Gigathlon
Kilometer um Kilometer mit Neopren und Badekappe

Die Schwimmstrecke für das Team «Power von A bis Z» wird Christine Fürst absolvieren. Hier erzählt sie von ihren Trainings mit dem Neoprenanzug und den ersten Erfahrungen im offenen Gewässer.

Christine Fürst
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Training auf der Gigathlon-See-Strecke im Sempachersee.
10 Bilder
Die Wassertemperatur beträgt 17 Grad.
Letzte Ankleideübungen, sodass der Neopren-Anzug wirklich perfekt sitzt.
Akklimatisieren im Wasser.
Start: Zuerst müssen wir von Sursee raus aus dem Trichter schwimmen.
Vorbei am «Gamma-Inseli»
Die Enten sind unsere ständigen Begleiter
Allein auf «offener See»
Bei wunderschönem Wetter
Ziel: Wir haben die Seestrecke geschafft! Die Uhr zeigt gar 3.5 Kilometer an...

Training auf der Gigathlon-See-Strecke im Sempachersee.

Patrick Lochmatter

Es war eine Entscheidung, die ich mir gut überlegt habe – denn Ausdauersportlerin war ich nie. Doch ich hatte Lust, mich auf einen speziellen Anlass vorzubereiten, zu trainieren und ein Ziel vor Augen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war mir aber nicht bewusst, dass die Schwimmstrecke am diesjährigen Gigathlon die zweit längste Strecke ever ist...

Das jagte mir dann schon einen gehörigen Schrecken ein. Doch zurück konnte ich nicht mehr, bereits waren ich und mein Team angemeldet. Was blieb mir anderes übrig, als trainieren, trainieren und nochmals trainieren?

Ich schwamm, Kilometer um Kilometer. Zuerst im Hallenbad und sobald die Badi in Olten offen war, trainierte ich auch unter freiem Himmel. Ich organisierte mir einen Neopren-Anzug, denn bis anhin bin ich einfach gerne meine Längen geschwommen...aber eine Ausrüstung fürs Open-Water-Schwimmen hatte ich natürlich keine zu Hause. Glücklicherweise kam ich für wenig Geld zu einem guten Neoprenanzug, einem letztjährigen Testmodell.

Im Sempachersee bei 13 Grad

Bereits am 19. Mai stieg ich zum ersten Mal in den Sempachersee – 13 Grad!!! Wie froh war ich um den Neopren-Anzug. Hände und Füsse spürte ich bald nicht mehr, das Gesicht war irgendwie taub und die Bewegungen wurden langsamer. In meinem Kopf spielte sich bereits ein Horrorszenario ab...

Nur eine Woche später, an Pfingsten, wagte ich die Gigathlonstrecke im Sempachersee. Mein Freund war als Begleitung im Ruderboot neben mir unterwegs. Ich stieg in Sursee, im sogenannten Trichter, in den See.

Die Strecke: Raus aus dem Trichter, vorbei am «Gamma-Inseli» und dann einfach geradeaus. 2650 Meter bis Nottwil. Ich hatte zuerst Mühe, meinen Rhythmus zu finden, mich im Wasser wohl zu fühlen. Doch sobald ich am Inseli vorbei war, war diese Mühe wie «abgeschwommen» und ich bewegte mich im Takt - und schaffte die 3 Kilometer problemlos. Für mich ein Zeichen, dass die Gigathlon-Strecke für mich machbar ist.

Zweites «Seetraining»

Gestern nun wagte ich es zum zweiten Mal. Mit Deborah Eggel, die mit einem anderen Team am Gigathlon schwimmen wird, schwamm ich über den See. Begleitet wurden wir von ihrem Freund mit dem Pedalo. Ich war ziemlich erkältet und hatte zu Beginn grosse Mühe richtig zu atmen. Bis zum «Gamma-Inseli» war es eine richtige Qual - und ich hatte erst rund 400 Meter hinter mir. Ich kämpfte mit Kopfschmerzen und bei jedem Zug hatte ich das Gefühl, sofort aufgeben zu müssen.

Es war ein grosser Kampf gegen den Inneren Schweinehund, den ich gestern geführt habe. Nach einer Stunde und 40 Minuten kamen wir in Nottwil an. Ich war froh, dass ich es trotz Erkältung geschafft habe. Nun bin ich gerüstet. Parat für 9 Kilometer auf der Aare und 3 Kilometer auf dem Sempachersee. An eine Profizeit werde ich mich nicht heran tasten können, aber ich weiss, dass ich die Strecke schwimmen kann und (hoffentlich) ankommen werde.