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Keine Vergrösserung der Super League: Wie für den FC Aarau aus der Formsache ein Rohrkrepierer wurde

FCA-Präsident Alfred Schmid: Sein Wunsch, die 12er-Liga, wurde nicht erhört

FCA-Präsident Alfred Schmid: Sein Wunsch, die 12er-Liga, wurde nicht erhört

Keine 12er-Liga, die Super-League-Chancen des FC Aarau sind gesunken: Bei Präsident Alfred Schmid sitzt der Frust tief.

Als FCA-Präsident Alfred Schmid am Montag ein dickes «Ja» auf den Abstimmungszettel schrieb und das Couvert zur Post brachte, tat er dies mit viel Überzeugung, gleichzeitig aber im Wissen, dass sein Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird. Und so ist es denn auch gekommen: Die Aufstockung der Super League von zehn auf zwölf Teams ab der Saison 2021/22 ist vom Tisch. 14 der 20 Schweizer Profiklubs hätten dafür stimmen müssen, getan haben es nur 10.

Damit nimmt die Geschichte der Super-League-Vergrösserung für den FCA ein unschönes Ende. Eine Geschichte, in der im vergangenen Herbst alles auf ein Happy End hindeutete. Damals lancierte die Swiss Football League die Aufstockung und Modusveränderung in der höchsten Liga, auf Wunsch der Vereine. Die Abstimmung war am 22. November 2019 vorgesehen, die Annahme schien Formsache. Für den FC Aarau hätte es die perfekte Woche werden können: Erst das «Ja» zur Super-League-Vergrösserung, was die kurzfristige Perspektive auf Super-League-Fussball im Aargau stark verbessert hätte. Und zwei Tage später, am 24. November, das «Ja» zum neuen Stadion.

Es wurde «nur» eine gute Woche: Der für den FCA wichtigere Entscheid, jener zum Stadion, fiel positiv aus. Damit ist die Existenz des Profifussballs am Standort Aarau langfristig gesichert.

Aber ein Sahnehäubchen erhielt die Torte nicht, weil kurz vor dem 22. November eine Gruppe um den FC Thun erwirkte, dass die Abstimmung über die Super-League-Vergrösserung ins Jahr 2020 verschoben wird. Begründung: Zu viele offene Fragen.

Damit war das Projekt zwar noch nicht gestorben, aber, bildlich ausgedrückt, verlor der Ballon mit jeder Woche mehr, in der über die Ligarevolution debattiert wurde, Luft. Je näher der neue Abstimmungstermin, der 13. März 2020, rückte, desto klarer wurde: Ligagrösse und Modus, alles wird beim Alten bleiben. Das "Schottische Modell", das bei einer Super-League-Vergrösserung zur Anwendung gekommen wäre, entpuppte sich als Rohrkrepierer.

Mitte Februar strahlte Alfred Schmid äusserlich noch Zuversicht aus. Er sagte damals zur Aargauer Zeitung: «Der 13. März ist für den FC Aarau ein Stichtag. Er hat für mich als scheidender Präsident und für Philipp Bonorand als neuen Präsidenten grosse Bedeutung. Wir werden im Vorfeld der Abstimmung alles dafür tun, um eine Zweidrittel-Mehrheit für eine Super League mit zwölf Mannschaften zu erreichen.» Innerlich wusste Schmid aber da schon, dass es nichts wird mit der Super-League-Vergrösserung, zu deren grossen Profiteur der FCA hätte zählen können.

Und dann kam Corona: Die Delegiertenversammlung vom 13. März musste verschoben werden und je länger die Fussballpause dauerte, umso mehr drehten sich die Gedanken der Verantwortlichen um die kurzfristig bedrohte Existenz ihres Klubs statt um das Langzeitprojekt 12er-Liga. Trotzdem musste ein Entscheid her, da im Sommer die Ausschreibung der TV-Rechte ab der Saison 2021/22 stattfindet. Also die briefliche Abstimmung in dieser Woche – mit dem erwarteten Ausgang.

Schmid sagt: «Obwohl die Ablehnung keine Überraschung mehr ist, bin ich frustriert und enttäuscht. In einer 12er-Liga wäre es für einen kleinen Klub wie den FC Aarau einfacher, sich in der Super League zu etablieren. Die Aussicht auf einen raschen Aufstieg hätte auch dem Stadion-Projekt zusätzlichen Schub verliehen.» Kommt dazu: Die Aussicht, in der nächsten Saison eine sehr grosse Chance auf den Super-League-Aufstieg zu haben, hätte auch die Suche nach einem neuen Hauptsponsor erleichtert. So aber ist die höchste Spielklasse wieder ein Stück weit in die Ferne gerückt – bis zur Eröffnung des neuen Stadions (frühestens 2024) aber soll der Aufstieg trotz Status Quo im Ligawesen realisiert sein. (Mitarbeit Ruedi Kuhn)

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