FC Wohlen
Keine Sorgen nach Niederlage gegen Lugano – Wohlen weiter optimistisch

Die Ambitionen des FC Wohlen werden trotz Spitzenkampf-Niederlage nicht kleiner. Mit Trainer Sforza und Martin Rueda als neuer Sportchef wollen sich die Wohlener langfristig zu einem gestandenen Profi-Klub weiterentwickeln.

Hannes Hurter
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Minuten vor Schluss kommt Mario Bühler noch zum Kopfball, wird aber noch gestört.

Minuten vor Schluss kommt Mario Bühler noch zum Kopfball, wird aber noch gestört.

GERRY FREI

Die grössten Emotionen rund um das Spitzenspiel Wohlen-Lugano kamen vor der Partie empor. Der neue FCW-Präsident Lucien Tschachtli verabschiedete das scheidende Vereinsoberhaupt Andy Wyder nach 22 Jahren im Vorstand, beeindruckende 18 davon als Präsident. «Herzlichen Dank für alles, was du für deinen FCW geleistet hast», sagte Tschachtli, «du wirst als «Euse Präsi» in die Geschichte des FC Wohlen eingehen.» Dass Wyder damit den grössten Applaus des Abends erhalten würde, war zu jenem Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

Doch der Spitzenkampf hielt während 90 Minuten nicht, was er versprach. Vielleicht lag es am dichten Nebel, vielleicht am tiefen Terrain oder den ebenso niedrigen Temperaturen – Stimmung wollte bei den Zuschauern jedenfalls nie richtig aufkommen.

«Tolles Team, das an die Spitze gehört»

Dass der FC Wohlen «vier Hundertprozentige vergab», wie Kevin Pezzoni dies beschrieb, nahm man hinterher gelassen zur Kenntnis. «Eine Niederlage gegen Lugano bringt uns nicht aus der Ruhe», lautete das allgemeine Credo. Ein grosses Kompliment verteilte mit Livio Bordoli ausgerechnet der Trainer des Gegners: «Wohlen ist für mich keine Überraschungsmannschaft, sondern ein tolles Team, das an die Spitze gehört.» Für Ciriaco Sforza ist die Pleite nicht weiter tragisch: «Die Meisterschaft entscheidet sich nicht im Dezember. Unser Potenzial ist nach wie vor riesig. Wir werden wieder kommen!» Angst vor einem Einbruch vor der Winterpause hat Sforza keine: «Ich glaube nicht, dass wir die letzten beiden Spiele noch aus der Hand geben.»

Den nächsten Schritt mitmachen

Auch der neue Sportchef Martin Rueda gab in der Niedermatten nach vier Jahren quasi sein Comeback: «Ich bin überzeugt, dass diese Mannschaft auch im Frühjahr vorne mitspielen wird.» Und was sagt Sforza zu seinem Nationalmannschafts-Kumpel von 1994: «Es ist super, dass wir mit Martin Rueda einen kompetenten Fachmann verpflichten konnten. Wir brauchen Leute, die den nächsten Schritt mitmachen.» Lucien Tschachtli meint: «Die Verpflichtung von Rueda ist ein weiteres Zeichen, um zu unterstreichen: wir wollen dort rauf!»

Auf die kecke Frage, wann Rueda die Nachfolge von Sforza antreten wird, entgegnet der FCW-Präsident in aller Deutlichkeit, dass er nicht vorsieht, Rueda als Trainer einzusetzen: «Martin Rueda ist für uns ein Garant, dass er die richtige Person für eine mögliche Sforza-Nachfolge rekrutieren wird.» Tschachtli ist sich jedoch sicher, dass Sforza noch mindestens bis im Sommer 2015 dem FC Wohlen treu bleibt.

Die Ambition, an der Spitze der Challenge League zu verharren, wird trotz der Niederlage im Spitzenkampf nicht kleiner. «Ich sehe den FC Wohlen im Frühling nicht als Spielverderber, sondern als höchst ambitionierten Klub. Mit Sforza und Rueda sind wir hervorragend aufgestellt und dürfen Rang 1 anpeilen.» Damit verfolgt Lucien Tschachtli die Wohler Vorwärts-Strategie konsequent weiter: «Wir wollen den Verein zu einem gestandenen Profi-Klub weiterentwickeln.»

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