Eishockey

Keine Wachablösung: Die Wohler Eishockeyaner können ihre Skalps behalten

Der Sieg bleibt in Wohlen. Jean-Pierre Lambrigger (Nummer 6) und seine Kollegen bejubeln das glückliche Ende des Freiämter Derbys. ruedi burkart

Der Sieg bleibt in Wohlen. Jean-Pierre Lambrigger (Nummer 6) und seine Kollegen bejubeln das glückliche Ende des Freiämter Derbys. ruedi burkart

Zum 3.-Liga-Start verlieren die «Indianer» von Aufsteiger Fischbach-Göslikon gegen Wohlen mit 4:5 n.Pen. Der HC Wohlen Freiamt nennt als Saisonziel den Ligaerhalt, die Spieler von «Figö» wollen sich seinerseits unbedingt vor dem HCWF klassieren.

Die Wachablösung im Freiamt ist zumindest aufgeschoben. Liganeuling HC Fischbach-Göslikon verlor vor 200 Zuschauern gegen Wohlen Freiamt im Penaltyschiessen. Das hatte aufgrund der Erfolgskurven der beiden Vereine in den letzten Jahren nicht erwartet werden dürfen.

Wohlen hat strube Zeiten erlebt

Es war im Frühjahr 2011, als der HC Wohlen Freiamt unter Trainer Rolf Hunziker die Promotion in die 2. Liga feierte. Was danach folgte, waren zwei wahre Horror-Saisons für die Freiämter. Auf der baufälligen «Kunschti» nahe der Bünz ging gar nichts mehr.

In der 2. Liga brachten die Wohler in 18 Partien gerade mal zwei Siege zustande – Abstieg in die 3. Liga. Was viele der frustrierten Akteure dazu bewog, zu Nachbar Fischbach-Göslikon zu wechseln. Im Jahr darauf gabs für die hoffnungslos überforderten Freiämter erneut Prügel.

Wieder nur 2 Siege in 14 Partien. Das hätte eigentlich den Abstieg in die 4. Liga bedeutet. Hätte – doch weil die Red Wings Basel auf den Aufstieg in die 3. Liga verzichtet hatten, blieb der HC Wohlen oben.

Lücken im Vorstand

Ob das Team diesmal einigermassen konkurrenzfähig ist, wird man sehen. Gross verstärkt wurde es trotz der Zusammenarbeit mit Aarau und Wettingen auf Stufe Nachwuchs jedenfalls nicht. «Unser Ziel kann nur der Ligaerhalt sein», so Christian Wüthrich, TK-Chef und Vize-Präsident in Personalunion. Verstärkung kann auch der Vorstand gebrauchen: Wohlen hat weder einen Präsidenten noch einen Nachwuchs-Chef oder einen Sponsoring-Verantwortlichen.

Ein verdienter Aufsteiger

Gänzlich anders präsentiert sich die Gemütslage bei den «Indianern» des HC Fischbach-Göslikon (das Vereinslogo ziert ein Indianer ähnlich wie bei NHL-Klub Chicago Blackhawks). Der «kleine Bruder» – er geniesst seit jeher Gastrecht in Wohlen – mischte letzte Saison die 4. Liga auf und schoss sich förmlich zum Aufstieg. Das Team von Trainer Dominik Meyer gewann alle 15 Partien und erzielte im Schnitt 10 Treffer pro Spiel.

«Bereit für die Zukunft»

Und im Gegensatz zum einst übermächtigen Nachbar verfügt «Figö» über einen kompletten Vorstand. Die dunklen Stunden des Vereins, als man wegen Vertragsstreitigkeiten mit einer Firma für Sportwerbung in den Konkurs geriet und den Verein im Sommer 2000 neu gründen musste, sind weit weg.

«Wir sind bereit für die Zukunft», so der langjährige Vereinspräsident Urs Mühlemann. Für ihn sei es kein vordringliches Ziel, in der Rangliste vor den Wohlern zu stehen. Aber dass dies die Spieler – die meisten mit Vergangenheit beim HCWF – anders sehen, «ist für mich nur logisch.»

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