Pferdesport
Kemaliste überlegener Sieger beim GP Schweiz im Aarauer Schachen

Baumgartner-Wallach wird seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt den 67. Grossen Preis der Schweiz.

Willi Bär
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Vollgas beim Turf im Schachen
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Sieger Kemaliste mit Bertrand Bourez feiert seinen Erfolg beim 67. GP der Schweiz.
Sieger Kemaliste mit Bertrand Bourez (links) vor dem zweitplatzierten Alberto de Ballon (rechts) mit Gaelle Barbedette. In der Mitte Chantal Zollet auf Toscan des Brosses, die später stürzte.
Sieger Kemaliste mit Bertrand Bourez (links) vor dem zweitplatzierten Alberto de Ballon (rechts) mit Gaelle Barbedette. In der Mitte Chantal Zollet auf Toscan des Brosses, die später stürzte.
Sieger Kemaliste mit Bertrand Bourez hinter Alberto de Ballon (links) mit Galle Barbedette (rechts) .
Sieger Kemaliste (links) mit Bertrand Bourez vor Alberto de Ballon (rechts) mit Gaelle Barbedette.
Der zweitplatzierte Alberto de Ballon (Mitte) mit Gaelle Barbedette vor dem Sieger Kemaliste (rechts) mit Bertrand Bourez. Links Chantal Zollet, die später stürzte.

Vollgas beim Turf im Schachen

Alexander Wagner (awa)

9200 Zuschauer bildeten im Aarauer Schachen eine prächtige Kulisse für den mit 50000 Franken dotierten 67. Grossen Preis der Schweiz. Das wichtigste Hindernisrennen der Schweiz hatte den Charakter eines Ausscheidungsrennens. Die beiden Pferde von Peter Baumgartner, Alberto de Ballon und Kemaliste, nahmen das Heft sogleich in die Hand und sorgten an der Spitze für ein flottes Tempo. Schon nach kurzer Zeit galoppierten die beiden einige Längen vor den übrigen drei Pferden. Vor dem Wassergrabensprung wurde Bagmati, der schon eine Weile Mühe hatte, den Anschluss zu halten, von seinem Reiter Dirk Fuhrmann angehalten. Einen starken Eindruck hinterliess Toscan des Brosses, der in der Folge mit viel Vorwärtsdrang zum Baumgartner-Duo aufschloss. Doch bei der zweiten Überquerung des mächtigen Tribünensprungs verlor Reiterin Chantal Zollet die Balance. Einen Augenblick lang versuchte sie sich im Stil einer Kunstturnerin in den Sattel zurück zu kämpfen, landete aber schliesslich trotzdem unsanft im Gras. So blieben nur noch drei Pferde im Rennen. In der Endphase löste Kemaliste seinen Stallgefährten Alberto de Ballon an der Spitze ab und galoppierte unter dem französischen Jockey Bertrand Bourez einem überlegenen Acht-Längen-Sieg entgegen. Anton Kräuligers Vicomte Alco hatte im Schlussbogen einen starken Moment, musste den zweiten Rang aber schliesslich Alberto de Ballon überlassen, so das Peter Baumgartner einen Doppelsieg feiern konnte. Dem 84-jährigen Ostschweizer, der vor einigen Jahren erblindet ist und im Rollstuhl sitzt, liefen an der Siegerehrung vor Rührung die Tränen übers Gesicht. Mit seinem fünften Sieg im Grossen Preis der Schweiz hat er nun zum bisher einzigen Rekordhalter Stall Uetli aufgeschlossen.

Nervös wie beim ersten Mal

Sichtlich erleichtert, dass er seine Mission «Sieg im Grossen Preis der Schweiz» zu einem erfolgreichen Ende bringen konnte, war der Hunzenschwiler Jakob Rohr, der hinter den Kulissen den Coup im Auftrag von Peter Baumgartner organisiert hatte. Damit bis zum Schluss alles seine Ordnung hatte, begleitete er nach dem Rennen den erstmals in der Schweiz reitenden Siegjockey Bertrand Bourez zur Waage. «Es lief zum Glück alles wie geplant. Ich habe den GP Schweiz mit meinen eigenen Pferden schon dreimal gewonnen, dazu viele andere GP-Sieger in Frankreich ausgesucht und in die Schweiz gebracht, doch ich bin vor dem Rennen immer noch furchtbar nervös. Gerade in einem Hindernisrennen ist man nie gefeit vor negativen Überraschungen.»

Aargauer Sieg im Cross

Für einen einheimischen Sieg sorgte im abschliessenden Cross (4800 Meter/10 000 Franken) Pipina. Geritten von Aurélien Rousse setzte sich die elfjährige Stute nach einem packenden Finish mit einer Viertellänge Vorsprung gegen den von Anfang an führenden Frontrunner Urve Bruère durch. Pipina gehört dem 86jährigen Aarauer Hans Rubli, der sie selber gezüchtet hat. Trainiert wird sie von Hansjörg Haltiner in Holziken.