Dieses Zitat von Mittelfeldspieler Franz Schmid unmittelbar nach dem Aufstieg in die Nationalliga B am 8. Juni 2002 in der alt-ehrwürdigen Sportstätte Paul-Walser-Stiftung spricht Bände. Schmid war zusammen mit Alessio Passerini und den torgefährlichen Brüdern Carmine und Gerardo Viceconte einer von vier einheimischen Spielern in der Saison 2001/02.

Der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse war für die vier Wohler ein sportliches Highlight. Mehr noch. Es war der Anfang eines sportlichen Märchens. Ein sportliches Märchen, das im Umfeld des Freiämter Klubs kaum einer für möglich gehalten hätte.

16 Jahre nach dem grossen Coup sitzt Schmid zusammen mit seinen früheren Teamkollegen im Stadion Niedermatten. Klar doch, dass sich der Administrations-Leiter einer Transport-Firma und dreifache Familienvater über das Wiedersehen der Aufstiegshelden vor dem letzten Heimspiel des FC Wohlen in der Challenge League gegen den FC Schaffhausen freut.

«Der Fussball steht für mich zwar nicht mehr im Vordergrund, aber es ist eine schöne Idee, dass sich die erfolgreiche Mannschaft von 2002 nochmals trifft», sagt der bald 42-jährige Schmid. «Natürlich haben wir viele Geschichten zu erzählen. Die Aufstiegssaison war speziell. Mir kam es vor wie ein wunderschöner Traum. Ein Traum, der Realität wurde. Die Dynamik, das Selbstvertrauen und der Zusammenhalt innerhalb des Teams waren einzigartig, Funktionäre, Spieler und Fans zogen alle am gleichen Strick. Dass ich zu diesem Team mit vielen Persönlichkeiten und besonderen Typen gehören durfte, berührt mich heute noch zutiefst.»

Rückkehr des verlorenen Sohnes

Schmid schrieb damals eine ganz besondere Geschichte. Der frühere Junior des FC Wohlen gab sein Debüt in der ersten Mannschaft Mitte der 1990er-Jahre. Der damalige FCW-Trainer Hanjo Weller bezeichnete den feinen Techniker als Riesentalent.

Dennoch wechselte Schmid 1997 zum Rivalen FC Bremgarten und schaffte mit dem Drittligisten den Aufstieg in die 2. Liga. Während der Aufstiegsspiele nahmen der damalige Wohlen-Präsident Andy Wyder und Trainer Martin Rueda Schmid unter die Lupe. Kurze Zeit später kehrte der verlorene Sohn zum FC Wohlen zurück.

So richtig durchgestartet ist Schmid allerdings erst in der Saison 2001/02. Im Frühling 2002 zählte der pfeilschnelle Flügelstürmer mit dem starken linken Fuss zu den Überfliegern. Der Hype um seine Person ging so weit, dass er von den Fans in der Aufstiegsnacht vom 8. auf den 9. Juni 2002 punkt Mitternacht zum «Fussball-Gott des FC Wohlen auf alle Ewigkeit» gekürt wurde.

Die guten, alten Zeiten aufleben lassen

«‹Fussball-Gott› ist vielleicht etwas übertrieben», sagt Schmid mit einem schelmischen Lächeln. «Aber nach dem Wechsel zu Bremgarten hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich je einmal in der Nationalliga B spielen werde.» Logisch also, dass Schmid und Co. gestern Abend die guten, alten Zeiten während eines geselligen Beisammenseins aufleben liessen.

Mit dabei und in Festlaune waren auch die beiden Ehrenpräsidenten René Meier und Andy Wyder. Und natürlich durfte auch der Baumeister des sportlichen Höhepunkts nicht fehlen: Erfolgstrainer Martin Rueda!

Nach einem Apéro und einem Nachtessen wurde den Aufsteiger-Jungs kurz vor dem Anpfiff des letzten Heimspiels des FC Wohlen in der Challenge League eine besondere Ehre zuteil: Der Stadion-Speaker rief die Namen aller Spieler auf. Sie liefen auf das Hauptfeld und wurden von den Zuschauern mit frenetischem Beifall gefeiert.

Danach begleitete das Team um Captain Flavio Gastaldi den FC Wohlen und den FC Schaffhausen aufs Spielfeld. Und zu guter Letzt durften sich die Aufstiegshelden das Spiel auf Einladung des FC Wohlen auf der Haupttribüne ansehen.

Der Kreis schliesst sich

Dass der Gegner der Freiämter wie schon im Aufstiegsknüller von 2002 FC Schaffhausen hiess, passte zum Rahmen. 16 Jahre nach dem sportlichen Triumph schloss sich mit dem Spiel gegen die Nordostschweizer der Kreis.

Logisch, dass der Schlusspfiff der Partie (den Spielbericht finden Sie in der Box) für die Cracks aus den erfolgreichen Zeiten der Anpfiff zum einen oder andern Schlummerbecher war. Abstieg hin, Abstieg her; Aufstiegshelden und kleine Fussballgötter dürfen die Feste feiern wie sie fallen.