Fussball
Kommentar zum neuen Aarau-Trainer Sven Christ: Das Risiko liegt so nah

Sven Christ zum neuen Trainer des FC Aarau zu ernennen, ist so naheliegend wie logisch. Kurz: eine typische FCA-Entscheidung.

François Schmid-Bechtel
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Sven Christ ist kein Trainer-Nobody und hat im Brügglifeld schon als Spieler Spuren hinterlassen

Sven Christ ist kein Trainer-Nobody und hat im Brügglifeld schon als Spieler Spuren hinterlassen

Marcel Bieri

Warum? Weil Christ eine kostengünstige Lösung ist; weil er Beziehungen zu Mitgliedern des Verwaltungsrats hat; weil er als Trainer-Nobody keine grossen Ansprüche stellt; weil er als ehemaliger Spieler des FCA Spuren im Brügglifeld hinterlassen hat; weil er es sich zutraut, die aussergewöhnliche Arbeit seines Vorgängers René Weiler fortzusetzen.

Beim FC Aarau basiert vieles auf engen Beziehungen und Seilschaften. So ist beispielsweise Fredy Strasser nicht nur der Schwiegervater von Captain Sandro Burki, sondern auch Berater mehrerer FCA-Spieler und sitzt sogar noch im Sportausschuss. Die Verschmelzung von persönlichen Seilschaften und Führungsfunktionen birgt neben Vorteilen des Zusammenhalts aber auch das Risiko der fehlenden Distanz. Für Christ war es bestimmt kein Nachteil, ein enger Vertrauter von Vizepräsident Roger Geissberger zu sein.

Dass sich Christ zutraut, von der 1. Liga in die Super League drei Stufen auf einmal zu nehmen, erstaunt nicht. Gleichwohl geht die Aarauer Klubführung ein nicht unbeträchtliches Risiko ein. Einerseits, weil der 40-jährige Christ keine Erfahrung als Trainer auf Profiniveau hat. Anderseits, weil er punkto Netzwerk kaum mit seinem Vorgänger Weiler mithalten kann. Aber solange die Aarauer weder einen Ersatz für Artur Ionita und noch einen Stürmer mit Skorerqualitäten verpflichtet haben, muss sich Christ kaum Sorgen machen, den Ansprüchen nicht zu genügen.