Ringen

Keine Derbystimmung, dafür «asiatische» Bauchtänzerinnen

Der talentierte Freiämter Leichtgewichtler Michael Bucher (unten) erwischt Willisaus siegesgewohnten Timon Zeder mit einem Beinangriff. wr

Der talentierte Freiämter Leichtgewichtler Michael Bucher (unten) erwischt Willisaus siegesgewohnten Timon Zeder mit einem Beinangriff. wr

Freiamts vermeintlich schwerer Gang nach Willisau entpuppte sich als Spaziergang. Der Rekordmeister suchte die Niederlage, um im Halbfinal Hergiswil auszuweichen. Die Freiämter liessen sich nicht bitten und gewannen 25:16.

Das Rahmenprogramm sorgte für den grössten Applaus des Abends. Die Luzerner Hinterländer liessen zur Pause «asiatische» Bauchtänzerinnen auf der Matte ihre Hüften schwingen. Während Freiamt-Präsident und CVP-Grossrat Ralf Bucher an den vier aufreizenden Damen Gefallen fand, wähnte sich Trainer Thomas Murer im falschen Film. «Willisau wollte gar nicht gewinnen», schüttelte er am Ende des sportlichen Teils den Kopf. Willisaus Coach Markus Odermatt widersprach nicht: «Unser Fokus war heute Abend nicht auf den Sieg ausgerichtet.» Die grösste Sorge von Willisaus Präsident Werner Bossert waren die eingeladenen Sponsoren: «Ich konnte ihnen aber erklären, dass die sportliche Situation eine solche Massnahme erfordert.»

Halbfinal gesteuert

Werner Bossert hatte schon vor dem vermeintlichen Spitzenkampf angedeutet: «Kriessern würde uns im Halbfinal besser liegen.» Doch die Tendenz deutete auf einen Semifinal zwischen den Erzrivalen Willisau und Hergiswil. Dies wollte der Rekordmeister verhindern. Entsprechend schonte er vier angeschlagene Teamstützen. Dadurch erhielt die vollzählig antretende Ringerstaffel Freiamt ein Übergewicht.

7:3-Siege für die Aargauer entsprach dem Kräfteverhältnis der nominierten Teams. Dass sich die Willisauer Ringer nach der 16:25-Niederlage fast mehr über den Ausgang des Kampfes freuten, spricht Bände.

Immerhin sah Freiamt-Trainer Murer eine positive Entwicklung seines Teams. Die jungen Michael Bucher, Yanick Klausner und Manuel Stierli gewannen mit guter Wettkampfübersicht. Fredi Huwiler wird immer mehr zum Bollwerk bis 66 kg Greco. Dazu gab Sandro Vollenweider nach ausgeheiltem Kreuzbandriss ein solides Comeback. Einzig Schwingerass Pascal Gurtner blieb im Freiämter Lager an diesem Abend ohne Mannschaftspunkt. Gegen den Freistil-Internationalen Marco Riesen war er technisch überfordert.

Dreimal gegen Hergiswil

Wie vor zwei Jahren muss Freiamt nun dreimal hintereinander gegen Hergiswil antreten. Der letzte Qualifikationskampf wird zur Sisyphus-Aufgabe. Weil aber Freiamt am nächsten Samstag in Muri seinen Spitzensportabend zelebriert, sieht sich zumindest Thomas Murer gezwungen, mit einer «soliden» Mannschaft anzutreten. Für Hergiswil gibts dagegen keinen Grund, vor dem Halbfinal Kräfte zu verpuffen.

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