählern auf die ersten Verfolger blenden. Immer und immer warnte er vor allzu grosser Euphorie. «Das Aufstiegsrennen wird erst im Frühling entschieden», sagte Weiler unlängst. «Für uns gilt es in erster Linie, möglichst lange in der Spitzengruppe zu bleiben.»

Spitzenkampf wirds weisen

Die zwei Niederlagen in der Meisterschaft gegen Biel (1:5) und gegen Bellinzona (0:1) haben den FC Aarau auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Sind diese Rückschläge der Auftakt zu einer kleinen Krise? Oder ists nur ein Durchhänger? Folgt nun das grosse Aufbäumen? Der heutige Spitzenkampf gegen Winterthur, das folgende Heimspiel gegen Vaduz und der Cupachtelfinal gegen St. Gallen werden zeigen, was Sache ist.

Weiler beurteilt die Ausgangslage vor diesen drei Partien sachlich und sagt: «Mit Ausnahme von Aarau haben während der Vorrunde alle Spitzenteams der Challenge League eine schwache Phase durchgemacht. Sollten wir in Winterthur verlieren hat es auch uns erwischt.» Für die Zürcher hat Weiler lobende Worte bereit. «Für mich ist Winterthur ein heisser Anwärter auf die Super League», fügt er hinzu. «Das habe ich schon vor der Saison gesagt.»

Bei all diesen Worten wird man den Eindruck nicht los, dass der Leader der Challenge League trotz dem Vierpunkte-Vorsprung auf den Gegner heute Abend als Aussenseiter ins Fernsehspiel steigen wird. Die Rolle des Jägers scheint Weilers Teams eh besser zu liegen als jene des Gejagten. Das hat sich in der vergangenen Meisterschaft gezeigt, als der FC Aarau die AC Bellinzona im Kampf um den Barrageplatz erst im Schlussspurt ein- und überholt hat.

Noch ein zusätzlicher Stürmer?

Trotzdem wäre es eine grosse Enttäuschung, wenn die Mannschaft nach den starken Leistungen in der Vorrunde nicht als Leader überwintern würde. Im Trainingslager auf Zypern vom 19. bis 28. Januar können die Aarauer jene Kräfte tanken, die im zähen Ringen um den Aufstieg gegen die härtesten Konkurrenten Bellinzona und Winterthur den Ausschlag geben werden. Und vielleicht verpflichten die Klubverantwortlichen vor Beginn der Rückrunde auch noch einen Stürmer, der die bisher an Ladehemmung leidenden Dante Senger und Goran Antic Dampf macht. Gehörigen Dampf.