Robin Williams, Morgan Freeman oder George Clooney – es sind illustre Namen, die auf der Oscar-Liste für den besten Nebendarsteller stehen. Am Samstag gesellte sich ein neuer Name zu ihnen: Jener des FC Wohlen. Alles war zum Saisonschluss im Letzigrund angerichtet für die grosse Aufstiegsparty des Heimteams. Perfektes Fussballwetter, ein Saisonrekord von fast 15'000 Zuschauern – nur der FC Wohlen trübte die grosse Sause beinahe.  

Vorne fehlte die Durchschlagskraft

0:3 hiess es am Schluss zwar. Im vierten Aufeinandertreffen resultierte damit die vierte Kanterniederlage. Insgesamt kassierte Wohlen diese Saison gegen Zürich 16 Tore. Doch die Gäste zeigten nach dem positiven Lizenzentscheid über weite Strecken eine gute Leistung. Zwar brachte Buff den Favoriten bereits nach zehn Minuten und einer herrlichen Kombination über Koné in Führung.

Doch danach kamen die Gäste immer besser in die Partie, gewährten dem FCZ wenig Platz, störten früh und stiegen unbeeindruckt in die Zweikämpfe. «Ich muss meinen Jungs ein Kompliment machen», sagte Wohlen-Trainer Francesco Gabriele, «nur vorne müssten wir gegen einen solchen Gegner konsequenter sein.» Mehrmals schalteten die Freiämter nach Zürcher Aktionen blitzschnell um, konnten FCZ-Goalie Vanins aber nicht wirklich zum Schwitzen bringen. 

Gabriele, der grösste Fan

Ein Riesen-Bock von Kiassumbua und FCZ-Joker Dwamena besiegelten in den Schlussminuten dann die Niederlage. Trotzdem war Gabriele zufrieden: „Wir haben eine schwierige Saison gut abgeschlossen.“ Der 40-Jährige wechselt nun an die Seitenlinie der U19-Nationalmannschaft. «Momentan empfinde ich tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Wohlen», sagt Gabriele. «Ich werde den Klub immer in meinem Herzen tragen und sein grösster Fan sein.»

Auch Stahel geht

Nicht nur Gabriele verlässt Wohlen im Sommer. In den letzten Tagen wurden auch die Abgänge von Muslin und Kamber publik. Am Samstag kam ein weiterer Routinier dazu: Florian Stahel. Der Abwehrboss kehrt ausgerechnet zu Gegner Zürich zurück, wo er primär in der 2. Mannschaft auflaufen und daneben im Sponsoring-Bereich tätig sein wird. «Für mich war es ein toller Abschied, meinen letzten Profi-Match hier absolvieren zu können», sagte der 32-Jährige.

Seine Ruhe, seine Kopfballstärke und seine Erfahrung werden Wohlen nächste Saison fehlen. Und während Stahel zum letzten Mal die Heimreise ins Freiamt antrat, starteten seine künftigen Klubkollegen ihre rauschende Aufstiegsparty. Als bester Hauptdarsteller lässt es sich eben doch besser jubeln.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Roman Michel: