Nur ungern blickt Dominic Siegenthaler auf das Gastspiel bei den Blue Stars Zürich vom vergangenen Wochenende zurück. Trotz einer frühen 1:0-Führung musste der SC Schöftland mit einer 1:2-Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten. «Das war sehr ärgerlich, weil wir gegen einen schlagbaren Gegner spielten», sagt Siegenthaler, der von einem ausgeglichenen Vergleich mit dem Mitaufsteiger spricht.

«Dann kassieren wir zwei dumme Gegentore und treffen selber nur die Latte», sagt der 21-jährige Defensivspezialist des SCS weiter. In einem solchen Fall gebe es nur ein Rezept: schnell abhaken und nach vorne schauen – was Siegenthaler auch tat. Schliesslich steht morgen Sonntag gegen Tabellennachbar Liestal ein wichtiges Heimspiel an. «Sie besitzen grosse Spieler, die kopfballstark sind. Wir müssen also bei Standardsituationen aufpassen», weiss der kaufmännische Angestellte aus Brunegg um die Stärken der Baselbieter Gäste.

Weil Dominic Siegenthaler eine harte und kampfbetonte Partie erwartet, verlangt er von sich und seinen Mitspielern, in der Defensive kompakt zu stehen. «Das ist momentan unsere Schwäche, wir kassierten bisher in jedem Spiel ein oder zwei Gegentore», sagt Siegenthaler. Mut verleiht ihm hingegen die Art und Weise, wie der SC Schöftland zuletzt offensiv in Aktion getreten ist.

«Wenn wir unser Spiel aufziehen und uns nach vorne entfalten können, sieht es gut aus», ist er überzeugt. Positiv stimmt ihn auch der bisherige Saisonverlauf. Vor der Niederlage bei den Blue Stars verliess der SC Schöftland den Rasen dreimal in Folge als Sieger. Für Dominic Siegenthaler ist das Bestätigung genug, dass die Schöftler nach dem Aufstieg in der 2. Liga inter angekommen sind.

«Wir haben vor dem letzten Sonntag gute Leistungen gezeigt, beispielsweise beim 1:1 gegen den Absteiger aus Dietikon», erklärt Siegenthaler, «das muss man erst einmal schaffen.» Zudem zeigen die Resultate in der Gruppe 5, dass jeder Verein jeden Gegner bezwingen könne. «Das erste Meisterschaftsviertel ist uns geglückt, wir haben einen soliden Start hingelegt», sagt die Nummer 9 des SCS, die in der laufenden Saison schon zwei Treffer verbuchen konnte. «Gleichwohl ist bei uns noch Potenzial nach oben vorhanden.»

Im Verletzungspech

Seit der letzten Winterpause trägt Dominic Siegenthaler das Trikot des SC Schöftland. Der Anfang war jedoch – zumindest aus gesundheitlicher Sicht – kein einfacher. Nachdem er die ersten fünf Rückrundenspiele verletzungsbedingt verpasst hatte, brach sich Siegenthaler drei Runden vor Schluss das Schlüsselbein. «Das Team stand immer hinter mir, und ich habe mich danach rasch auf die neue Saison fokussiert», erzählt Siegenthaler, der das Fussball-Einmaleins im Nachwuchs beim FC Othmarsingen und dem FC Aarau erlernt hat.

Zuletzt führte Siegenthaler den FC Brugg als Captain an, ehe er sich nach einer verkorksten Vorrunde zum Wechsel auf die Rütimatten entschloss. «Ich wollte fussballerisch mehr erreichen. Ausserdem arbeite ich in Schöftland und kenne viele Spieler sowie Trainer Jürg Widmer aus gemeinsamen Aarauer Zeiten», erklärt Dominic Siegenthaler, der sowohl im defensiven Mittelfeld als auch als Innenverteidiger eingesetzt werden kann. «Für mich ist nicht wichtig, wo, sondern dass ich spiele», sagt er entschlossen.